Sturzflut in Nepal
: Video zeigt die Schlammlawine

Eine verheerende Sturzflut hat am Mittwochmorgen Teile Nepals getroffen und eine massive Welle aus Wasser, Schlamm und Geröll durch mehrere Bezirke des Landes geschickt.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Sturzflut an Grenze zwischen China und Nepal

Sturzflut an Grenze zwischen China und Nepal

Skanda Gautam/ZUMA Press Wire/dpa
  • Eine Sturzflut traf am Mittwochmorgen Teile Nepals – Wasser, Schlamm und Geröll flossen abwärts.
  • Sie setzte um 8.40 Uhr am Bhote Koshi in Rasuwa ein und erreichte Nuwakot, Dhading und Gorkha.
  • Die Polizei meldete am Donnerstag 270 Tote, mit Funden in mehreren Bezirken wie Chitwan und Nawalparasi.
  • Rettungskräfte suchen Vermisste, räumen Wege und setzen Drohnen sowie medizinische Teams ein.
  • Die Ursache ist unklar: Behörden prüfen Szenarien und warnen vor Flüssen, weitere Zahlen können sich ändern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach Angaben des Büros des nepalesischen Premierministers setzte die Flut am 26. August gegen 8.40 Uhr Ortszeit am Fluss Bhote Koshi im Bezirk Rasuwa ein. Von dort breitete sie sich flussabwärts aus und traf unter anderem Gebiete in Nuwakot, Dhading und Gorkha. Das Video zeigt Aufnahmen der Katastrophe:

Das gesamte Ausmaß der Katastrophe wurde erst im Laufe der folgenden Stunden deutlich. Die nepalesische Polizei meldete am Donnerstagmittag 270 bestätigte Todesopfer. Geborgen wurden demnach 17 Tote in Rasuwa, zwölf in Nuwakot, 27 in Dhading, 108 in Chitwan, 20 in Gorkha, neun in Tanahun, 62 in Nawalparasi Ost und 15 in Nawalparasi West. Noch am Mittwochabend hatte die offizielle Zahl bei 100 Toten gelegen.

Die Flutwelle erreichte damit Gebiete weit flussabwärts vom ursprünglichen Katastrophenort. Die Polizei berichtet, dass neben Rasuwa auch Nuwakot, Dhading und Chitwan betroffen sind. Einsatzkräfte bringen Menschen aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit, suchen nach Vermissten und versuchen, blockierte Verkehrswege wieder freizuräumen.

Sucharbeiten laufen auf Hochtouren

Für die Rettungs- und Sucharbeiten hat die Polizei zusätzliche Kräfte mobilisiert. Nach offiziellen Angaben wurden unter anderem 34 speziell ausgebildete Katastrophenschützer sowie weitere 15 Einsatzkräfte aus der Provinz Bagmati in die betroffenen Gebiete geschickt. Vier Drohnen sollen die Suche unterstützen. Zudem wurde ein medizinisches Team mit 22 Angehörigen des Polizeikrankenhauses nach Rasuwa entsandt.

Auch Einsatzkräfte selbst werden vermisst. Die nepalesische Polizei teilte mit, dass 28 Polizisten aus verschiedenen Dienststellen in Rasuwa zunächst nicht erreichbar waren. Die Suche nach ihnen und nach weiteren vermissten Menschen dauert an. Ob inzwischen Mitglieder dieser Gruppe gefunden wurden, geht aus der bislang veröffentlichten Mitteilung nicht hervor.

Was war der Grund für die Sturzflut?

Was die Sturzflut ausgelöst hat, ist bislang nicht abschließend geklärt. Das nepalesische Department of Hydrology and Meteorology betreibt zwar eine Messstation am Bhote Koshi bei Rasuwagadhi, hat bisher jedoch keinen öffentlich zugänglichen technischen Bericht veröffentlicht, der eine eindeutige Ursache für die Katastrophe nennt. Spekulationen über einen möglichen Gletschersee-Ausbruch oder andere Auslöser sind deshalb bislang nicht offiziell bestätigt.

Die Behörden warnen die Bevölkerung weiterhin davor, sich Flüssen, Bächen und überfluteten Gebieten zu nähern. Gleichzeitig laufen die Suche nach Vermissten, die Bergung von Toten und die Erfassung der Schäden weiter. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Zerstörungen können sich deshalb noch verändern.