Midterms 2026 Umfrage
: So eng wird die Wahl – winkt wirklich ein Erdrutschsieg?

Donald Trump steht bei den Midterms nicht direkt zur Wahl – das könnte die „blaue Welle“ bremsen. Doch wie aussagekräftig sind die Umfragen und Prognosen?
Von
Michael Maier
Washington
President Trump Holds Midterm Rally In Kansas Days Before Election: SALINA, KANSAS - NOVEMBER 01: U.S. President Donald Trump leaves the stage after speaking at a campaign rally at Salina Regional Airport on November 01, 2026 in Salina, Kansas. Trump is campaigning in Dubuque, Iowa and Salina, Kansas ahead of Tuesday’s midterm elections.   Andrew Harnik/Getty Images/AFP (Photo by Andrew Harnik / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Trump mit Wahlkampf-Käppi auf einer Bühne in Kansas.

ANDREW HARNIK/afp
  • Midterms rücken näher: Demokraten liegen beim Repräsentantenhaus vorn, Senat bleibt offen.
  • Reuters/Ipsos: Beim Generic Ballot führen Demokraten mit 53 Prozent vor 44 Prozent.
  • 270toWin: 220 Sitze gelten den Demokraten sicher, 196 den Republikanern, 19 offen.
  • Senat: Demokraten kommen laut Konsens auf 49 Sitze, Republikaner auf 46, fünf unentschieden.
  • Trumps Zustimmung liegt laut Nate Silver bei 37,3 Prozent – hohe Ablehnung belastet Republikaner.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Donald Trump steht bei den Midterms am 3. November nicht selbst auf dem Stimmzettel. Trotzdem könnte die Wahl seinen politischen Handlungsspielraum deutlich einschränken. Die vorliegenden Umfragen und Prognosen zeigen einen Vorteil der Demokraten im Repräsentantenhaus. Auch im Senat haben sie Chancen auf eine Mehrheit, dort ist der Ausgang aber unsicherer. Wichtig ist die Unterscheidung: Präsidentenzustimmung, Wahlabsichten und Sitzprognosen messen jeweils etwas anderes.

Demokraten führen bei Generic Ballot

Die sogenannte Generic-Ballot-Frage lautet sinngemäß: Würden Sie bei der Kongresswahl für den Kandidaten der Demokratischen Partei oder für den Kandidaten der Republikanischen Partei stimmen? Sie fragt nach der Parteipräferenz, ohne einzelne Kandidaten namentlich zu nennen.

In einer Reuters/Ipsos-Erhebung vom 22. bis 26. Oktober entscheiden sich unter voraussichtlichen Wählern 53 Prozent für die Demokraten und 44 Prozent für die Republikaner. Die Demokraten liegen damit neun Prozentpunkte vorn. Enthalten sind auch Befragte, die zu einer Partei tendieren.

US-Midterms - El-Sayed: Der demokratische Senatskandidat aus Michigan, Abdul El-Sayed, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung. (zu dpa: «Auf diese Rennen sollte man bei den US-Zwischenwahlen achten»)

Für den Senat in Michigan werden dem demokratischen Kandidaten Abdul El Sayed nach Antisemitismus-Vorwürfen nur geringe Chancen eingeräumt.

Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Das Ergebnis zeigt einen deutlichen demokratischen Vorsprung bei der landesweiten Wahlabsicht. Eine Sitzverteilung lässt sich daraus jedoch nicht unmittelbar ableiten: Im Repräsentantenhaus entscheiden einzelne Wahlkreise, in denen auch Kandidaten und lokale Besonderheiten zählen.

Die Studie umfasst 1679 Erwachsene. Ihre Fehlerspanne von ±2,4 Prozentpunkten gilt für die gesamte Stichprobe, nicht ohne Weiteres für die kleinere Gruppe der voraussichtlichen Wähler.

Repräsentantenhaus-Umfragen

Für die Mehrheit im vollständig besetzten Repräsentantenhaus sind 218 von 435 Sitzen nötig. Der aggregierte Konsens aus gesammelten Umfragen beim Portal „270toWin“ mit Stand Ende Oktober ordnet 220 Sitze sicher der demokratischen und 196 der republikanischen Seite zu – 19 Rennen bleiben offen.

Gewännen die Demokraten alle ihnen zugerechneten Wahlkreise, hätten sie also auch ohne die offenen Rennen eine knappe Mehrheit. Allerdings umfasst diese Zuordnung auch Sitze, die nur zu ihnen tendieren. Schon wenige abweichende Ergebnisse könnten die Rechnung verändern.

Knappe Umfragen im Senat

Im Senat stehen derzeit 53 Republikanern 45 Demokraten und zwei mit ihnen organisierte Unabhängige gegenüber. Nach der Aufstellung der Senatspressestelle verteidigen die Republikaner bei den 35 anstehenden Wahlen 22 Sitze, die Demokraten 13.

Das demokratische Lager benötigt einen Nettogewinn von vier Sitzen für eine Mehrheit von 51. Bei einem Patt von 50 zu 50 gibt der republikanische Vizepräsident den Ausschlag.

Der 270toWin-Konsens für den Senat von Ende Oktober zählt 49 Sitze zum demokratischen Lager einschließlich der Unabhängigen und 46 zu den Republikanern; fünf bleiben offen. Mitgezählt sind die Sitze, die nicht zur Wahl stehen. Eine demokratische Mehrheit ist damit möglich, aber keineswegs sicher. Abdul El Sayed, dem umstrittenen Kandidaten der Demokraten in Michigan werden zum Beispiel eher geringe Chancen auf einen Einzug in den Senat zugeschrieben.

Trump in Umfragen ganz unten

Das „Silver Bulletin“, ein Newsletter von Statistiker und Autor Nate Silver, weist mit Aktualisierungsstand 30. Oktober 37,3 Prozent Zustimmung und etwa 60 Prozent Ablehnung für Donald Trump aus. Der Durchschnitt gewichtet Umfragen unter anderem nach Qualität, Aktualität und Stichprobengröße.

Senat hat mehr Macht als Repräsentantenhaus

Das ist ein ungünstiges politisches Umfeld für republikanische Kandidaten. Es bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder mit Trump unzufriedene Bürger demokratisch wählen wird. Während einerseits Trumps Amtsführung negativ bewertet wird, erfasst die Generic-Ballot-Frage die Parteipräferenz bei der Kongresswahl, zu der auch viele gemäßigte Republikaner jenseits des „MAGA“-Flügels antreten. Mehrere Trump-Anhänger waren zuletzt bei internen Vorwahlen durchgefallen.

Eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus könnte Trumps Gesetzes- und Haushaltsvorhaben blockieren oder Zugeständnisse erzwingen. Der Kongress entscheidet über Gesetzgebung sowie Steuer- und Ausgabenpolitik und kontrolliert die Regierung.

Ein Verlust des Senats würde Trump zusätzlich bei Personalentscheidungen einschränken: Die Kammer bestätigt zahlreiche Nominierungen, etwa für Bundesgerichte und Regierungsämter. Ein Mehrheitswechsel beendet jedoch nicht seine Präsidentschaft.

Die Daten sprechen somit besonders im Repräsentantenhaus für einen möglichen Machtwechsel. Wie stark Trump tatsächlich eingeschränkt wird, entscheiden Wahlbeteiligung und Einzelergebnisse – nicht die Prognosen.