• Am 1. Januar 2022 stieg der Preis für Zigaretten wieder an
  • Die Tabaksteuer soll stufenweise bis 2026 weiter erhöht werden
  • Von der Änderung des Gesetzes ist auch Wasserpfeifentabak, etwa für eine Shisha, betroffen
  • Auch für E-Zigaretten werden die Produkte (sog. Liquids) teurer – allerdings noch nicht ab Januar
  • Was bedeutet die Erhöhung für Verbraucher?
  • Kann man Zigaretten in Polen oder in Tschechien kaufen? Was kostet der Tabak dort?
Raucher müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Tabaksteuer ist mit rund 14,5 Milliarden Euro weiterhin eine der wichtigsten Bundessteuern – und wurde erneut erhöht. Am 01.01.2022 gab es erstmals seit sieben Jahren wieder eine Tabaksteuererhöhung in der Bundesrepublik. In Deutschland wurde die Steuer für eine Packung mit 20 Zigaretten im neuen Jahr um durchschnittlich 10 Cent erhöht. 2023 werden weitere 10 Cent aufgeschlagen, in den Jahren 2025 und 2026 kommen noch einmal jeweils 15 Cent pro Packung hinzu.
Am 1. Januar 2022 trat zudem das Tabaksteuermodernisierungsgesetz in Kraft. Auch Wasserpfeifentabak und erhitzter Tabak, die beide bislang niedriger - nämlich wie Pfeifentabak - besteuert worden sind, werden damit höher besteuert. Auch bei den Liquids für E-Zigaretten wird an der Steuerschraube gedreht - jedoch erst ab 01.07.2022. Zum Gesundheitsschutz ist ebenso ab dem 1. Januar Plakatwerbung für herkömmliche Tabakprodukte wie Zigaretten verboten.

Tabaksteuer Erhöhung 2022: Eine Packung Zigaretten wird fast jedes Jahr teurer

Laut einer Erhebung von Statista kostet eine Schachtel Zigaretten im Jahr 2021 durchschnittlich 7,20 Euro. Seit 2002 haben sich die Kosten kontinuierlich erhöht. Damals haben Verbraucher pro Packung gerade mal drei Euro ausgeben müssen. In einer durchschnittlichen Packung sind 20 Zigaretten. Verbraucher müssen in den kommenden Jahren also mit folgenden Preiserhöhungen (im Durchschnitt) rechnen:
  • 2022: 7,30 Euro/Packung
  • 2023: 7,40 Euro/Packung
  • 2025: 7,55 Euro/Packung
  • 2026: 7,70 Euro/Packung

Durchschnittliche Preise für Shisha-Tabak

Auch für Shisha-Tabak ist eine Erhöhung vorgesehen. Die Preise für den Tabak variieren stark – im Schnitt aber zwischen 15 und 20 Euro pro 200g. Ab 01.01.2022 kommt eine erhöhte Steuer hinzu:
  • 2022: 15 Euro pro Kilogramm
  • 2023: 19 Euro pro Kilogramm
  • 2025: 21 Euro pro Kilogramm
  • 2026: 23 Euro pro Kilogramm

Auch auf E-Zigarretten werden höhere Steuern fällig

Wer eine E-Zigarette kauft, musste bisher keine Steuern auf die Liquids bezahlen. Das ändert sich ab 1. Juli 2022. Danach wird es eine Besteuerung geben, die die Preise für die Liquids natürlich beeinflussen wird. Aktuell kosten 10ml Liquid um die 4 Euro. Ab 01.07.2022 sieht das dann so aus:
  • Juli 2022: 1,60 Euro Steuer, also ca. 5,60 Euro
  • 2024: 2,00 Euro Steuer also ca. 6 Euro
  • 2025: 2,60 Euro Steuer also ca. 6,60 Euro
  • 2026: 3,20 Euro Steuer, also ca. 7,20 Euro

Tabak in Polen oder Tschechien: Ist das Rauchen im Ausland günstiger?

Für viele Raucher in Grenznähe zu Tschechien oder Polen locken die deutlich geringeren Preise für Tabak. Doch auch in diesen Ländern werden Zigaretten mit der Zeit teurer. 2021 haben Zigaretten in Polen im Schnitt 4,18 Euro pro Schachtel gekostet. In Tschechien hingegen waren es nur 3,90 Euro pro Packung.

