Von Michael Helbig

Wenn Cottbusverkehr zum Tag der offenen Tür ruft, dann weiß man: Es wird voll. Wenn dann auch noch ein Ikarus-Treffen die Herzen von Oldtimer-Fans höher schlagen lässt, dann wird es richtig eng auf dem Betriebshof in Schmellwitz. Das Unternehmen mussten jedenfalls über Facebook bitten: „Reisen Sie mit dem ÖPNV an, die Parkplätze werden knapp.“

Zu den Besuchern gehörten auch Heinz-Peter und Ingrid Unger aus Cottbus. Sie hatten einst im Kraftfahrzeug-Instandsetzungs-Werk Cottbus (KIB) gearbeitet und waren gewissermaßen vom Fach. „Wir sind in der Stadt groß geworden und kennen Cottbusverkehr schon von früher. Wir interessieren uns für die liebevoll hergerichteten großen und kleinen Oldtimer“, erzählten sie begeistert.

Das sechste deutschlandweite Ikarus-Treffen mit mehr als 50 historischen Ikarus-Bussen war für viele Besucher ein Hingucker. Die Busse stammen aus ganz Deutschland, Tschechien, Polen und Ungarn. Der  älteste Ikarus-Bus ist von 1954, der jüngste Baujahr 1989. Einer der großen Höhepunkte war am Nachmittag der Bus-Korso durch die Stadt.

Ricarda Bromudt aus Sielow gehörte zu den ersten, die einen der begehrten Plätze für einen Hubschrauber-Rundflug ergattert hatten. „Wir waren sechs Minuten in der Luft und sind über die Cottbuser Altstadt hin zum Cottbuser Ostsee geflogen, in dem schon ein wenig Wasser zu sehen ist.“ Nachdem Ricarda Bromudt wieder sicher auf dem Hubschrauber-Landeplatz gelandet war, wechselte sie in ein nostalgischeres Verkehrsmittel. Wie viele andere Besucher nutzte sie den Ikarus-Shuttle-Verkehr, um zum Bahnhof Sandower Dreieck zu fahren. Hier feierte die Cottbuser Parkeisenbahn ebenfalls ihren diesjährigen Tag der offenen Tür mit Dampflokfahrten und Werkstattführungen.

In dem Ikarus-Gelenkbus 280.03 (Baujahr 1989) der Chemnitzer Verkehrsbetriebe erlebten die Fahrgäste eine Stadtrundfahrt der besonderen Art. Schon beim Einsteigen war der typische Dieselgeruch zu spüren. Das Abfahrtssignal, die schrille Klingel, ertönte, die Türen schlossen sich zischend und fauchend und los ging es polternd in Richtung Alt Schmellwitz, zur Stadthalle, vorbei am fast fertigen Oberkirchplatz über Sandow zum Bahnhof Sandower Dreieck, den Hauptbahnhof und wieder zurück. Fast wie im richtigen Linienverkehr hatten nicht alle Fahrgäste einen Sitzplatz gefunden und drängelten sich in den Gängen und auf der „Schlenki-Plattform“.

Florian Müller, Busfahrer-Azubi und Sven Pakosch, von den Chemnitzer Verkehrsbetrieben, drängelten sich durch die Reihen, öffneten die Dachluken („Unsere Klimaanlage“) und verkauften nostalgische Fahrscheine als Spende für den Erhalt der Oldtimer-Busse.

 Am Ende zeigte sich der Geschäftsführer von Cottbusverkehr, Ralf Thalmann, mit der Resonanz beim diesjährigen Tag der offenen Tür sehr zufrieden. laut Medienbreichten verriet er auch den Öffnungstermin des neuen Verkehrsknotens am Hauptbahnhof: Avisiert ist offenbar der 4. August.