Thailand–Kambodscha
: Konflikt eskaliert – Grenze dicht, Auswärtiges Amt warnt

Nach militärischen Zusammenstößen entlang der umstrittenen Grenze haben beide Länder ihre diplomatischen Beziehungen herabgestuft. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die betroffene Region.
Von
David Hahn
Bangkok
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Cambodian soldiers reload the BM-21 multiple rocket launcher in Preah Vihear province on July 24, 2025. Thailand launched air strikes on Cambodian military targets on July 24 as Cambodia fired rockets and artillery, killing a civilian, in a dramatic escalation of a long-running border row between the two neighbours. (Photo by AFP)

Kambodschanische Soldaten laden am 24. Juli 2025 in der Provinz Preah Vihear den Mehrfachraketenwerfer BM-21 nach. Thailand startete am 24. Juli Luftangriffe auf kambodschanische Militärziele, nachdem Kambodscha Raketen und Artillerie abgefeuert hatte, bei denen laut AFP mindestens ein Zivilist getötet wurde – eine dramatische Eskalation des langanhaltenden Grenzstreits zwischen den beiden Nachbarn.

STR/AFP

Der Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha ist erneut eskaliert. Was müssen Reisende aus Deutschland aktuell beachten?

Thailand: Konflikt mit Kambodscha – Mindestens 8 Zivilisten getötet

Bei schweren Gefechten in der Grenzregion wurden laut Polizeiangaben mindestens acht thailändische Zivilisten getötet und zahlreiche weitere verletzt. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Donnerstagmorgen. Beide Länder beschuldigen einander, das Feuer eröffnet zu haben. Thailand warf Kambodscha den Einsatz von BM-21-Raketen vor und reagierte mit Luftangriffen auf mutmaßliche Militärziele. Die Bevölkerung in der betroffenen Region suchte Berichten zufolge Schutz in Bunkern. Im Zentrum des jahrzehntelangen Streits steht der Tempel Prasat Preah Vihear sowie die umstrittene Grenzziehung aus der Kolonialzeit. Das Weltkulturerbe sowie das umliegende Gebiet werden von beiden Ländern beansprucht.

Bereits Ende Mai kam es zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten von Thailand und Kambodscha, bei dem ein kambodschanischer Soldat ums Leben kam. Am Mittwoch wurden thailändische Soldaten durch Explosionen von Landminen verletzt. Die diplomatischen Beziehungen wurden noch vor der Eskalation am Donnerstagmorgen (Ortszeit) verschärft. Thailand rief seinen Botschafter zurück und rät Bürgern zur Ausreise aus Kambodscha, sofern dies sicher möglich ist.

Grenze geschlossen – Auswärtiges Amt warnt

Ende Juni hatte Thailand die Grenzübergänge nach Kambodscha geschlossen. Als alternative Route zwischen den beiden Ländern bleibt deswegen derzeit nur noch der Flug. Über den Landweg haben Reisende aktuell keine Chance mehr, die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha zu übertreten. Ausnahmen gibt es lediglich für Menschen, die Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten besuchen müssen und für humanitäre Einzelfälle (z.B. bei Behandlungen in medizinischen Einrichtungen). Reisende sollten nach Angaben des Auswärtigen Amtes die Grenzregion aktuell nach Möglichkeit meiden: „Von nicht notwendigen Reisen in das Grenzgebiet zu Thailand und Kambodscha wird abgeraten.“