Werbung für Tabak 2022: Plakate für Zigarretten-Werbung sind seit 1. Januar 2022 verboten

Neben den Änderungen bei der Steuer tritt seit dem 1. Januar 2022 außerdem die zweite Stufe des Tabakwerbeverbots in Kraft. So gilt jetzt ein Verbot von Außenwerbung für Tabakprodukte. Das gilt zunächst nur für „herkömmliche“ Tabakprodukte, wie die Bundesregierung schreibt. Ab 01.01.2023 greift dann auch ein Werbeverbot für Tabakerhitzer, ab 1. Januar 2024 dann auch für E-Zigaretten und Nachfüllbehälter. Verboten ist bereits die Zigarettenwerbung in der Presse oder ähnlichen gedruckten Formaten. „Tabakunternehmen dürfen auch keine Hörfunkprogramme, Veranstaltungen oder Aktivitäten mit grenzüberschreitender Wirkung sponsern“, so die Bundesregierung.

Ärzte begrüßen Verbot der Plakatwerbung für Tabak

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat das Aus für Tabakwerbung auf Außenflächen wie Plakatwänden und Haltestellen begrüßt. Es sei gut und richtig, dass der Gesetzgeber dies endlich verbiete, sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. „Zuletzt war in keinem anderen Land der Europäischen Union außer in Deutschland diese Art von Werbung möglich.“ Studien belegten, dass Werbung gerade bei Kindern und Jugendlichen die Attraktivität von Tabakprodukten erhöhe. Auch für abhängige Raucher setze dies ständig Schlüsselreize, die einen Ausstieg erschwerten. Reinhardt sagte: „Wir beobachten mit großer Sorge, dass Jugendliche durch E-Zigaretten an das Rauchen herangeführt werden. Wir hätten uns deshalb ein sofortiges komplettes Außenwerbeverbot auch für elektronische Verdampfer und E-Zigaretten gewünscht statt der vorgesehenen stufenweisen Scharfschaltung des Gesetzes.“
Mit Blick auf elektronische Erhitzungssysteme wie E-Zigaretten oder E-Shishas sagte der Ärztepräsident, derzeit versuche die Industrie, diese als weniger gefährliche Alternative zu vermarkten. „Dabei ist gar nicht absehbar, welche gesundheitlichen Langzeitschäden mit ihnen verbunden sind. Schon jetzt gibt es Hinweise auf Schädigungen der Atemwege sowie des Herz-Kreislaufsystems.“

Raucheranteil steigt wieder – wegen Corona?

Der Anteil der Raucher in Deutschland steigt wieder. Er liegt derzeit bei fast 31 Prozent unter den Menschen ab 14 Jahren, wie aus der repräsentativen Langzeitstudie „Deutsche Befragung zum Rauchverhalten“ (Debra) hervorgeht. Ende 2019 - vor der Corona-Pandemie - lag der Anteil der Raucherinnen und Raucher in der Bevölkerung ab 14 noch bei etwa 27 Prozent, vor einem Jahr bei etwa 27,5 Prozent. Wahrscheinlich seien im letzten Jahr mehr frische Ex-Raucher rückfällig geworden, sagt der Suchtforscher und Debra-Leiter Daniel Kotz der Deutschen Presse-Agentur. „Ob Corona-Stress oder allgemein Auswirkungen der Pandemie da jetzt hineinspielen, ist ein bisschen spekulativ, kann aber sein.“ Denkbar ist etwa auch, dass Leute im Homeoffice ungehemmter zur Zigarette greifen als im normalen Büro.
Studien zufolge gehen nach wie vor etwa 13 Prozent der Mortalität in Deutschland auf das Tabakrauchen zurück, wobei sich ein gutes Viertel dieser Todesfälle noch im Erwerbsalter ereignet. Jährlich sterben in Deutschland ungefähr 125.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. Das sind mehr Rauchertote in einem Jahr als Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus nach fast zwei Jahren.

Weitere Gesetze, die sich im Januar 2022 ändern

Neben der Tabaksteuer ändern sich noch weitere Gesetze für die Bürgerinnen und Bürger, die teils steigende Preise mit sich bringen. Unser Partnerportal swp.de hat die Themen aufbereitet: