Unwetter in Indien und Pakistan aktuell
: Hunderte Tote nach Starkregen und Erdrutschen

Eine ungewöhnliche starke Monsunzeit sorgt in Teilen von Indien und Pakistan für Sturzregen und Erdrutsche. In der Region gab es Hunderte Tote.
Von
Daniel Steiger
Peshawar
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Monsun in Pakistan: ARCHIV - 03.08.2025, Pakistan, Lahore: Menschen fahren auf einem Motorrad durch das Hochwasser einer Straße, die durch starken Monsunregen überschwemmt wurde. (zu dpa: «Wegen Monsun – Provinz in Pakistan verlängert Schulferien») Foto: K.M. Chaudary/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Lahoren in Pakistan fährt diese Familie auf einem Motorrad durch das Hochwasser einer Straße, die durch starken Monsunregen überschwemmt wurde.

K.M. Chaudary/AP/dpa

Während in halb Europa tropische Temperaturen und Trockenheit für Hitzestress und Waldbrände sorgen, regnet es in Teilen von Indien und Pakistan in Massen.

Unwetter in Indien und Pakistan aktuell

Bei Sturzfluten und Erdrutschen infolge starker Regenfälle sind in Pakistan und Indien insgesamt mehr als 220 Menschen ums Leben gekommen. Im Norden Pakistans wurden innerhalb eines Tages mindestens 164 Menschen getötet, wie die dortigen Behörden am Freitag mitteilten. Der Katastrophenschutz im Nachbarland Indien meldete unterdessen 60 Tote im indischen Teil der Region Kaschmir.

Mindestens 150 Menschen seien innerhalb eines Tages in der bergigen pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa, die an Afghanistan grenzt, umgekommen, teilte die örtliche Katastrophenschutzbehörde mit. Weitere 60 Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes der Nachrichtenagentur AFP.

Im benachbarten pakistanischen Teil der Region Kaschmir kamen nach Angaben des Zivilschutzes weitere neun Menschen ums Leben. In der Region Gilgit-Baltistan im Norden Pakistans starben weitere fünf Menschen.

Monsun in diesem Jahr ungewöhnlich stark

Während der Monsunzeit kommt es in Pakistan regelmäßig zu sintflutartigen Regenfällen. Den Monsun in diesem Sommer, durch den bislang mehr als 430 Menschen ums Leben kamen, stuften Experten allerdings als „ungewöhnlich“ ein. Im Juli verzeichnete die Provinz Punjab, wo fast die Hälfte der 255 Millionen Einwohner Pakistans lebt, 73 Prozent mehr Regen als im Vorjahr und mehr Todesfälle als während des gesamten vorherigen Monsuns.

Die Behörden im indischen Teil der Region Kaschmir meldeten nach einer Überschwemmung im Dorf Chisoti im Himalaya mindestens 60 Tote. Weitere 80 Menschen würden vermisst, sagte der örtliche Katastrophenschutzvertreter, Mohammad Irshad, der Nachrichtenagentur AFP.

Das betroffene Gebiet liegt auf einer hinduistischen Pilgerroute. Nach Behördenangaben wurde eine provisorische Küche, wo sich mehr als hundert Pilger aufgehalten hatten, vollständig durch die Sturzfluten zerstört.

Die Sturzfluten waren durch heftige Regenfälle ausgelöst worden. Es handelt sich um die zweite schwere Überschwemmungskatastrophe in Indien in diesem Monat. Vergangene Woche hatten Überschwemmungen die Himalaya-Stadt Dharali im Bundesstaat Uttarakhand unter Schlamm begraben. Die Zahl der Toten liegt vermutlich bei mehr als 70, ist aber noch nicht bestätigt.