Urlaub und Nahostkonflikt
: Experte sagt, was jetzt bei Flügen wichtig ist

Der Nahostkonflikt wirkt sich auf viele Flugrouten aus, vor allem nach Asien, aber auch ans Mittelmeer. Was jetzt für Urlauber wichtig ist.
Von
Nicole Züge
Berlin
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ARCHIV - Im Nebel stehen die Hochhäuser der Skyline von Doha, Katar, am 15.0.2014. (Zu dpa "Katar drohen nach Ablauf von Ultimatum neue Sanktionen" vom 02.07.2017)) Foto: Yoan Valat/EPA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hochhäuser der Skyline von Doha, Katar, im Nebel. Der Flughafen hier ist ein wichtiges Drehkreuz für Asien-Flüge. Eine Luftraumsperrung betrifft aber nicht nur Asien-Flüge, sondern auch Reisen ans östliche Mittelmeer.

Yoan Valat/EPA/dpa

Nachdem der Iran zu Wochenbeginn Katar mit Raketen angegriffen hatte, wurde der Luftraum über den Golfstaaten gesperrt. Auch Katar war betroffen. Der Flughafen in der Hauptstadt Doha ist ein wichtiges Drehkreuz für Flüge nach Asien und in den Wintermonaten selbst ein beliebtes Reiseziel.

Was bedeutet der anhaltende Konflikt für Urlauber? Ein Sicherheitsexperte gibt eine Einschätzung zu alternativen Flugrouten und worauf Urlauber sich jetzt einstellen müssen, selbst bei Flügen ans Mittelmeer.

Katar: Luftraum geschlossen - Folgen für Reisende

Marcel Conrad, Chief Content Manager beim Reisesicherheits-Analysten A3M hatte bereits vor der Iran-Angriff auf Katar im Gespräch mit der Lausitzer Rundschau zu bedenken gegeben, dass Flüge nach Asien direkt vom Israel-Iran-Konflikts betroffen sein können. Ein Faktor sei die Zeit, weil Fluggesellschaften deutlich längere Strecken fliegen müssen, um die Konfliktregionen zu meiden, in denen sich allerdings wichtige Drehkreuze, wie eben auch Doha eines ist, befinden.

Flüge nach Asien: Gibt es eine Alternative zu Doha?

Katar, speziell der Flughafen in der Hauptstadt Doha, gehört nach Angaben des Sicherheitsexperten Conrad zur favorisierten Südroute, die über Ägypten, Saudi-Arabien, Katar, die VAE und den Oman nach Pakistan führt. Auch die Nordroute über Türkei, Armenien, Aserbaidschan und Turkmenistan wurde bereits kurz nach dem Angriff Israels stärker belastet. Reisende, die über die genannten Routen derzeit nach Asien möchten, sollten sich jetzt erst recht auf längere Flugzeiten, Verspätungen und auch Ausfälle einstellen.

Ein weiteres, beliebtes Drehkreuz auf dem Weg nach Asien ist Istanbul, erfahren wir von Marcel Conrad. „Grundsätzlich ist aber der Flugverkehr in der Region stärker belastet, das gilt auch für Istanbul.“  Auch Flüge ans östliche Mittelmeer können betroffen sein, weil Flugrouten und damit auch die Flugsicherung überlastet sind, so Marcel Conrad weiter. „Das kann sogar Flüge nach Griechenland oder in die Türkei betreffen“, warnt er.

Welche Maßnahmen können Urlauber zur Vorbereitung treffen?

Grundsätzlich ist es immer ratsam, sich über die aktuelle Lage vor Ort zu informieren. Dazu eignen sich besonders lokale Medien, die auf Englisch publizieren, da diese schneller und detaillierter als internationale oder deutsche Medien sind, rät Marcel Conrad. Soziale Medien sind natürlich ungeeignet, da dort viele Falschmeldungen kursieren. Vor Reiseantritt sollten Reisende außerdem einen kurzen Blick auf die Webseite ihrer Fluggesellschaft und/oder ihres Zielflughafens werfen, um über Einschränkungen im Idealfall vor Reiseantritt informiert zu sein. Prinzipiell ist es ratsam, bei einem namhaften Reiseveranstalter zu buchen, da Gäste dann im Ernstfall eine Rundum-Betreuung erhalten.

Das Auswärtige Amt rät Reisenden außerdem:

  • Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts bzw. prüfen Sie, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind.
  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien. Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen besonders aufmerksam. Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Wenden Sie sich bei Fragen zu Flügen bzw. zu Umbuchungsmöglichkeiten direkt an Ihre Fluglinie oder Ihren Reiseanbieter.
  • Folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte.

Wie gut sind Fluggesellschaften und Reiseveranstalter vorbereitet?

Wegen längerer Flugzeiten auf Flugrouten nach Asien ist immer mit Verspätungen zu rechnen. Einige Fluggesellschaften reagieren auf die längeren Flugzeiten, indem sie geplante Transitaufenthalte um wenige Stunden verlängern. Grundsätzlich können die längeren Flugzeiten aber natürlich auch dazu führen, dass Flugreisende den Weiterflug verpassen, sagt Conrad. Das höchste Gut ist bei der Bewertung der Lage immer die Sicherheit der Passagiere und Besatzungen, gibt der Sicherheitsspezialist zu denken, „daher sind Flugstreichungen nicht die schlechteste aller Optionen.“