Terrorprozess: Flüchtling aus Deutschland in Paris als IS-Kämpfer angeklagt

In Paris startet am Montag der Berufungsprozess gegen einen in Deutschland als Flüchtling anerkannten Syrer.
Michael Evers/dpa- In Paris beginnt am Montag um 10 Uhr der Berufungsprozess gegen einen anerkannten syrischen Flüchtling.
- Die Justiz wirft dem 43-Jährigen eine leitende Rolle beim IS vor – identifiziert von Geiseln.
- Vorwurf: Beteiligung an Geiselnahmen von sieben Westlern 2013 und 2014 in Aleppo.
- Erstes Urteil: 20 Jahre Haft wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.
- In Deutschland lebte er als Asylbewerber, studierte Chemie – Ermittlungen mangels Beweisen eingestellt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Montag beginnt um 10 Uhr der Berufungsprozess gegen einen in Deutschland als Flüchtling anerkannten Syrer, dem die französische Justiz eine leitende Rolle in der Terrormiliz Islamischer Staat vorwirft. Der 43-Jährige soll im Zusammenhang mit der Geiselnahme sieben westlicher Journalisten und NGO-Mitarbeiter in den Jahren 2013 und 2014 im syrischen Aleppo als führendes IS-Mitglied aufgetreten sein.
Zwei der entführten französischen Journalisten identifizierten ihn später. In einem ersten Prozess wurde der Angeklagte wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Der 2019 auf Betreiben Frankreichs in Deutschland festgenommene Angeklagte hatte nach französischen Medienberichten als anerkannter Asylbewerber in Kassel gewohnt und zunächst in Göttingen und dann in Marburg Chemie studiert. Syrische Flüchtlinge enttarnten ihn als mutmaßlichen IS-Kämpfer und Spezialisten für Sprengstoffanschläge, der den Spitznamen Abu Hamza TNT trug. Sie erstatteten 2015 Anzeige bei der Polizei in Dortmund, wie die Zeitung „Le Monde“ berichtete.
IS-Handbuch zur Herstellung von Sprengstoff
Daraufhin nahm die deutsche Justiz Ermittlungen wegen des Verdachts terroristischer Aktivitäten auf. Bei einer Befragung wurde auf seinem Computer ein rund 4.200 Seiten umfassendes, vom IS stammendes Handbuch zur Herstellung von Sprengstoff gefunden. Das deutsche Ermittlungsverfahren wurde dennoch mangels Beweisen eingestellt.
Der Prozess läuft bis zum 13. Oktober. Der Fall lieferte die Vorlage für den Kinofilm Les Fantômes („Die Schattenjäger“).
