Waldbrände in Frankreich: Feuer rückt Bordeaux näher - Karte zeigt die aktuellen Brände in Südfrankreich

Waldbrände in Frankreich aktuell: Ein Feuerwehrmann geht vor brennenden Bäumen vorbei, während in der Nähe von Marcheprime, außerhalb von Bordeaux, Frankreich, ein Waldbrand wütet.
Emma Da Silva/AP/dpaDie Feuerwehrleute bekommen die starken Waldbrände in Südfrankreich nicht unter Kontrolle. Ein Feuer ist mittlerweile nahe an die Großstadt Bordeaux herangerückt. Wie ist die Brand-Lage in Frankreich aktuell?
Waldbrände in Frankreich aktuell - Karte zeigt die Lage
In Frankreich haben tausende Einsatzkräfte am Wochenende weiter gegen die verheerenden Brände gekämpft. Der Sprecher des französischen Feuerwehrverbandes FNSPF, Eric Brocardi, sprach im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag von einem „David-gegen-Goliath-Szenario“.
In Frankreich wüteten die Flammen vor allem im Südwesten des Landes, wo sie sich laut Innenminister Laurent Nuñez zuletzt „unkontrolliert“ nahe der Stadt Bordeaux ausbreiteten. Am Sonntag rückten sie demnach bis auf 15 Kilometer an die Grenzen des Stadt-Großraums heran.
Nuñez zufolge blieb die Lage im ganzen Land auch weiter „sehr ungünstig“. 250.000 Menschen waren nach offiziellen Angaben bis Sonntagnachmittag von einer Evakuierungsaufforderung betroffen. Sie ist damit eine der bislang größten in Frankreich infolge von Bränden.
Die meisten Menschen wurden in der Region Gironde in Sicherheit gebracht, aber auch das benachbarten Département Landes war betroffen. Dort war ein weiterer Waldbrand nach Angaben der Behörden zwar „besser unter Kontrolle, aber noch nicht gestoppt“.
Eine Nasa-Karte zeigt die aktuellen Waldbrände in Südfrankreich und die Lage vor Ort.
Waldbrände aktuell: Evakuierung von Bordeaux vorerst ausgeschlossen
Zuvor hatte der Innenminister betont, Frankreich habe noch nie Brände in diesem Ausmaß erlebt. Er versprach, „alles zu tun“, um die Stadt Bordeaux zu schützen. Bürgermeister Thomas Cazenave schloss am Sonntag eine Evakuierung der 850.000-Einwohner-Großstadt vorerst aus. Er fügte hinzu: „Wir sind sehr wachsam. Wir sind auf alles vorbereitet.“
Allein in der Umgebung von Bordeaux wurden mindestens 240 Häuser zerstört, viele davon in der Gemeinde Le Porge. Am Wochenende beteiligten sich an den Einsätzen gegen die Flammen im Département Gironde rund 2500 Feuerwehrleute, 1500 Militärangehörige und etwa 1200 Polizisten.
Die wichtigste Autobahn südlich von Bordeaux sowie der Bahnverkehr wurden gesperrt. Die örtliche Präfektin Sophie Brocas appellierte an Touristen, dem Gebiet fernzubleiben und „andere Reiseziele in Betracht zu ziehen“.
42.000 Hektar Land in der Gironde fielen nach Angaben der Präfektur bislang den Flammen zum Opfer. Damit zählen die Brände in der Gegend zu den größten in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg. 1949 hatte ein Großbrand im Gebiet der Gascogne etwa 50.000 Hektar zerstört.
Wegen der Waldbrände: Krisentreffen mit Präsident Macron
Laut dem französischen Feuerwehrverbandssprecher Brocardi hat der Großbrand in Frankreich einen beispiellosen „Pyrocumulonimbus“ hervorgerufen - eine gigantische, unbezähmbare Feuerwolke, die ihre eigenen Winde erzeugt und Blitze mit sich bringt, die wiederum weitere Brände auslösen. „Es ist ein David-gegen-Goliath-Szenario“, sagte Brocardi der AFP. Die Feuerwehrleute hoffen ihm zufolge auf eine „Schwachstelle“, an der sie ansetzen können.
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wird am Montag um 10.00 Uhr ein Krisentreffen mit zuständigen Ministern abhalten, wie der Elysée-Palast mitteilt.
