Trabi, Wartburg, Melkus und Co.
: So viel sind DDR-Autos heute wert

So teuer sind die alten Autos aus dem Osten heute: vom Trabant bis zum EMW 327.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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So viel sind die Ossi-Autos noch wert.

Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Vor der Wende waren Trabant, Wartburg und Co. begehrte Statussymbole in der DDR. Danach konnten viele Ostdeutsche die schlicht designten DDR-Autos mit ihren stinkenden Zweitaktmotoren nicht schnell genug loswerden. Die Sehnsucht nach automobiler Moderne aus dem Westen war groß. Jetzt stehen die DDR-Fahrzeuge als Oldtimer wieder hoch im Kurs.

Diese Fahrzeuge wurden in der DDR hergestellt

In der Deutschen Demokratischen Republik konnte man folgende Fahrzeuge auf den Straßen sehen:

  • Trabant
  • Wartburg
  • Melkus RS 1000
  • EMW 327
  • Barkas B 1000
  • Lada
  • Dacia
  • Skoda
  • Wolga
  • Moskwitsch

Der berühmte Trabant, ein Kleinwagen aus Zwickau, wurde bis 1991 produziert. In Eisenach wurde der beliebte Wartburg hergestellt. Der einzige Rennwagen der DDR war der Melkus RS 1000 und wurde zwischen 1969 und 1979 in kleiner Stückzahl produziert. Als Nutzfahrzeug wurde der Kleintransporter Barkas B 1000 von 1961 bis 1992 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) gebaut. Lada, Dacia, Skoda, Moskwitsch und Wolga waren importierte Autos, die man auf den DDR-Straßen fahren sah.

So viel kosten alte DDR-Autos heute

Für einen Trabant 601 in makellosem Originalzustand zahlen Sammler im Jahr 2025 bis zu 7.000 Euro. Das sind mehr als doppelt so viel als noch 2018. Das geht aus Marktbeobachtungs-Daten von Classic Data, sich auf Wertanalysen auf dem Oldtimer-Markt spezialisiert hat, hervor. Für einen Wartburg 353 als Limousine sind heute im Top-Zustand fast 10.000 Euro fällig. Auch er hat seinen Wert in sieben Jahren, je nach Zustand, mindestens verdoppelt.

Ebenfalls verdoppelt hat sich der Wert des Wartburg 311 in der üblichen Bauform einer viertürigen Limousine. Knapp 16.600 Euro sind der Analyse zufolge für ein Modell im Top-Zustand möglich. Das äußerst seltene Coupé kann sogar fast 35.000 Euro bringen. 

Noch teurer wird es für Interessenten des EMW 327. Die nur in kleiner Stückzahl gebauten Cabrios und Coupés sind praktisch baugleich mit dem bis 1941 in Eisenach produzierten gleichnamigen Modell von BMW. Für Exemplare im besten Zustand zahlen Sammler laut Classic Data über 100.000 Euro.

DDR-Klassiker wie der Trabant 601 und der Wartburg 311 haben ihren Wert seit 2018 laut Experten verdoppelt. (Symbolbild)

Sebastian Willnow/dpa

Das ist eine Entwicklung, die selbst ausgewiesene Experten wie den Oldtimer-Spezialisten Veit Kohl überrascht. Es gebe kaum vergleichbare Fahrzeuge, die derart an Wert gewonnen hätten, so der Gutachter für historische Fahrzeuge. Die meisten DDR-Autos würden nach wie vor im Osten des Landes „umgeschlagen“, so Kohl. Für viele Sammler hätten sie mittlerweile Kultstatus erreicht. Bei den Auto-Klassikern aus der DDR, wird beim Kauf sehr viel Wert auf den Zustand des Fahrzeugs, originaler Zustand sowie eine dokumentierte Historie gelegt. Dass sich die Wertsteigerung weiter so fortsetzen wird, glaubt Kohl allerdings nicht. Einzelne sehr seltene Modelle werden trotzdem immer hoch gehandelt werden, glaubt der Experte.

So viele DDR-Fahrzeuge sind noch zugelassen

Rund 8.900 Fahrzeuge des VEB Automobilwerke Eisenach (größtenteils Wartburg) sind im vergangenen Jahr laut Kraftfahrbundesamt (KBA) noch zugelassen gewesen. Rund die Hälfte ihrer Besitzer und Besitzerinnen sind älter als 60 Jahre.

„Trabis“ gibt es noch wesentlich mehr: Rund 40.800 Fahrzeuge des VEB Sachsenring waren laut KBA zum selben Zeitpunkt noch auf Deutschlands Straßen unterwegs. Sie erfreuen sich offenbar noch immer großer Beliebtheit in allen Altersstufen. Mehr als jeder zweite Trabi-Besitzer ist jünger als 60 Jahre. Rund 2.800 von ihnen sind sogar unter 30 Jahre alt. Sie wurden also erst geboren, nachdem der letzte Trabant 1991 in Zwickau vom Band gerollt ist.

Das Trabant-Treffen in Anklam gibt es seit 30 Jahren. (Archivbild)

Stefan Sauer/dpa

Hier finden spezielle Oldtimertreffen

Mehrere Oldtimertreffen sind auf DDR-Fahrzeuge spezialisiert. Darunter das Zwickauer Trabant- und Ostfahrzeugtreffen, das Internationale Ostblock-Fahrzeugtreffen in Pütnitz an der Ostsee, das Trabant-Treffen in Anklam und das Ostmobile-Treffen in Thale im Harz. Ob Trabant, Wartburg, Simson-Moped oder IFA-Lkw: Die liebevoll aufpolierten Fahrzeuge ziehen viele Zuschauer an. Auch manch „DDR“-Länderkennzeichen ist an den Oldtimern noch zu sehen.

Mit Material der dpa.