Berlin-Wahl
: 34,4 Prozent! AfD siegt ausgerechnet in Moschee-Wahllokal

Im Wahllokal in Räumen der Khadija-Moschee holt die AfD die meisten Stimmen. Die Gemeinde engagiert sich seit Jahren stark in der Nachbarschaft – und will das nun verstärken.
Von
dpa
Berlin
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Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin - Wahllokal: 20.09.2026, Berlin: Menschen gehen im Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow wählen. Am Sonntag (20.09.2026) findet in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus statt. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Menschen gehen im Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow wählen.

Christoph Soeder/dpa
  • Im Wahllokal in der Khadija-Moschee in Berlin-Pankow lag die AfD mit 34,4 Prozent vorn.
  • Es waren 321 gültige Stimmen, davon 112 für die AfD – die Linke erreichte 19 Prozent.
  • Auch in benachbarten Wahllokalen führt die AfD; gewählt wurde erneut auf dem Moschee-Gelände.
  • Imam Scharjil Khalid betont, Menschen wählten aus vielen Gründen, Kritik gab es im Netz.
  • Die Gemeinde verweist auf Nachbarschaftsarbeit und lädt zum Tag der offenen Moschee von 10 bis 19 Uhr ein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im einzigen Berliner Wahllokal, das sich auf dem Gelände einer Moschee befand, hat die AfD am besten abgeschnitten. Sie erreichte am Sonntag im Wahllokal im Gemeinderaum der Khadija-Moschee in Pankow 34,4 Prozent der Zweitstimmen vor der Linken mit 19 Prozent. 321 Menschen gaben gültige Stimmen ab, 112 votierten für die AfD. Auch in benachbarten Wahllokalen in der Gegend liegt die AfD vorn.

Das Wahllokal befand sich zum zweiten Mal auf dem Gelände der Moschee im Stadtteil Heinersdorf. In Gemeinderäumen christlicher und jüdischer Einrichtungen wurde ebenfalls gewählt. 

Imam Scharjil Khalid von der Khadija-Moschee hatte bereits vor dem Sonntag berichtet, auch bei der früheren Wahl hätten sich manche Wähler irritiert über den Ort gezeigt. In diesem Jahr habe es Kritik auf Internetportalen gegeben.

Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin - Wahllokal: Imam Scharjil Khalid steht auf dem Weg zum Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow. Am Sonntag (20.09.2026) findet in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus statt. (zu dpa: «AfD siegt in Moschee-Wahllokal – Gemeinde lädt Nachbarn ein»)

Imam Scharjil Khalid steht auf dem Weg zum Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow.

Christoph Soeder/dpa

„Menschen wählen Parteien aus ganz unterschiedlichen Gründen“

Nach der Wahl teilte Khalid mit: „Im ersten Moment fühlt es sich ein Stück weit so an, als hätten wir mit unserer jahrelangen Nachbarschaftsarbeit manche Menschen nicht erreicht. Gleichzeitig wäre es zu einfach, aus einer Wahlentscheidung automatisch auf die Haltung eines Menschen gegenüber Muslimen oder unserer Moschee zu schließen. Menschen wählen Parteien aus ganz unterschiedlichen Gründen.“

Die Khadija-Moschee sei seit fast zwei Jahrzehnten Teil von Berlin-Heinersdorf und engagiere sich kontinuierlich in der Nachbarschaft, sagte Khalid. Es gebe warme Mahlzeiten für obdachlose Menschen, Benefizläufe, Dialog-Veranstaltungen, Baumpflanzungen und Friedens-Fahrradtouren.

Für die Gemeinde sei das Wahlergebnis Anlass, den Austausch mit der Nachbarschaft weiter zu verstärken. Zum Tag der offenen Moschee am 3. Oktober lade sie deshalb von 10 bis 19 Uhr besonders die Menschen aus der Nachbarschaft zum persönlichen Austausch ein.