„Wird zu oft geklaut“: So wehren sich Sachsens Supermärkte gegen Kaffee-Diebe

Sachsens Supermärkte müssen aufrüsten: Weil Kaffee neuerdings zu oft geklaut wird, muss der jetzt extra gesichert werden.
Fabian Sommer/dpaIn Sachsen Supermärkten wird laut Handelsverband Sachsen in letzter Zeit verstärkt ein Alltagsprodukt gestohlen: Kaffee! Viele Supermarktbetreiber sind nun gezwungen, das Produkt gezielt zu sichern. Mit Folgen für den Umsatz und das Einkaufserlebnis.
Immer mehr Ladendiebstähle in Sachsen
Die Zahl der Ladendiebstähle in Sachsen nimmt laut polizeilicher Kriminalstatistik seit Jahren zu. Das weiß auch René Glaser, Geschäftsführer des Handelsverbands Sachsen. Er geht sogar davon aus, dass die Situation eigentlich noch viel schlimmer ist, als die offiziellen Zahlen es vermuten lassen: „Zusätzlich rechnen wir als Verband mit einem hohen Dunkelfeld“, sagt Glaser. Das bestätigen auch andere Quellen, so sieht beispielsweise auch das Handelsforschungsinstitut EHI eine hohe Dunkelziffer von über 98 Prozent.
Sachsen Supermärkte sperren jetzt den Kaffee weg
In jüngster Zeit ist laut Handelsverband Sachsen Kaffee in den Fokus von Ladendieben geraten. Pulver und Bohnen seien in den letzten Wochen wegen schlechter Ernten zum Teil deutlich teurer geworden, sagte René Glaser. Gewerbsmäßige Ladendiebe und Banden hätten Kaffee offenbar als lohnendes Diebesgut für sich entdeckt. Die Tendenz bei den Handelsunternehmen gehe dahin, Kaffee ähnlich wie Spirituosen in Vitrinen zu sperren.
Anders als zu Hause dienen solche Vitrinen in Supermärkten weniger der Deko, sondern sollen vielmehr besonders hochpreisige Waren vor Diebstahl schützen. Meistens handelt es sich um teuren Alkohol. Manche Supermärkte und Discounter sperren auch schonmal besonders begehrte Technik-Angebote weg oder gar teure Rasierklingen.
Gern macht das niemand, denn für die Betreiber bedeutet das sinkenden Umsatz, für Kundinnen und Kunden ist es vor allem ein Zeitverlust, das Einkaufen wird zudem umständlicher.
So reagiert die Kundschaft auf den Diebstahlschutz
Für die Supermärkte ist das Wegsperren grundsätzlich immer der letzte Schritt. Denn, eine gute Lösung ist das laut Glaser nicht: „Erfahrungsgemäß sinken die Umsätze mit Produkten, die in Vitrinen stehen und die nur auf Verlangen vom Personal ausgegeben werden, spürbar.“ Für viele Kunden sei die Schwelle dann höher. Außer Kaffee sei ihm aber keine weitere Produktgruppe bekannt, die nun vermehrt weggesperrt werde.
