Neue Betrugsmasche in Brandenburg
: Falsche Inkassobriefe in Cottbus und weiteren Städten

Die Verbraucherzentrale Brandenburg warnt vor einer neuen Betrugsmasche mit angeblichen Bußgeldbescheiden von Inkassounternehmen. Auch Cottbus war bereits betroffen.
Von
Nicole Züge
Cottbus
Jetzt in der App anhören
Eine Frau sitzt mit Smartphone und Laptop auf einer Bank: ILLUSTRATION - Gefälschte Finanzvermittlungsportale entlarven: Dafür kann etwa die «Warnliste Geldanlage» der Stiftung Warentest eine Anlaufstelle sein - sie listet zahlreiche Finanzfirmen auf, die unseriös sind. (zu dpa: «Lukrative Geldanlage? Bei Versprechen im Netz wachsam sein») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Die Verbraucherzentrale in Brandenburg warnt aktuell vor Phishing-E-Mails eines angeblichen Inkassounternehmens. Die Betrüger geben an, im Namen verschiedener Städte zu handeln. Auch Cottbus ist betroffen.

Christin Klose/dpa

Die Verbraucherzentrale in Brandenburg warnt aktuell vor einer neuen Betrugsmasche über gefälschte Inkassoschreiben. Auch angebliche Briefe im Namen der Stadt Cottbus liegen vor. Woran man den Betrug erkennt und was zu tun ist, klären wir hier.

Falsche Inkassobriefe: Davor warnt die Verbraucherzentrale

Laut der VBZ Brandenburg häufen sich die Fälle, in denen Betroffene per E-Mail Briefe mit Zahlungsaufforderungen erhalten. Angeblich stammen sie von der tatsächlich existierenden „COEO-Inkasso“. Auffällig ist, dass in den Briefen die vollständigen Anschriften der Empfängerinnen und Empfänger genannt werden. Anhand der Mailadresse des Absenders lässt sich jedoch erkennen, dass COEO nicht der tatsächliche Versender ist. Das Unternehmen distanziert sich nach Auskunft der Verbraucherzentrale ausdrücklich von den E-Mails.

Das steht in den betrügerischen Inkassobriefen

Inhaltlich wird behauptet, Kommunen hätten offene Bußgelder an COEO-Inkasso abgetreten. Der Verbraucherzentrale liegt ein Schreiben vor, in dem steht, die Stadt Cottbus hätte dem Inkassounternehmen ein „Portfolio offener Parkbußgelder“ übermittelt. Nun wird den vermeintlichen Falschparkern angeboten, „die Angelegenheit schnell und ohne förmliche Verfahren“ zu klären. In dem Fall würde das (falsche) Inkassounternehmen den Betroffenen sogar einen Nachlass von 50 Prozent auf die Gebühren gewähren. Auch ein Link zur Bestätigung für das angebotene Verfahren ist in der Mail enthalten.

Cottbus und weitere Städte betroffen

Die Stadt Cottbus warnt auf ihrer Webseite bereits vor den Betrugs-Mails. Manuel Helbig, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit der Stadt Cottbus/Chóśebuz, stellt klar: „Wir weisen mit Nachdruck darauf hin, dass es keinerlei Zusammenarbeit mit irgendeinem Inkassounternehmen gibt! Die Stadt Cottbus/Chóśebuz arbeitet bei Vollstreckungen mit keinem externen Unternehmen zusammen. Keinesfalls sollten Überweisungen an die in den E-Mails genannten Kontodaten getätigt werden.“ Neben Cottbus sind laut Verbraucherzentrale zahlreiche andere Städte betroffen, darunter Essen, Euskirchen, Köln, Malterdingen, München, Schleswig, Werdohl oder Schwedt/Oder.

Die Phishing-Mails nennen jeweils die Stadt, in der die Empfängerinnen und Empfänger leben sowie deren vollständige Adresse. Die Herkunft der Datensätze sei noch ungeklärt, so die Verbraucherschützer. Möglich sind Quellen wie öffentliche Telefonverzeichnisse, Adressdatenbanken aus Gewinnspielen oder Datenlecks bei Unternehmen. Auffällig ist, dass die Postleitzahl hinter dem Ortsnamen steht. Dieses Format ist im Ausland üblich, in Deutschland jedoch nicht. Das deutet darauf hin, dass die Betrüger aus dem Ausland agieren.

Falsche Mahnbescheide und Phishingmails: Wie reagieren?

Die Verbraucherzentrale empfiehlt: Nicht antworten! Eine Reaktion zeigt, dass die Adresse aktiv ist. Das führt in der Regel zu weiteren Betrugsversuchen und Spam. Auch Links sollen nicht angeklickt werden. Die Gefahr ist hoch, auf eine schädliche Website zu gelangen und Schadsoftware zu installieren. Im Zweifel sollen Betroffene direkt bei der eigenen Stadtverwaltung nachfragen, jedoch nicht über die in der Mail angegebenen Kontaktdaten, sondern über die offiziellen Mailadressen. Auch die Stadt Cottbus bietet dies auf ihrer Webseite an.