Waldbrände in Deutschland: Karte zeigt, wo die Brandgefahr aktuell besonders hoch ist

Waldbrand im Hürtgenwald: 14.08.2026, Nordrhein-Westfalen, Hürtgenwald: Dichter Rauch eines Waldbrands im Hürtgenwald zieht über den Ortsteil Gey (Aufnahme mit Drohne). Am frühen Morgen hat die Evakuierung des Ortsteils Gey begonnen, in dem gut 1.800 Menschen leben. Zuletzt war gemeldet worden, dass die Flammen rund 400 Meter von dem Ort entfernt seien. Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Federico Gambarini/dpaDie anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr in Deutschland steigen. Die aktuelle Karte des Deutschen Wetterdienstes zeigt am Freitag in weiten Teilen des Landes eine hohe Gefahr. Stellenweise wird sogar die höchste Gefahrenstufe erreicht.
Große Teile Deutschlands sind rot eingefärbt. Das bedeutet Waldbrandgefahrenstufe 4 von 5 – eine hohe Gefahr. Lokal zeigt die Karte sogar dunkelrote Flächen und damit Stufe 5, „sehr hohe Gefahr“. Betroffen sind nach der aktuellen Darstellung unter anderem Bereiche im Südwesten Deutschlands sowie einzelne Gebiete in Mitteldeutschland.
Waldbrandgefahr in weiten Teilen Deutschlands hoch
Die erhöhte Gefahr beschränkt sich dabei nicht auf einzelne Bundesländer. Von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über Niedersachsen, Hessen und Bayern bis nach Brandenburg und Sachsen weist der DWD vielerorts die Gefahrenstufe 4 aus. Regionen mit deutlich niedrigerem Risiko sind auf der aktuellen Karte dagegen vergleichsweise selten.
Die fünfstufige Skala des DWD reicht von Stufe 1 für eine sehr geringe Gefahr bis Stufe 5 für eine sehr hohe Waldbrandgefahr. Der sogenannte Waldbrandgefahrenindex (WBI) beschreibt allerdings nicht, ob es an einem bestimmten Ort tatsächlich brennt. Er gibt an, wie groß das meteorologische Potenzial für die Entstehung und Ausbreitung eines Waldbrandes ist.
In die Berechnung fließen unter anderem Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Niederschlag und Strahlung ein. Zusätzlich berücksichtigt das Modell unter anderem die Feuchtigkeit der Streuauflage und des Bodens sowie die mögliche Ausbreitungsgeschwindigkeit eines Feuers. Der DWD berechnet daraus täglich die Gefahrenstufen für Deutschland.
Am Samstag könnte sich die Lage weiter verschärfen
Besonders auffällig ist die Prognose für Samstag, 15. August. Auf der DWD-Karte nehmen die dunkelroten Gebiete der höchsten Gefahrenstufe deutlich zu. Vor allem in Teilen Ostdeutschlands sowie im Südwesten Deutschlands wird dann verbreiteter mit einer sehr hohen Waldbrandgefahr der Stufe 5 gerechnet.
So weist die DWD-Prognose beispielsweise für mehrere Messstationen in Brandenburg für Samstag Stufe 5 aus. Auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erreichen einzelne Stationen die höchste Stufe.
Wie schnell sich die Situation verändert, hängt stark vom Wetter ab. Insbesondere Niederschlag kann die Berechnung des Waldbrandgefahrenindexes deutlich beeinflussen. Entsprechend sind Vorhersagen für die kommenden Tage mit größerer Unsicherheit verbunden als die Bewertung für den aktuellen Tag.
Was bedeutet eine hohe Waldbrandgefahr?
Eine hohe oder sehr hohe Gefahrenstufe bedeutet nicht automatisch, dass Wälder gesperrt werden oder bestimmte Verbote bundesweit gelten. Dafür sind die jeweiligen Behörden der Länder und Kommunen zuständig. Der DWD weist selbst darauf hin, dass die örtliche Einschätzung von seinem bundesweiten Waldbrandgefahrenindex abweichen kann.
Bei einer angespannten Waldbrandlage ist deshalb besonders wichtig, die Hinweise der örtlichen Behörden und Forstverwaltungen zu beachten. Schon ein kleiner Funke kann bei trockener Vegetation ausreichen, um ein Feuer auszulösen.
