Die Corona-Krise führt nicht nur zu Kurzarbeit, manche verlieren ihre Jobs, weil Unternehmen und Branchen ins Trudeln geraten. Die Zahl der Arbeitslosen ist bundesweit deutlich gestiegen. Was bei drohendem Jobverlust zu tun ist, wo man sich wie schnell melden muss und wie sich Arbeitslosigkeit auf die Rente auswirkt, wird hier beantwortet.

Was muss man als erstes tun, wenn der Job gekündigt wird?

„Bei der Kündigung ist es wichtig, dass sich die betroffenen Menschen unverzüglich innerhalb von drei Tagen bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden“, sagt Christian Ludwig, Pressesprecher der Agentur für Arbeit. Wenn Arbeitsverträge befristet sind, muss die Meldung drei Monate vor dem Auslaufen des Vertrages erfolgen. Eine Verspätung kann finanzielle Nachteile bringen, wenn man Arbeitslosengeld beantragen muss.

Wie kann man sich arbeitslos melden?

Zurzeit ist es empfehlenswert, sich über die Internetseite der Arbeitsagentur zu melden, weil die Agenturen nur in dringenden Fällen persönliche Termine anbieten oder die Telefonhotlines teilweise ausgelastet sind. Der Antrag auf Arbeitslosengeld I kann online heruntergeladen und ausgefüllt werden. Derzeit kann man die Unterlagen auch per E-Mail, Post oder über den E-Service der Arbeitsagentur einreichen.

Wer bekommt Arbeitslosengeld?

Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung, erklärt Ludwig. Einen Anspruch darauf hat jeder, der in den 30 Monaten vor Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt war. Dabei können mehrere Beschäftigungen zusammengerechnet und Ersatzzeiten wie Mutterschaft, Kindererziehung oder Freiwilligendienst angerechnet werden.

Wie hoch fällt das Arbeitslosengeld aus?

„Es errechnet sich nach dem bisherigen Einkommen“, erklärt der Experte der Arbeitsagentur. Grundlage der Berechnung ist das Brutto-Arbeitsentgelt der vergangenen 12 Monate. Daraus wird ein Netto-Entgelt pro Tag errechnet. 60 Prozent dieses Netto-Entgelts sind der Betrag, den man als Arbeitslosengeld pro Tag erhält. Er erhöht sich für Eltern auf 67 Prozent.

Wie lange wird Arbeitslosengeld gezahlt und was passiert danach?

Wie lange das Arbeitslosengeld läuft, hängt von zwei Faktoren ab: wie lange die Menschen versicherungspflichtig waren und wie alt sie sind, erklärt Ludwig. „Menschen unter 50 Jahren können höchstens 12 Monate lang Arbeitslosengeld erhalten. Menschen über 50 Jahren können bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld beziehen.“ Konnte bis zum Auslaufen des Arbeitslosengeldes keine Beschäftigung aufgenommen werden oder reicht das Einkommen trotz Arbeit nicht aus, können die Menschen Grundsicherung beantragen, die auch Arbeitslosengeld II oder umgangssprachlich Hartz IV genannt wird.

Was passiert mit den Sozialversicherungen in Zeiten der Arbeitslosigkeit?

Bei Arbeitslosigkeit übernimmt die Arbeitsagentur die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Unter bestimmten Voraussetzungen erstattet die Arbeitsagentur auch Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Altersvorsorge, erklärt der Pressesprecher.

Wie wirkt sich eine Phase der Arbeitslosigkeit auf die Rente aus?

Erhalten sie Arbeitslosengeld, gelten diese Zeiten grundsätzlich als Pflichtbeitragszeiten, wenn Sie im Jahr zuvor zuletzt versicherungspflichtig waren, erklären die Experten der Deutschen Rentenversicherung. Der Beitrag werde auf Grundlage von 80 Prozent des letzten Bruttoarbeitsentgelts berechnet. Die Rente steige damit nicht weiter wie zuvor, weil sich der Beitrag aus einem niedrigeren Verdienst errechne.

Wie suche und finde ich einen neuen Job?

Arbeitslose finden in der Jobbörse Stellen und Arbeitsangebote, sagt Ludwig. Dazu empfehle es sich, die persönlichen Kontakte zu nutzen, Netzwerke aufzubauen und sich initiativ bei Unternehmen vorzustellen. Derzeit wird es in vielen Branchen aber nicht einfach sein, einen neuen Job zu finden. Laut einer DIHK-Umfrage wollen derzeit nur 3 Prozent der befragten Unternehmen zusätzliches Personal einstellen, 34 Prozent wollen Personal eher abbauen, der Rest bleibt bei seinen bisherigen Plänen.