Was ist los zu Pfingsten: Diese historischen Mühlen laden ein

Bockwindmühle im Ortsteil der Gemeinde Kottmar im Landkreis Görlitz im Südosten Sachsens nahe der Grenze zu Tschechien.
Robert Michael/dpaIn Brandenburg ist Kulturministerin Manja Schüle (SPD) Schirmherrin des 32. Deutschen Mühlentags. Mühlen seien nicht nur technische Wunderwerke, sie hätten auch immer wieder Kreative zu Gedichten, Liedern, Bildern angeregt, erklärte Schüle. „Und bis heute prägt ihr baukulturelles Erbe unsere Identität und steht für Zusammenhalt und Miteinander.“
Den Angaben zufolge beteiligen sich in Berlin und Brandenburg insgesamt 59 Mühlen an dem diesjährigen Aktionstag. Interessierte erhalten Einblicke in die Technik der Wasser-, Wind- und Motormühlen. Neben Besichtigungstouren werden aber auch Feste für Groß und Klein geboten.
Brandenburg und Berlin: Windmühlen im Oderbruch, Marzahn, Gatow, Neuruppin, Saalow, Am Mellensee
Beim diesjährigen Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag feiert die Bechliner Mühle in Neuruppin (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) 100-jähriges Bestehen. Auch die Scheunenwindmühle Saalow begeht ein Jubiläum – die Mühle in der Gemeinde Am Mellensee (Landkreis Teltow-Fläming) wird 30 Jahre alt, wie die Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg und das Brandenburger Kulturministerium mitteilten.
Auch die Bockwindmühle Wilhelmsaue im Oderbruch bietet Führungen an, Kinder können zudem kleine Windmühlen aus Tetrapaks basteln. Die Bockwindmühlen in den Berliner Ortsteilen Marzahn und Gatow sowie die Mühlen im Deutschen Technikmuseum können laut Programm ebenfalls besichtigt werden.
Eröffnung der historischen Mühlen in Sachsen
Bundesweit öffnen am Pfingstmontag rund 600 historische Mühlen ihre Türen für Besucher. Die offizielle Eröffnung wird an der Obermühle und der Bockwindmühle in Bad Düben (Landkreis Nordsachsen) gefeiert. In Sachsen sind insgesamt rund 100 Mühlen dabei. Eine davon ist die Bockwindmühle in Kottmarsdorf in der Lausitz. Der etwa 50 Tonnen schwere Riese aus Holz thront seit 1843 auf dem 435 Meter hohen Pfarrberg über dem Ort. Zum Mühlentag können Besucher bis ins Dachgebälk hinaufgehen.
„Glück zu“ dürfte das Motto auch in Grimma lauten. Während das Museum Wassermühle Einblicke in den Alltag eines Müllers um 1800 gibt, lockt die Schiffmühle mit einem kleinen Jahrmarkt rund um den historischen Nachbau. Um auch noch die Paltrockwindmühle zu erreichen, verkehrt stündlich der Kleinzug Schlendrian.
Erstmals Schmidt-Rottluff-Mühle dabei
Zum ersten Mal seit der Sanierung und Wiedereröffnung der denkmalgeschützten Wohnmühle Schmidt-Rottluff in Chemnitz beteiligt sich der Förderverein am Deutschen Mühlentag. „Wir schauen mit Spannung auf Pfingsten, denn wenn wir Glück haben, dann kehrt der historische Motor, der mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hat, rechtzeitig zu Pfingsten in die Mühle zurück“, so Sprecherin Brigitte Pfüller. Dieser war nach der Wiedereröffnung der Mühle im Dezember 2024 ausgefallen. Die Mühle Schmidt-Rottluff in Chemnitz erinnert an den Maler und „Brücke“-Mitbegründer Karl Schmidt-Rottluff, dessen Vater sich hier sein Geld als Müller verdiente.
Eine Pfingstwanderung in der Sächsischen Schweiz lässt sich mit einem Besuch der Neumannmühle im Kirnitzschtal verbinden. An ihrer Stelle soll bereits im 14. Jahrhundert eine kleine Schneidemühle gestanden haben. Die heutige Mühle ist Denkmal, Gaststätte und Herberge zugleich. Besucher können die restaurierte Holzschleiferei zur Papierherstellung in Aktion erleben.
„Die historischen Mühlen der sächsischen Dörfer prägen unseren ländlichen Raum und haben vor allem auf kulturbegeisterte Tagestouristen eine hohe Anziehungskraft“, so Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). Seit 1994 wird der Deutsche Mühlentag jährlich jeweils am Pfingstmontag ausgerichtet.
Das ist ein Beitrag der Deutschen Presseangentur.
