Tsunami-Alarm im Pazifik
: Auswärtiges Amt warnt Deutsche in diesen 9 Ländern

Das Auswärtige Amt warnt Deutsche zur Stunde aufgrund einer Tsunami-Warnung im gesamten Pazifik-Raum. Zahlreiche Länder sind betroffen.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Tsunami-Warnschild an einem Strand in Chile: ARCHIV - Ein Warnzeichen für unmittelbare Tsunamigefahr: Das Wasser an der Küste zieht sich in kurzer Zeit weit zurück und legt große Flächen Meeresboden frei.  (zu dpa: «Jeder Meter zählt: Was tun bei Tsunamiwarnung?») Foto: Till Simon Nagel/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Tsunami-Warnschild an einem Strand in Chile. Nach einem Mega-Erdbeben vor Russland warnt das Auswärtige Amt deutsche Reisende in zahlreichen Ländern vor der Gefahr.

Till Simon Nagel/dpa

Für den gesamten Pazifik-Raum gilt aktuell eine Tsunami-Warnung. Zuvor hatten Behörden eines der stärksten, bisher gemessenen Erdbeben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (30. Juli 2025) vor der russischen Halbinsel Kamtschatka registriert. Das Auswärtige Amt (AA) warnt deutsche Reisende vor der Gefahr in mehreren Ländern. Aktuell gibt es zudem zahlreiche Nachbeben vor der Küste Russlands.

AA warnt Deutsche in den USA und Russland vor Tsunami-Gefahr

Zur Stunde warnt das Auswärtige Amt (AA) deutsche Reisende in zahlreichen Ländern. Auf der Liste stehen aktuell diese Reiseländer:

  • USA (insbesondere Bundesstaat Hawaii)
  • Russland (insbesondere Halbinsel Kamtschatka)
  • Ecuador
  • Kiribati
  • Salomonen
  • Peru
  • Chile
  • Costa Rica
  • Indonesien

In den Reisehinweisen des AA für die USA heißt es: „Bitte halten Sie sich von der Küste fern, begeben Sie sich in höhergelegene Gebiete, verfolgen Sie die internationalen, lokalen und sozialen Medien und folgen Sie den Anweisungen der örtlichen Behörden.“ Auch Deutsche, die sich zurzeit in Russland aufhalten, werden gewarnt. „Weitere Nachbeben können nicht ausgeschlossen werden“, so das Auswärtige Amt.

NOAA Tsunami-Warnkarte

Eine Tsunami-Warnkarte der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) zeigt die aktuellen Tsunami-Warnungen (rot; betroffen sind Hawaii und Kamschatka), Hinweise (orange; betroffen ist die Westküste der USA), Beobachtungen (gelb) und Bedrohungen (lila).

NOAA

Flughafen auf Maui geschlossen, Einschränkungen in Japan

Wegen der Tsunami-Warnung für die Hawaii-Inselgruppe im Pazifik gibt es aktuell keine Flüge von und nach Maui. Alle Flüge seien für heute Abend gestrichen worden, sagte Gouverneur Josh Green in einer Pressekonferenz. Etwa 200 Menschen hätten in einem Terminal Zuflucht gefunden. Die Flughäfen seien bislang nicht von Schäden betroffen. Der Gouverneur appellierte an die Bevölkerung, nicht auf die Straße zu gehen. Man solle zu Hause bleiben und das Fernsehen verfolgen. Das lokale TV zeigte Webcams von den Küsten der Inselgruppe.

Wie lange bleibt die Tsunami-Warnung in Kraft?

Die Tsunami-Warnung könne noch einen Tag oder sogar länger in Kraft bleiben. Nach Aussagen eines Regierungssprechers gab es zunächst weder Berichte über Opfer noch über Schäden. Die Regierung in Tokio hatte zuvor einen Krisenstab eingerichtet. Die japanische Regierung richtete einen Krisenstab ein. Ministerpräsident Shigeru Ishiba rief die Menschen auf, sich in höher gelegene Gebiete oder Evakuierungsgebäude zu begeben. Nach Aussagen eines Regierungssprechers gab es jedoch zunächst weder Berichte über Opfer noch über Schäden.

Tsunami-Livestreams beobachten aktuell die Lage vor Japan und Hawaii. Die Livestreams finden Sie hier.

Russland-Erdbeben war eines der stärksten der Geschichte

Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam gibt die Stärke des Mega-Bebens vor Russland mit 7,8 an, die USGS, eine Behörde der USA, geht von einer Stärke von 8,8 aus. Sollten sich diese Zahlen bewahrheiten, wäre das Beben unter den Top 10 der stärksten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen. In jedem Fall ist es das stärkste seit dem Erdbeben vor Fukushima im Jahr 2011. Mit weiteren Nachbeben sei noch etwa einen Monat lang zu rechnen, sie könnten Stärken von bis zu 7,5 erreichen. Aktuell sieht man auf Karten der USGS, dass die Nachbeben bereits zahlreich sind:

Erdbeben vor der Küste Russlands mit weiteren Nachbeben

So zeigt die amerikanische Behörde USGS die Erdbeben vor der Küste Russlands samt weiterer Nachbeben.

USGS Screenshot