Waldbrände in Frankreich, Kroatien und Griechenland
: Karte zeigt, wo es aktuell in Europa brennt

In zahlreichen Regionen Europas kämpfen die Feuerwehren weiterhin gegen Wald- und Vegetationsbrände.
Von
Lukas Böhl
Berlin
Jetzt in der App anhören
Waldbrände in Großbritannien: 16.08.2026, Großbritannien, Merthyr Tydfil: Feuerwehrleute des South Wales Fire and Rescue Service bekämpfen einen Waldbrand in der Nähe von Dowlais Top. Foto: Ethan Fowler/JNA via ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Waldbrände in Großbritannien: 16.08.2026, Großbritannien, Merthyr Tydfil: Feuerwehrleute des South Wales Fire and Rescue Service bekämpfen einen Waldbrand in der Nähe von Dowlais Top. Foto: Ethan Fowler/JNA via ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ethan Fowler/JNA via ZUMA Press Wire/dpa

Besonders betroffen sind derzeit Teile von Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und dem Balkan. Aber auch in Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien und Rumänien gibt es größere Einsätze. Die Karte zeigt, wo aktuell Feuer und mögliche Brandherde registriert werden. Zoomen Sie heraus, um die gewünschten Länder zu sehen:

Stand: Montagmorgen, 17. August 2026.

In Frankreich gibt es weiterhin mehrere aktive größere Brände. Im südwestfranzösischen Département Landes brennt es bei Luglon, wo bereits rund 1.550 Hektar betroffen sind. Aktive Feuer werden außerdem bei Saurat in der Ariège und Brinon-sur-Sauldre im Département Cher gemeldet. Satelliten registrierten am Montagmorgen weiterhin neue Hitzequellen.

Besonders dramatisch ist die Lage in Griechenland. Auf der Insel Salamis bei Athen kamen bei zwei Bränden zwei Menschen ums Leben, mehr als 500 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Hunderte Feuerwehrleute waren mit Unterstützung aus der Luft im Einsatz. Auch am Montagmorgen wurden in Griechenland noch aktive beziehungsweise bestätigte Feuer unter anderem in Attika und auf Euböa registriert.

In Kroatien hat sich die Situation an der Adriaküste dagegen etwas beruhigt. Der schwere Brand zwischen Lokva Rogoznica und Omiš hatte einen langen Küstenabschnitt erfasst, mindestens einen Menschen getötet und Dutzende verletzt. Mehr als tausend Menschen mussten zeitweise evakuiert werden. Rund um Omiš sowie auf der Halbinsel Pelješac laufen weiterhin Sicherungs- und Nachlöscharbeiten. Weitere Feuer wurden zuletzt aus Dalmatien gemeldet.

Große Feuer auch in Spanien, Portugal und Belgien

In Spanien bleibt vor allem der Waldbrand bei Las Peñas de Riglos in Aragón ein Schwerpunkt. Das Feuer ist weiterhin aktiv, rund 17.500 Hektar sollen betroffen sein und mehr als 1.000 Menschen mussten ihre Wohnorte verlassen. Das riesige Feuer von Niebla in Andalusien, das rund 38.000 Hektar erfasst hat, gilt inzwischen als stabilisiert, ist aber noch nicht vollständig gelöscht.

Auch Portugal kämpfte zuletzt mit mehreren Bränden, vor allem im Norden des Landes rund um Chaves und Boticas. Dort waren am Wochenende mehrere Feuer gleichzeitig aktiv und hunderte Einsatzkräfte sowie Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz.

Ungewöhnlich groß ist der Waldbrand im Hohen Venn in Belgien. Rund 3.000 Hektar Naturfläche wurden bereits vom Feuer erfasst. Etwa 600 Bewohner und Touristen mussten ihre Unterkünfte verlassen. Das Feuer rückte zuletzt bis in Richtung der deutschen Grenze vor.

Auch Deutschland ist betroffen: Bei Schramberg in Baden-Württemberg hat sich ein Waldbrand in der Nacht zum Montag auf rund zehn bis zwölf Hektar ausgedehnt. Der große Brand im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen ist dagegen inzwischen weitgehend unter Kontrolle.

Balkan bleibt ein weiterer Schwerpunkt

Zahlreiche Brände gibt es weiterhin auf dem Balkan. In Albanien waren nach den jüngsten Behördenangaben noch mehrere Feuer aktiv, unter anderem im Raum Dibër, Mirditë, Gjirokastër und Vlorë. Auch Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Nordmazedonien meldeten am Wochenende aktive Brände. Besonders große Flächen sind in Serbien im Gebiet Deliblatska Peščara betroffen; in Bosnien und Herzegowina unterstützt auch das Militär die Löscharbeiten aus der Luft.

In Italien läuft unter anderem in Friaul-Julisch Venetien ein größerer Einsatz: Ein Waldbrand bei Tolmezzo breitete sich über den Monte Amarianute aus und führte zur Evakuierung einer kleinen Ortschaft. Auch Rumänien meldete zuletzt größere Wald- und Vegetationsbrände im Kreis Caraș-Severin, darunter im Nationalpark Domogled.

In Großbritannien brennen zudem weiterhin zahlreiche Vegetations- und Moorflächen. Besonders hartnäckig ist das Feuer bei Blaenavon in Südwales, das sich über mehrere tausend Hektar ausgedehnt hat. Am Sonntag wurden landesweit noch mehrere Dutzend Brände gemeldet. Auch an der West- und Südküste der Türkei liefen nach den jüngsten Meldungen noch Einsätze gegen mehrere Waldbrände.

Was zeigt die Waldbrandkarte?

Die eingebundene Karte macht die aktuelle Lage in Europa sichtbar und zeigt satellitengestützte Feuer- beziehungsweise Hitzeerkennungen. Solche Daten ermöglichen einen schnellen Überblick, erfassen aber nicht ausschließlich bestätigte Waldbrände. Auch landwirtschaftliche Feuer oder andere starke Wärmequellen können als Hotspot erscheinen.

Umgekehrt kann ein Brand zeitweise nicht auf der Karte erscheinen, etwa wenn Wolken oder dichter Rauch die Sicht der Satelliten behindern. Die Karte ist deshalb vor allem als aktueller Überblick über die Brandaktivität in Europa zu verstehen. Für konkrete Gefahrenlagen und Evakuierungen sind die Informationen der örtlichen Behörden maßgeblich. Das europäische Waldbrandinformationssystem EFFIS weist derzeit in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas sowie auf der Iberischen Halbinsel eine hohe bis teilweise sehr extreme Waldbrandgefahr aus.