Dürre in Sachsen: Diese Landkreise haben schon „Pumpenverbot“

Eine rostige Kette liegt im ausgetrockneten Flussbett am Ufer der Elbe vor der Kulisse der Dresdner Altstadt. In Sachsen gelten aufgrund niedriger Pegelstände Abpumpverbote, es darf kein Wasser mehr aus Gewässern entnommen werden.
Sebastian Kahnert/dpaIn vielen Regionen ist es da bisher trockenste Jahr überhaupt, auch Sachsen leidet bereits unter der Dürre. Das hat auch drastische Folgen für Garten- und Grundstückseigentümer. Mehr und mehr Städte und Regionen schränken aktuell ein, wie viel Wasser aus Flüssen, Seen oder Brunnen entnommen werden darf. Oft darf tagsüber gar nicht mehr nicht gegossen werden.
Auch in Sachsen gibt es bereits aktive Wasserentnahme-Verbote. Welche Landkreise bereits auf die Trockenheit reagiert haben und was Betroffene des Bewässerungsverbotes beachten müssen.
In diesen sächsischen Landkreisen gelten Einschränkungen beim Bewässern
Sachsens Böden sind zu trocken, der Grundwasser spiegel konnte sich nach den Dürrejahren 2018 bis 2022 nicht erholen. Die ersten Landkreise haben darum jetzt die Wasserentnahme deutlich eingeschränkt oder sogar ganz verboten. Betroffen ist vor allem das Abpumpen aus Oberflächengewässern. Im Gegensatz zu Brandenburg, sind private Brunnen derzeit nicht von den Verboten betroffen.
Diese sächsischen Landkreise sind derzeit betroffen:
- Landkreis Nordsachsen:
Verbot der Wasserentnahme aus Flüssen, Seen und Bächen. Gilt auch mit Genehmigung. Bis 30. September 2025. - Stadt Dresden:
Verbot der Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern. Gilt bis Ende Oktober 2025. - Landkreis Meißen:
Wasserentnahme mit Pumpen und Schläuchen verboten. Gilt seit Juli 2025 bis 31. Oktober 2025. - Landkreis Zwickau:
Verbot der Entnahme mit Pumpen und Schläuchen aus Flüssen, Bächen, Seen. Seit Anfang Juli 2025 bis 31. Oktober 2025. - Landkreis Görlitz:
Wasserentnahme aus mehreren Gewässern verboten (u. a. Lausitzer Neiße). Verbote gelten abhängig vom Pegelstand. Weitere Ausweitung möglich. - Landkreis Bautzen:
Grundsätzliches Verbot der Wasserentnahme seit 2019. Nur Entnahme mit Handgefäßen erlaubt. Gilt bis auf Widerruf.
Im Landkreis Leipzig gibt es aktuell zwar kein Verbot, aber eine Prüfung läuft bereits. Auch der Landkreis Mittelsachsen (Freiberg) prüft Medienberichten zufolge derzeit ein Entnahmeverbot. Die letzten Einschränkungen gab es hier 2023.
Ab wann gilt ein Wasserentnahme-Verbot in Sachsen?
Ein Verbot, Wasser zu entnehmen, ist sehr drastisch und weist wiederum darauf hin, dass die Gewässerpegel in Sachsen derzeit viel zu niedrig sind. Wie niedrig, das zeigen Pegelkarten, beispielsweise die des Landeshochwasserzentrums. Sobald ein bestimmter Pegelstand unterschritten ist, müssen die Entnahmeverbote durchgesetzt werden. Aktuell ist das der Fall.
Sparsam Bewässern: Diese Tipps helfen, im Garten Wasser zu sparen
- Frühmorgens oder spätabends gießen – nie in der prallen Sonne!
- Wasser direkt am Wurzelballen ausbringen, nicht über die Blätter. Am effektivsten ist die Tröpfchenbewässerung. Alternativ können Brauseaufsätze ein zu schnelles oder nicht gleichmäßiges Versickern des Wassers verhindern.
- Regenwasser sammeln und bei Trockenheit nutzen. Dafür neue Tonnen oder Zisternen jetzt installieren.
- Nur so viel Wasser geben, wie die Pflanze braucht. Erst Wichtiges gießen, dann den Rest.
- Selten, aber durchdringend wässern – 1 bis 2 Mal pro Woche reicht, wenn eine ausreichende Mulchschicht den Boden bedeckt und die Pflanzen daran gewöhnt sind.
Mulchschicht hilft aktiv, Wasser zu sparen
Wer den eigenen Garten noch nicht klimagerecht umgestaltet hat, sollte jetzt damit beginnen. Eine der wichtigsten und effektivsten Maßnahmen (neben der Auswahl hitzeresistenter Pflanzen), ist das Mulchen. „Es verhindert, dass Wasser ungenutzt verdunstet“, erklärt Gärtnermeister Frank Schroeder. Bereits seit den 1980er-Jahren wird diese Methode angewendet. Dabei wird der Boden mit organischem (Rinde, Laub, Holzhäcksel oder Miscanthus) oder mineralischem Material (Kies oder Splitt) mehrere Zentimeter dick bedeckt.
Die Vorteile: weniger Gießen, gesünderes Pflanzenwachstum, weniger Unkraut und kein Auflockern des Bodens nötig. Laut Staudengärtnermeister Till Hoffmann verbessert Mulchen das Mikroklima im Beet nachhaltig.
Dürre-Monitor: extreme Trockenheit vor allem im Osten
Im Dürre-Monitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung ist auf einer animierten Karte zu sehen, wie sich in den vergangenen zwei Wochen trotz der gelegentlichen Unwetter die Karte rötlicher einfärbt. Insbesondere im Osten Deutschlands wird die Karte immer rötlicher. Je dunkler der Rotton auf der Karte, desto trockener die Bodenschichten.
