Todesstrafe in Florida
: US-Bundesstaat überschreitet historische Marke

Der US-Bundesstaat Florida hat Medienberichten zufolge erneut ein Todesurteil vollstreckt. Es war die elfte Hinrichtung des Jahres - ein trauriger Rekord.
Von
Florian Huth
Florida
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Mörder und Vergewaltiger per Giftspritze in Florida hingerichtet: ARCHIV - 01.01.2000, USA, Huntsville: ARCHIV/ILLUSTRATION - Eine Todeszelle in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Texas. (zu dpa: «Hinrichtung eines geständigen Mörders in Florida») Foto: Paul Buck/epa/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Mörder und Vergewaltiger werden per Giftspritze in Florida hingerichtet.

Paul Buck/epa/dpa
  • Florida vollstreckt 2025 elftes Todesurteil – ein Rekord in der Geschichte des Bundesstaates.
  • Curtis Windom (59) wegen dreifachen Mordes hingerichtet; Tatmotiv: Geld- und Drogenstreit.
  • Windoms Tochter sprach sich gegen Hinrichtung aus; Gouverneur DeSantis lehnte Gnadenbitten ab.
  • 2025 bisher 30 Hinrichtungen in den USA; Todesstrafe bleibt politisch und gesellschaftlich umstritten.
  • Trump fordert mehr Todesurteile, während Kritik an Fehlern und Ungleichheiten wächst.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Florida wurde 2025 das elfte Todesurteil vollstreckt. Wie das US-amerikanische Todesstrafen-Informationszentrum mitteilte, sind das mehr als jemals zuvor in der modernen Geschichte des Bundesstaates.

Curtis Windom in Florida hingerichtet

Im laufenden Jahr sind in den USA bisher 30 Menschen hingerichtet worden. Der am Donnerstag im Florida-State-Gefängnis in Raiford exekutierte Curtis Windom (59) hat laut Todesurteil 1992 drei Menschen erschossen: Seine Freundin, deren Mutter und einen Bekannten. Es sei um Geldstreitigkeiten und Drogengeschäfte gegangen. Verteidiger im Berufungsverfahren haben vorgebracht, Windoms Anwälte seien inkompetent gewesen.

Tochter sprach sich gegen die Hinrichtung aus

Die gemeinsame Tochter von Windom und seiner damaligen Freundin Curtisia Windom war zum Zeitpunkt der Tat neun Monate alt. Heute spricht sie sich klar gegen die Hinrichtung aus – sie würde sie selbst traumatisieren und auch ihre eigenen Kinder belasten, sagte sie dem Sender WESH. Dennoch lehnte Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis alle Gnadengesuche ab – auch jene der römisch-katholischen Bischöfe des Bundesstaates.

Trump spricht sich für mehr Todesurteile aus

2025 gab es außer in Florida in neun der 50 Bundesstaaten Hinrichtungen: in Texas und South Carolina (jeweils vier), in Alabama (drei), in Oklahoma und Tennessee (jeweils zwei) sowie in Arizona, Mississippi, Indiana und Louisiana (jeweils eine Hinrichtung). US-Präsident Donald Trump hat sich für mehr Todesurteile auf nationaler Ebene ausgesprochen. Bisher hat er das nicht umgesetzt.

Todesstrafe in den USA ist ein Streitthema

Die Todesstrafe ist in den USA weiterhin ein umstrittenes Thema. Während sie in 27 Bundesstaaten noch gesetzlich erlaubt ist, nimmt die Zahl der tatsächlichen Hinrichtungen seit Jahren ab – mit einigen Ausnahmen. Die Methoden reichen von der Giftspritze bis hin zu elektrischen Stuhl oder Erschießung, je nach Bundesstaat. Kritiker bemängeln die Fehleranfälligkeit des Systems, rassistische Ungleichheiten und die moralische Fragwürdigkeit der Strafe. Befürworter argumentieren mit Abschreckung und Gerechtigkeit für Opfer. In einigen Bundesstaaten erleben Hinrichtungen jedoch aktuell wieder einen Aufschwung – trotz wachsender öffentlicher und internationaler Kritik.