Thailand-Kambodscha-Konflikt
: Reisewarnung ausgeweitet - was Reisende wissen müssen

Der Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha ist erneut eskaliert. Es gibt eine Teilreisewarnung für beide Länder. Was Reisende beachten müssen.
Von
Nicole Züge
Berlin/Bangkok
Jetzt in der App anhören
Urlauber liegen am Strand in Bophut auf Koh Samui

Erneut ist der Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha eskaliert. Gibt es eine Reisewarnung für Thailand und Kambodscha? (Archivbild)

Carola Frentzen/dpa

Erst gut zwei Monate ist das Friedensabkommen zwischen Thailand und Kambodscha alt, doch der Konflikt in der Grenzregion ist erneut eskaliert. Am Montagmorgen (8. Dezember 2025) flog das thailändische Militär Luftangriffe im Grenzgebiet unter anderem in der Nähe des Hindu-Tempels Prasat Preah Vihear, der von beiden südostasiatischen Ländern beansprucht wird. Gibt es eine Reisewarnung? Das müssen Reisende jetzt beachten.

Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha erneut eskaliert

Der Luftangriff war nach Angaben von Thailands Armeesprecher Winthai Suvaree ein Vergeltungsschlag auf einen kambodschanischen Angriff im Grenzgebiet Chong An Ma am frühen Morgen. Dabei starb ein thailändischer Soldat, mehrere weitere wurden verletzt. Kambodschanische Truppen sollen zuvor militärische und zivile Ziele in Thailand mit Granaten und Raketen beschossen haben.

Kambodschas Verteidigungsministerium wies die Darstellung zurück. Sprecher Maly Socheata sprach von „falscher Information“ und warf Thailand vor, zuerst im kambodschanischen Teil des umstrittenen Grenzgebiets geschossen zu haben. Thailand habe F-16-Jets und auch Gas eingesetzt. Um welches Gas es sich handelte, blieb offen. Kambodscha habe „größte Zurückhaltung“ gezeigt und das Feuer nicht erwidert.

Der Konflikt schwelt seit Jahrzehnten. Ende Oktober hatten beide Staaten nach schweren Gefechten im Juli 2025 auf dem Asean-Gipfel ein Friedensabkommen unterzeichnet, vermittelt von US-Präsident Donald Trump. Bereits im November wurde die Waffenruhe nach einem neuen Grenzzwischenfall wieder ausgesetzt.

Gibt es eine Reisewarnung für Thailand und Kambodscha?

Auf die jüngsten Vorfälle vom Montag hat das Auswärtige Amt (AA) am Dienstag (9. Dezember 2025) reagiert und die ohnehin bereits seit November bestehende Teilreisewarnung ausgeweitet. Eine Teilreisewarnung bezieht sich nicht auf ein gesamtes Land, sondern nur auf eine bestimmte Region.

In diesem Fall warnt das AA vor Reisen in die Grenzregion zwischen Thailand und Kambodscha. Beim AA heißt es: „Vor Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet (10 km zum Grenzverlauf) zwischen Thailand und Kambodscha wird gewarnt.“ Darüber hinaus wird nun für die Provinzen Buri Ram, Surin, Si Sa Ket und Ubon Ratchathani vor Reisen ins Grenzgebiet bis 50 km zum Grenzverlauf gewarnt.

Außerdem gelten Teilreisewarnungen in Thailand auch für die Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani sowie Teile von Songkhla (Bezirke Chana, Na Thawi, Thepha und Saba Yoi) im Süden Thailands. Von Reisen in diese Regionen wird von Seiten des AA „dringend abgeraten“. Für Kambodscha gilt ebenfalls eine Teilreisewarnung für das betroffene Grenzgebiet.

Was gilt bei Reisewarnungen für Reisende?

Wer eine Pauschalreise (also Flug und Unterkunft aus einer Hand) nach Thailand außerhalb der oben genannten Regionen gebucht hat, kann (und muss) die Reise trotzdem antreten. Rechtlich ist es so, dass allein die Angst vor weiteren Konflikten nicht ausreicht, um eine gebuchte Reise kostenfrei zu stornieren. Nach derzeitigem Stand (Montag, 8. Dezember 2025 um 10 Uhr) gibt es keine Reisewarnung für das gesamte Land, sondern nur für die betroffene Region nah an der Grenze. Erst bei einer übergreifenden Reisewarnung für ein Land gibt es für Pauschalreisende die Möglichkeit, Reisen kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren. Dies sollte aber nur nach vorheriger Kontaktaufnahme mit dem Reiseveranstalter geschehen.

Teilreisewarnung für Thailand: Das rät das AA

Das Auswärtige Amt rät allen deutschen Reisenden, nicht in die betroffenen Gebiete zu reisen. Das gilt vor allem für Individualreisende und Rucksack-Touristen. Wer in Thailand unterwegs ist, sollte sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts registrieren und auch andere deutsche Reisende darauf aufmerksam machen, sich in der Liste einzutragen. Die Liste hilft den deutschen Behörden, im Ernstfall schnelle Hilfe zu leisten.