Explosionen in Caracas: USA greifen Ziele in Venezuelas Hauptstadt an

Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Venezuelas Hauptstadt Caracas zu hören waren.
Matias Delacroix/AP/dpa- USA greifen militärische und zivile Ziele in Caracas an – Explosionen und Rauch in der Hauptstadt.
- Venezuelas Regierung wirft USA Verletzung der UN-Charta und Interesse an Ölreserven vor.
- US-Militär verstärkte seit Monaten Präsenz in der Karibik, offiziell gegen Drogenschmuggel.
- US-Präsident Trump genehmigte Angriffe, laut CBS News; Kolumbiens Präsident warnt vor Eskalation.
- Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt, Förderung bleibt wegen Sanktionen begrenzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die USA haben Venezuela in der Nacht zu Samstag (3. Dezember 2026) angegriffen. Dabei wurde Machthaber Nicolás Maduro festgenommen und außer Landes gebracht. Wie die US-Justizministerin Pam Bondi mitteilte, sind der Staatschef und seine Ehefrau in New York angekommen, wo ihnen unter anderem wegen Drogenhandel und Terrorismus der Prozess gemacht werde.
In Venezuela ist der nationale Notstand ausgerufen und die Mobilisierung der Bevölkerung angeordnet worden. Laut der Vizepräsidentin Delcy Rodríguez wurden bei den Angriffen Soldaten und Zivilisten getötet. „Wir verurteilen diesen Angriff auf unser Volk, der Beamten, Soldaten, Unschuldigen und Zivilisten das Leben gekostet hat“, sagte Rodríguez im Staatsfernsehen.
Verteidigungsminister Vladimir Padrino kündigte Widerstand an. Das Land beantragt zudem eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats. In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Caracas wurde den USA überdies vorgeworfen, auch Wohngebiete bombardiert zu haben.
Explosionen und Rauchsäulen über Hauptstadt Caracas
In venezolanischen Medien und in sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von Explosionen und Rauchsäulen in der Hauptstadt Caracas zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Nahe dem Präsidentenpalast Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der venezolanischen Sicherheitskräfte zu sehen.
USA zieht massive Streitmacht vor Venezuela zusammen
Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den letzten Monaten eskaliert. Seit September 2025 hatte das US-Militär in der Karibik und im Pazifik mehrfach angeblich mit Drogen beladene Boote angegriffen. Dabei wurden nach US-Regierungsangaben mehr als 100 Menschen getötet.
Zuletzt hatten US-Streitkräfte Trump zufolge einen angeblichen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela angegriffen. „Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden“, sagte er.

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas zu hören waren.
Matias Delacroix/AP/dpaZudem bauten die US-Streitkräfte ihre Präsenz in der Karibik massiv aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der weltgrößte Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ - begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber - in die Region verlegt. Offiziell richtet sich der Einsatz „Südlicher Speer“ („Southern Spear“) gegen den Drogenschmuggel.
Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland - und zwar vor allem für den europäischen Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert.
Nach Maduros von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl 2024 erkennt die Regierung in Washington den Linkspolitiker nicht mehr als rechtmäßigen Staatschef an. Außerdem wirft sie ihm vor, selbst in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Für Informationen, die zu Maduros Festnahme führen, haben die USA eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.
Bundesregierung blickt mit Sorgen auf US-Militäreinsatz
Die Bundesregierung hat sich mit Blick auf den US-Militäreinsatz in Venezuela besorgt gezeigt. „Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge“, hieß es am Samstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Die Lage in dem südamerikanischen Land „ist derzeit in Teilen noch unübersichtlich“. Das Außenministerium stehe „im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas“. Der Krisenstab der Bundesregierung werde im Laufe des Tages zusammentreten. Von Reisen nach Venezuela rät das Auswärtige Amt in Berlin derzeit dringend ab.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich zur Situation in Venezuela geäußert. „Wir stehen an der Seite der Bevölkerung von Venezuela und unterstützen einen friedlichen, demokratischen Übergang“, schrieb sie auf X. Eine Lösung für den Konflikt müsse im Einklang mit internationalem Recht und der UN-Charta sein. „Wir sorgen dafür, dass die EU-Bürger in diesem Land auf unsere volle Unterstützung zählen können.“
Und was werden die vielen Menschen aus Venezuela, die in den vergangenen Jahren aus ihrer Heimat fliehen mussten, über den US-Militäreinsatz denken. Die massive Wirtschaftskrise, aber auch staatliche Unterdrückung und Gewalt haben zu einer massiven Auswanderungswelle aus Venezuela geführt. Auch viele gut ausgebildete Arbeitskräfte sind längst abgewandert. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben mittlerweile 7,9 Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen – das entspricht etwa einem Viertel der Gesamtbevölkerung. Die meisten Venezolaner leben in den lateinamerikanischen Nachbarstaaten, aber viele versuchen auch in den USA oder in Europa ihr Glück. Im Jahr 2025 kamen in der EU erstmals die meisten Asylbewerber aus Venezuela.
Menschen aus Venezuela haben mittlerweile eine zweite Heimat auch in vielen Städten Deutschlands gefunden. So gibt es eine venezolanische Community in Weißwasser in Sachsen. Familie Torres beispielsweise verkaufte ihr Haus in Venezuela, um sich die Flugtickets nach Deutschland kaufen zu können. Hier angekommen, zogen sie nach Weißwasser, wo bereits ihre Tochter lebt. Neben ihnen gibt es etwa 30 weitere venezolanische Familien in der Stadt, schätzen sie. Das liegt auch daran, dass in Deutschland die meisten Flüchtlinge aus Venezuela Kommunen in Sachsen zugewiesen werden.
Weltgrößte Ölreserven in Venezuela
Maduro wiederum unterstellt den USA, es auf Venezuelas riesige Ölreserven abgesehen zu haben. Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Wegen Sanktionen, Missmanagement und fehlender Investitionen bleibt die Förderung allerdings weit hinter den Möglichkeiten zurück.