Die Corona-Lage in Thüringen ist ernst. Im ganzen Bundesland gilt Warnstufe 3 - das ist die höchste Stufe im landeseigenen Frühwarnsystem. Heute, am 18. November liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 565,0 (Vortag: 569,0). Thüringen liegt somit an Platz drei im bundesweiten Vergleich, hinter Sachsen und Bayern.
  • Um die Infektionswelle zu brechen, will das Thüringer Kabinett früher als geplant die 2G-Regel einführen
  • 2G soll in Bereichen wie Gastronomie und Hotels ab heute, Donnerstag, 18.11. gelten
  • Hier der Überblick über die Corona-Regeln in Thüringen

2G in Gastronomie und beim Friseur?

Das Thüringer Kabinett hat am 16. November über neue Corona-Maßnahmen beraten. Diese wurden in einer Pressekonferenz gegen 13 Uhr vorgestellt. Das Wichtigste in Kürze:
  • 2G flächendeckend in Gastronomie, in Hotels, in Freizeit- und Kultureinrichtungen und Sportstätten
  • Ungeimpfte können nicht an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen
Zudem will Thüringen bei der Bund-Länder-Konferenz am Donnerstag um eine bundesweite Einführung von 3G am Arbeitsplatz, 3G im ÖPNV und möglichen Kontaktbeschränkungen werben.

Corona in Thüringen: Inzidenzen von Ungeimpften und Geimpften

Während die landesweite Inzidenz in Thüringen über 500 liegt, gibt es doch einige Unterschiede zwischen den Zahlen, wenn man sie in Ungeimpfte und Geimpfte unterteilt. Nach Zahlen des Thüringer Gesundheitsministeriums lag die Inzidenz bei Geimpften in der Woche vom 01. bis 07. November bei 120 – während die von Ungeimpften 357 war. Insgesamt 61,4 Prozent der Thüringer haben bis jetzt beide Impfungen erhalten.

2G in Thüringen: Das sind die Pläne

Wie schon Sachsen, Berlin, Bayern und Brandenburg will jetzt auch Thüringen das 2G-System ausweiten. Wie der MDR berichtet, sollen ab Donnerstag (18.11.) folgende Bereiche nur noch für Geimpfte und Genesene offen sein:
  • In der Gastronomie
  • In Hotels und anderen Unterkünften
  • In Freizeit- und Kultureinrichtungen (auch Schwimmbäder und Saunen)
  • In Sportstätten
  • Reisebusveranstaltungen
  • Kulturelle Veranstaltungen
  • Fitnessstudios, Schwimmbäder, Saunen, Sporthallen
  • Freizeit- und Vereinssport
  • Freizeiteinrichtungen und -dienstleistungen
  • Körpernahe Dienstleistungen
  • Jagd-, Flug- und Hundeschulen
  • Prostitiutionsstätten
  • Orchester- (sofern Blasinstrumente verwendet werden) und Chorproben
Nicht betroffen werden folgende Bereiche sein:
  • Einzelhandel
  • ÖPNV
  • Schulen, Hochschulen, Kitas
  • Behörden
Wie der MDR weiter berichtet, ist die Umsetzung der neuen Maßnahmen für Landkreise und kreisfreie Städte verpflichtend.

Corona Verordnung Thüringen: So funktionieren die Warnstufen

Entscheidend für Maßnahmen in Thüringen ist das Frühwarnsystem. Dieses basiert auf drei Werten: Die Sieben-Tage-Inzidenz, die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und die Intensivbettenbeslastung. Es gibt vier Stufen:
  • Basisstufe: Inzidenz unter 35, Hospitalisierung unter 4,0 oder Intensivebetten unter 3,0 Prozent
  • Warnstufe 1: Inzidenz unter 100, Hospitalisierung bei 4,0 oder ITS-Belastung bei 3,0 Prozent
  • Warnstufe 2: Inzidenz bis 200, Hospitalisierung bei 7,0 oder ITS-Belastung bei 6,0 Prozent
  • Warnstufe 3: Inzidenz über 200, Hospitalisierung bei 12,1 oder ITS-Belastung bei 12,1 Prozent
Je nach Stufe greifen unterschiedliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Über die konkreten Maßnahmen entscheiden aber die Landkreise und kreisfreien Städte. Dennoch schlägt die Landesregierung mögliche Corona-Regeln vor – oder kann sie verpflichtend einführen.

In welchen Landkreisen in Thüringen gilt welche Warnstufe?

In allen 17 Landkreisen und fünf kreisfreien Städte gilt aktuell (Stand 18. November) die Warnstufe 3.
Die Hospitalisierungsinzidenz liegt aktuell bei 10,7.
Corona in Brandenburg und Sachsen Werden die Intensivbetten in der Lausitz knapp?

Cottbus

Schulen und Kitas: Schulen bleiben auf Warnstufe 3

Für das Schuljahr 2021/22 hat die Thüringer Regierung das Warnstufensystem eingeführt. Aktuell gilt an allen Schulen Warnstufe 3.
Damit gelten folgende Grundregeln:
  • Verpflichtende Tests zweimal pro Woche, außer für Geimpfte und Genesene. Schülerinnen und Schüler ohne 3G-Nachweis, die nicht am Testsystem in Schulen teilnehmen, sollen in gesonderten Lerngruppen lernen und müssen auch im Unterricht Maske tragen. Eltern, die Tests verweigern, müssen ein Bußgeld bezahlen.
  • Maskenpflicht für alle in Schulhaus und Unterricht
  • Befreiungsmöglichkeiten vom Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit Risikomerkmalen für einen schweren Krankheitsverlauf, die gleichzeitig nicht impfbar sind, sowie für lediglich erstgeimpfte Schülerinnen und Schüler.
  • Kita-Kinder dürfen nur noch in festen Gruppen betreut werden.
  • Testpflicht für Vereinssport – auch an der frischen Luft. Nicht testen lassen müssen sich Kinder unter sechs Jahren sowie alle, die sich regelmäßig in der Schule testen oder geimpft/genesen sind.

Corona in Thüringen: Intensivstationen sind voll

Intensivmediziner-Präsident Gernot Marx hat Bund und Länder wegen einer "echten Notsituation" vieler Kliniken zur Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen aufgerufen. In Sachsen, Thüringen und Bayern sei die Lage wegen der stark angestiegenen Zahl der Intensivpatienten "schon jetzt sehr, sehr angespannt", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Wie die Funke Mediengruppe berichtet wird eine Verlegung der Patienten in Thüringen vorbereitet. Die Lage der Krankenhäuser werde „insbesondere in Thüringen als dramatisch eingestuft“.
In einigen Thüringer Landkreisen gibt es keine freien Betten mehr. In den südlichen Landkreisen Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen oder Saalfeld-Rudolstadt gab es am Dienstag (16.11.) keine oder nur noch einzelne Betten frei. Das sind auch die Kreise mit den niedrigsten Impfquoten im Land: In Hildburghausen sind lediglich 46 Prozent vollständig geimpft.