Wahl in Brasilien: Lula und Bolsonaro wollen Präsidentschaftswahl vor Gericht entscheiden

Vor der Stichwahl in Brasilien ist das Rennen zwischen Bolsonaro und Lula noch nicht entschieden. Jetzt mischen sich auch Bischöfe in den Wahlkampf ein.
Andre Penner/dpa- Vor der Stichwahl in Brasilien ziehen Lula und Flávio Bolsonaro vor Gericht.
- Beide Lager fordern die Annullierung der Gegenseite wegen angeblicher Manipulation.
- Lulas Team spricht Meta „algorithmische Manipulation“ zu; Meta nennt technische Probleme.
- Bolsonaros Seite wirft Lula „Machtmissbrauch“ per WhatsApp über Regierungsaccounts vor.
- Dutzende Bischöfe warnen vor Bolsonaro und unterstützen Lula – Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Brasilien steht kurz vor einer richtungsweisenden Wahl. Am Sonntag (25. Oktober) wird sich entscheiden, wer das Land die nächsten vier Jahre regiert. In der Stichwahl tritt Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva gegen Herausforderer Flávio Bolsonaro, den Sohn des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, an. Kurz vor der Wahl bemühen sich beide darum, den jeweils anderen von der Wahl auszuschließen.
Lula und Bolsonaro werfen einander Wahlmanipulation vor
In Brasilien geht der Wahlkampf zwischen Bolsonaro und Lula in die heiße Phase. Neben den üblichen Mitteln im politischen Ringen greifen beide Parteien auch zu weiteren Maßnahmen: Vor Gericht wollen die Kontrahenten den Ausschluss der Gegenseite bewirken.
Laut Berichten von Tagesschau und der Nachrichtenagentur AFP, die sich auf das Umfeld Lunas beruft, bemüht sich das Team des amtierenden Präsidenten darum, beim Obersten Wahlgericht eine Annullierung der Kandidatur von Bolsonaro zu bewirken. Lulas Lager spricht von einer „algorithmischen Manipulation“ durch Meta, den Konzern hinter Facebook, Instagram und Whatsapp.

Flavio Bolsonaro mit einem Porträt seines Vaters, Jair Bolsonaro, der derzeit wegen eines versuchten Putsches im Gefängnis sitzt.
Bruna Prado/AP/dpaDas Bolsonaro-Lager reagiert seinerseits mit einem Antrag auf Annulierung der Kandidatur von Lula. Der Vorwurf: Lula habe „Machtmissbrauch“ betrieben, indem er mit Regierungsaccounts über WhatsApp unzulässige Wahlwerbung verbreitet habe. Die Entscheidungen zu beiden Vorwürfen stehen noch aus.
Die Gerichte haben sich bereits in den Wahlkampf eingeschaltet. Lulas Team hatte sich beschwert, dass Meta die Inhalte des Amtsinhabers blockiere. Die Richter wiesen an, beide Kandidaten gleich zu behandeln. Sollte Meta sich dem widersetzen, droht eine Strafe von 200.000 Dollar. Meta bestritt die Vorwürfe und sprach von technischen Problemen.
Bischöfe in Brasilien warnen vor Bolsonaro
Neben den Gerichten hat sich nun auch eine weitere Institution in den brasilianischen Wahlkampf eingemischt. Eine im katholisch geprägten Brasilien nicht zu unterschätzende Kraft. Dutzende Bischöfe warnen öffentlich vor einem Sieg Bolsonaros.
Die Wahl des Rechtspopulisten würde „frontal die Existenz der Demokratie, die nationale Souveränität und die Ausübung des Gemeinwohls“ bedrohen, heißt es in einem Brief, der in der Tageszeitung „Folha de S. Paulo“ veröffentlicht wurde. Darin wurde auch davor gewarnt, Brasilien würde sich unter Bolsonaro „den USA unterwerfen“. Deshalb unterstütze man den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva.
Laut Umfragen liegt der Sohn des wegen eines Putschversuchs zu 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Jair Messias Bolsonaro hauchdünn vor dem Ex-Gewerkschaftsführer Lula. Lediglich eine einzige am Donnerstag veröffentlichte Umfrage sieht beide bei jeweils 50 Prozent. Bolsonaro hatte überraschend den ersten Wahlgang Anfang Oktober gewonnen. Seitdem kommt es landesweit zu Straßenprotesten gegen den Rechtspopulisten und für Lula.

