Bilanz der „GenZ“-Proteste
: Weniger Menschen als erwartet gehen in deutschen Städten auf die Straße

Bei den Demonstrationen sind Zehntausende für Klimaschutz und bessere Bildung auf die Straße gegangen. Doch die Sorge vor Gewalt überschattete vielerorts die Inhalte.
Von
Markus Brauer
Köln/Frankfurt/Berlin
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Teilnehmer einer Demonstration in Leipzig zünden Pyrotechnik und zeigen ein Transparent mit der Aufschrift "Kämpfen wie die Jugend in Frankreich". Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 Städten aufgerufen. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein.

Teilnehmer einer Demonstration in Leipzig zünden Pyrotechnik und zeigen ein Transparent mit der Aufschrift „Kämpfen wie die Jugend in Frankreich". Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 Städten aufgerufen. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein.

Sebastian Willnow/ dpa
  • Bundesweite „GenZ regelt“-Proteste: weniger Teilnehmende als von Organisatoren erhofft.
  • In Köln, Berlin, München und Frankfurt meldete die Polizei teils Pyrotechnik, sonst meist friedlich.
  • Zahlen laut Polizei: Berlin Spitze 5000, Frankfurt rund 8000, München etwa 4000, Leipzig rund 6000.
  • Köln stoppte den Zug als Standkundgebung, Teilnehmerzahl dort deutlich unter 15.000 Anmeldung.
  • Anliegen der Initiative: mehr Klimaschutz, bezahlbares Leben und Ablehnung der Wehrpflicht.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

An den bundesweiten Jugendprotesten der Gruppierung „GenZ regelt“ haben am Samstagnachmittag (31. Oktober) zahlreiche Menschen teilgenommen. Die Polizei meldete in einigen Städten den Einsatz von Pyrotechnik, weitgehend blieb es aber friedlich.

So liefen die Proteste in deutschen Städten ab

Unter anderem in Frankfurt am Main wurde der Demonstrationszug wegen Pyrotechnik zwischenzeitlich angehalten, wie die Polizei mitteilte.

In Köln teilten die Beamten mit, die Versammlung werde „weiterhin als Standkundgebung“ fortgesetzt. „Wir haben festgestellt, dass in der Versammlung von Teilnehmenden Pyrotechnik gezündet wird“, erklärte die Kölner Polizei in ihrem Kanal im Messengerdienst Whatsapp. Das sei „sehr gefährlich“ und „nicht akzeptabel“. In Köln sagte eine Polizeisprecherin zunächst, die Teilnehmerzahl der dortigen Proteste liege „deutlich“ unter den von den Organisatoren angemeldeten 15.000 Teilnehmern. Genaue Angaben zur Teilnehmerzahl mache die Kölner Polizei nicht.

In Berlin schätzte die Polizei, dass in der Spitze 5000 Menschen an der Demonstration teilnahmen. Dort gab es eine vorläufige Festnahme, wie eine Sprecherin mitteilte. Aber auch in der Hauptstadt blieb es demnach weitgehend friedlich.

In Frankfurt ging die Polizei von rund 8000 Teilnehmenden aus und in München gab die Polizei einen Zwischenstand von etwa 4000 Demonstrierenden aus.

Geringerer Zulauf als erwartet

Damit blieb der Zulauf zu den Protesten niedriger als von den Organisatoren erhofft. Köln, Berlin, München und Frankfurt galten als die Städte mit den größten Anmeldezahlen. Laut Homepage der Organisatoren hatten sich dort insgesamt mehr als 50.000 Menschen angemeldet.

In diesen vier Großstädten veranstaltete „GenZ regelt“ eigene Kundgebungen für bessere Bildung und ein bezahlbares Leben, in 30 weiteren Städten konnten sich Interessenten örtlichen Initiativen anschließen. Deutschlandweit hatten fast 180.000 Menschen für die Demos zugesagt.

In Leipzig gingen nach Angaben der Stadt rund 6000 Menschen auf die Straße. Demnach blieb die Kundgebung auch dort zunächst friedlich.

In Freiburg nahmen laut Polizei in der Spitze etwa 3500 Teilnehmer teil, demnach war die Versammlung dort gegen 15.45 Uhr beendet.

Für Hamburg schätzte ein örtlicher Polizeisprecher die Teilnehmer auf eine „mittlere vierstellige“ Zahl. Vereinzelt zündeten Demonstrierende dort Pyrotechnik, ansonsten sei zunächst „alles gut“ geblieben.

Am Rande einer Demonstration der Initiative „Genz Z" in Köln  fliegen Pyrotechnik und Böller.

Am Rande einer Demonstration der Initiative „Gen Z" in Köln fliegen Pyrotechnik und Böller.

Thomas Banneyer/dpa

Unterwanderung durch Linksextreme befürchtet

„Gen Z“ bezeichnet in etwa die Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis Ende 20. Die Initiatoren fordern von der Politik ein stärkeres Eintreten für die Belange junger Menschen. Im Vorfeld hatten die deutschen Sicherheitsbehörden vor einer möglichen Unterwanderung etwa durch linksextreme Kräfte gewarnt.

Am Samstag gab es auch in Frankreich erneut Demonstrationen gegen gestiegene Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem. In den vergangenen Wochen waren bei Protesten dort hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Vor zwei Wochen kam es dabei zu massiven Ausschreitungen. Am vergangenen Wochenende kam es am Rande der Proteste erneut zu Gewalt, allerdings in einem deutlich geringeren Ausmaß. (mit AFP/dpa)