Streik bei der BVG in Berlin
: Wird diese Woche wieder gestreikt?

Nachdem in NRW und Sachsen für diese Woche Streiks im Nahverkehr angekündigt worden sind, stellt sich die Frage: Was ist mit Berlin?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Bus der BVG: ARCHIV - 15.09.2022, Berlin: Ein BVG-Bus fährt am Zoologischen Garten vorbei. (zu dpa: «BVG macht in Nahverkehrs-Tarifrunde erstes Angebot») Foto: Jörg Carstensen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Nahverkehr in Berlin sollte diese Woche nach Plan fahren.

Jörg Carstensen/dpa

Nach mehreren Arbeitsniederlegungen in den vergangenen Wochen im Berliner Nahverkehr fragen sich viele Fahrgäste, ob in dieser Woche erneut ein Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) droht. Aktuell gibt es jedoch keine neue Streikankündigung.

Neuer Streik vor den Gesprächen unwahrscheinlich

Da die nächste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und der BVG im Tarifkonflikt bereits in dieser Woche stattfindet, gilt ein erneuter Streik vorher als sehr unwahrscheinlich. Am Donnerstag und Freitag (19. und 20. März) wollen beide Seiten erneut miteinander verhandeln. Üblicherweise kündigt Verdi größere Streiks im Nahverkehr ein bis zwei Tage im Voraus an. Eine entsprechende Ankündigung liegt derzeit aber nicht vor.

Fahrgäste können daher davon ausgehen, dass Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen in dieser Woche regulär fahren.

Tarifkonflikt noch nicht entschieden

Ob es in den kommenden Wochen weitere Arbeitsniederlegungen geben könnte, hängt maßgeblich vom Verlauf der Verhandlungen ab. Sollten sich BVG und ver.di nicht einigen, sind neue Streiks grundsätzlich möglich. Die Gespräche am 19. und 20. März gelten daher als wichtiger Termin im laufenden Tarifkonflikt.

In den bisherigen Gesprächen hat die BVG ein erstes Angebot vorgelegt. Dieses soll als Grundlage für weitere Verhandlungen dienen. Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits einzelne Themenfelder definiert, über die nun intensiver verhandelt werden soll. Dazu gehören unter anderem: Urlaub und Urlaubsgeld, Mindestruhezeiten, Schichtlängen Wendezeiten und geteilte Dienste. Beide Seiten wollen die Gespräche in den kommenden Tagen fortsetzen und nach Lösungen suchen.

Wo wird diese Woche gestreikt?

In dieser Woche kommt es vor allem in Nordrhein-Westfalen und Sachsen zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr. In Nordrhein-Westfalen ruft die Gewerkschaft ver.di am 16. und 17. März Beschäftigte von rund 30 kommunalen Verkehrsunternehmen zum Streik auf, betroffen sind unter anderem Städte wie Düsseldorf, Köln, Bonn, Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum, Wuppertal und Oberhausen. Am Montag stehen vor allem Verwaltungen und Kundenzentren still, am Dienstag sollen Busse und Straßenbahnen in vielen Städten ausfallen. Auch in Sachsen kommt es zu Streiks, etwa bei Verkehrsbetrieben in Döbeln, Freiberg, Chemnitz sowie in Teilen Ostsachsens, darunter Görlitz und Hoyerswerda. S-Bahnen und Regionalzüge sind von den Arbeitsniederlegungen nicht betroffen.