Tropenkrankheit durch Mücken: West-Nil-Fieber kommt nach Sachsen! So gefährlich ist es

Tropenkrankheit in Sachsen: Das West-Nil-Fieber wird durch Mücken übertragen. So gefährlich es ist und wie man sich schützen kann. (Symbolbild)
Patrick Pleul/dpaDas West-Nil-Virus (WNV) ist eine von Stechmücken übertragene tropische Infektionskrankheit, die in Europa zunehmend mehr auftritt. In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle gemeldet, auch in Sachsen. Doch wie ist die aktuelle Lage? Welche Regionen es besonders betrifft, wo es bereits zu Todesfällen kam und wie man sich schützen kann.
Übersicht:
- Was versteht man unter West‑Nil‑Virus?
- WNV: Der aktuelle Stand in Deutschland 2025
- West-Nil-Fieber in 2025: Todesfälle in Italien
- Klinischer Verlauf und Therapie
- Wie schütze ich mich vor dem West-Nil-Virus?
Erreger & Vorkommen: Was ist das West‑Nil‑Virus?
Das West‑Nil‑Virus gehört zur Familie der Flaviviridae (Subtypen WNV‑1 und WNV‑2) und ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt typischerweise durch Zugvögel, von denen das Virus durch Stechmücken aufgenommen und weitergetragen wird.
In Ländern wie Italien, Griechenland, Frankreich und Staaten des Balkans, aber auch in Österreich oder Ungarn kommt es regelmäßig zu saisonalen Übertragungen im Sommer. Auch in Deutschland scheint sich das Virus langsam breitzumachen. Die gemeldeten Fälle steigen jedes Jahr.
WNV: Das ist der aktuelle Stand in Deutschland 2025
Laut RKI wurden 2019 erstmalig insgesamt 5 West-Nil-Fieber-Infektionen in Deutschland bekannt. 2024 gab es dann schon 26 gemeldete WNV-Fälle in Deutschland. Der Großteil der Erkrankungen trat in Ostdeutschland auf. Neben Sachsen, wurden auch Fälle in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen verzeichnet, vereinzelt auch in Hamburg.
Dies zeigt, dass sich das Virus zunehmend in neue Regionen ausbreitet. Das RKI sieht eine dauerhafte Etablierung des Erregers als wahrscheinlich.
West-Nil-Fieber in 2025: Todesfälle in Italien
Allein in diesem Jahr wurden in Italien bis Ende Juli bereits 32 Infektionen registriert, darunter 23 mit schwerem neuroinvasivem Verlauf. Nach Angaben von swp.de starben sogar fünf von ihnen infolge der Infektion. Wann wird es dann bei uns so weit sein?
Klinischer Verlauf & Therapie
Bisher verlaufen etwa 80 % aller Infektionen symptomlos. Rund 20 % zeigen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf‑ und Muskelschmerzen oder Hautausschläge. Nur etwa 0,7 % bis 1 % entwickeln die gefährliche neuroinvasive Form mit Enzephalitis oder Meningiti, was meist bei älteren oder vorerkrankten Personen der Fall ist.
Eine spezifische antivirale Therapie, sowie ein Impfstoff existiert bisher nicht. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.
Wie schütze ich mich vor dem West-Nil-Virus?
Leider gibt es keinen 100%igen Schutz vor dem Virus. Man kann nur, so gut es geht, sich vor den nervigen Stechmücken schützen. Das gelingt am besten mit langer und stichfester Kleidung, aber auch normale lange, helle und weite Kleidung kann sehr gut vor Mückenstichen schützen. Darüber hinaus gibt es viele verschiedene Anti-Insekten-Sprays und technische Anti-Mücken-Geräte, die versprechen, die summenden Biestern fernzuhalten. Auch Moskitonetze sind sehr zu empfehlen.