Wal in der Ostsee aktuell
: So ist die Lage heute am Dienstag, 31.03.2026

Nach seiner Befreiung vor Timmendorfer Strand geriet der Buckelwal zwischenzeitlich erneut in der Wismarer Bucht in Schwierigkeiten. Wo befindet er sich heute und wie geht es weiter?
Von
David Hahn
Wismar
Jetzt in der App anhören
Buckelwal liegt weiter in Wismarbucht: HANDOUT - 30.03.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Wismar: Eine Drohnenaufnahme herausgegeben von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht. Dem in der Wismarbuch liegenden Buckelwal geht es nach wie vor nicht gut. Einer Meeresschutz-Expertin der Organisation Greenpeace zufolge wirkt der Wal weiterhin allgemein geschwächt. Foto: Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits; keine Archivierung, +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Drohnenaufnahme herausgegeben von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht. Am Montagabend bewegte sich das Tier mit steigendem Wasserstand und tauchte ab. Wo ist der Wal heute, am Dienstag, den 31.03.2026?

Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa

Nachdem sich der Buckelwal nach Tagen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand nach mehreren Rettungsaktionen befreien konnte, geriet er erneut in flachem Wasser vor Wismar in eine schwierige Lage. Seit gestern Abend ist das Tier wieder unterwegs. Die aktuelle Entwicklung am Dienstag gibt es hier im Überblick.

Wal in der Ostsee aktuell

Ein Buckelwal wurde am Dienstagmorgen erneut in der Ostsee vor Wismar gesichtet und schwimmt aktuell frei. Fachleute hoffen nun, dass er weiter nach Norden zieht.

Das Tier hielt sich seit mehreren Tagen in flachem Wasser auf. Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums bezeichnete die Situation nicht als klassische Strandung, sondern als sogenanntes „Leibaufsetzen“ in flachem Wasser. Am Montagabend bewegte es sich mit steigendem Wasserstand und tauchte anschließend ab.

Erleichterung von kurzer Dauer

Der Buckelwal ist seit Anfang März immer wieder an der Ostseeküste unterwegs. Zunächst wurde er im Hafen von Wismar gesichtet, später in der Lübecker Bucht und bei Steinbeck. Zwischenzeitlich hatte sich das Tier in einem Netz verfangen, aus dem es teilweise befreit wurde.

Vor Timmendorfer Strand strandete der Wal schließlich auf einer Sandbank, wo eine umfangreiche Rettungsaktion begann. In der Nacht zu Freitag gelang es ihm, sich durch eine von Baggern freigelegte Rinne selbst zu befreien. Bereits am Samstag wurde der Wal allerdings erneut in der Wismarer Bucht entdeckt.

Dort konnte er sich zwar zwischenzeitlich noch einmal selbst freischwimmen, blieb jedoch wenig später erneut in flachem Wasser an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle liegen. Augenscheinlich regungslos lag er am Sonntag dort, nur gelegentlich stieß er eine Wasserfontäne in die Luft. Seit Montagabend schwimmt der Wal wieder frei.

Größe und Gewicht des Buckelwals

Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärte gegenüber der dpa, das Tier sei vermutlich zwischen 12 und 15 Meter lang. Das Gewicht wird demnach auf etwa 15 Tonnen geschätzt. Eine genaue Altersbestimmung ist schwierig, unter anderem wegen Hautveränderungen, die im Zuge der Strandung aufgetreten sind.

Wismar: Was macht der Buckelwal in der Ostsee?

Experten vermuten, dass große Wale wie Buckelwale in die Ostsee gelangen, wenn sie auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und sich dabei verirren. Zusätzlich kann Unterwasserlärm ihre Orientierung stören. Vor allem jüngere Tiere erkunden häufiger neue Gebiete und geraten dadurch leichter in flache Bereiche. Nach Einschätzung von Sven Biertümpfel von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd handelt es sich vermutlich um ein junges männliches Tier, da Bullen eher weite Wanderungen unternehmen als Weibchen.

Die Ostsee ist kein natürlicher Lebensraum für große Wale, der Salzgehalt ist Experten zufolge dort nicht hoch genug. Heimisch sind dort lediglich Schweinswale, deren Bestände jedoch als bedroht gelten. Buckelwale hingegen gehören zu den größten Meeressäugern und können bis zu 15 Meter lang und rund 35 Tonnen schwer werden. Immer wieder werden einzelne Tiere in der Ostsee gesichtet, ein möglicher Grund ist laut Experten auch eine gewachsene Population. Viele Tiere finden später wieder den Weg zurück in die Nordsee. Strandungen bleiben selten, stellen aber aufgrund des enormen Gewichts und der Stressanfälligkeit der Tiere eine große Herausforderung für Rettungsteams dar.

Mit Material der dpa und AFP