Nach Leihmutter-Debatte: Die Rücktrittserklärung Jens Spahns im Wortlaut

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn ist zurückgetreten. Mit einem Schreiben erklärte er seinen Rücktritt.
JOHN MACDOUGALL/afp- Jens Spahn trat als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück.
- Auslöser war die Debatte über seine Elternschaft per Leihmutter in den USA.
- Er begründete den Schritt mit dem Konflikt zwischen Amt und Familiengründung.
- Friedrich Merz nannte den Rücktritt „richtig und unvermeidlich“ – Spahn dankte der Fraktion.
- Spahn bat um menschlichen Ton in Debatten und betonte: Seine Familie ist ihm am wichtigsten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach einer Debatte um seine Elternschaft mittels Leihmutter in den USA, hat der bisherige Unionsfraktionschef Jens Spahn nun die Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten. Bundeskanzler Friedrich Merz reagiert auf den Rücktritt und nennt diesen „richtig und unvermeidlich“.
Rücktrittserklärung Spahns im Wortlaut
„Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete. Beiden danke ich für das in mich gesetzte Vertrauen.
Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt. Denn der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist größer geworden, als ich es erwartet hatte.
Es war mir eine große Ehre, Vorsitzender unserer gemeinsamen Fraktion sein zu dürfen. Ich danke ganz besonders Alexander Hoffmann und dem gesamten Fraktionsvorstand für die immer vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit. Auch Matthias Miersch möchte ich ausdrücklich für die gute und enge Zusammenarbeit danken. Diese war ein Stabilitätsanker für die Koalition.
Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung hat mich sehr nachdenklich gemacht. Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben. Denn das zeichnet uns als christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus.
Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste.
Ich danke Euch allen für die gemeinsame Arbeit in den letzten 14 Monaten und wünsche Euch alles Gute! Euer Jens Spahn“
Spahn legte politische Zukunft in die Hand der Fraktion
Die Elternschaft von Spahn zog sehr weite Kreise, weil er und sein Mann die Hilfe einer Leihmutter in Anspruch nahmen. Kurz darauf erklärt er sich und legte die Entscheidung über seine politische Zukunft in die Hand seiner Fraktion.
