Sternenhimmel in Sachsen: Da Vinci Glow – das geheimnisvolle Leuchten des Mondes

Da Vinci Glow in Sachsen: Dieses seltene Himmelsphänomen am Sternenhimmel tritt nur bei Neumond auf. Die Bedeutung und wann man es beobachten kann. (Symbolbild)
Jens Büttner/dpaDa Vinci Glow in Sachsen: Wer in einer klaren Nacht kurz nach Neumond zum Himmel blickt, kann mit etwas Glück ein seltenes Schauspiel entdecken. Was Da Vinci damit zu tun hat und wie es zu diesem Naturphänomen kommt.
Während nur eine zarte Mondsichel leuchtet, scheint der Rest des Mondes schwach, fast geisterhaft zu glimmen – als würde er von innen leuchten. Was auf den ersten Blick wie ein optischer Trick wirkt, hat eine Ursache, die einst sogar Leonardo da Vinci faszinierte. Doch was genau steckt hinter diesem geheimnisvollen Schein?
Da Vinci Glow: Ein heller Schein auf der dunklen Mondseite
Der Erdschein ist weit mehr als ein hübscher Effekt am Himmel – er ist ein Fenster zu den Wechselwirkungen zwischen Erde, Sonne und Mond. Dieses Himmelsphänomen wird besonders in den Tagen um den Neumond sichtbar und die dunkle Hälfte des Mondes ist dann als aschfahle Kugel am Himmel zu sehen.
Wie entsteht der Erdschein?
Die Entstehung des Erdscheins ist ein Beispiel für die Schönheit der Himmelsmechanik: Sonnenlicht trifft auf die Tagseite der Erde, wird dort von Wolken, Ozeanen und Landmassen reflektiert und trifft anschließend auf die unbeleuchtete Seite des Mondes. Diese reflektiert das Licht ein zweites Mal in Richtung Erde.
Da das Licht auf diesem doppelten Weg stark gestreut wird, erscheint es deutlich schwächer als der direkte Mondschein – fast geisterhaft, aber gerade dadurch besonders eindrucksvoll.
Wann kann man den Da Vinci Glow am besten sehen?
Der ideale Zeitpunkt für die Beobachtung ist kurz nach Sonnenuntergang wenige Tage nach Neumond oder kurz vor Sonnenaufgang in den Tagen davor. In dieser Phase ist nur eine dünne Mondsichel sichtbar – der Rest des Mondes erscheint matt, wie in Asche getaucht.
Der Neumond in diesem Monat ist am 27. April.
Beste Bedingungen für die Beobachtung:
- Klarer Himmel ohne Lichtverschmutzung
- Frühling auf der Nordhalbkugel, besonders im April und Mai
- Kurz vor Sonnenaufgang in den Tagen vor Neumond oder kurz nach Sonnenuntergang wenige Tage nach Neumond
Warum ist der Erdschein im Frühling besonders stark?
Wissenschaftler fanden heraus, dass der Erdschein im Frühling bis zu 10 % intensiver leuchtet. Der Grund: In dieser Jahreszeit reflektieren ausgedehnte Wolkendecken weltweit besonders viel Sonnenlicht zurück ins All und damit auf die Mondoberfläche. Das sorgt für ein kräftigeres Leuchten des Erdlichts.
Die Messung dieses Phänomens liefert übrigens auch wertvolle Daten zur Klimaentwicklung, denn sie gibt Aufschluss darüber, wie viel Sonnenlicht die Erde aktuell reflektiert.
Leonardo da Vinci und das Erdlicht
Bereits 1510 erkannte der Universalgelehrte Leonardo da Vinci das Geheimnis hinter dem Erdschein. In seinem Codex Leicester beschrieb er das Phänomen als Widerschein des Sonnenlichts über die Erde auf den Mond. Ihm zu Ehren trägt das Naturschauspiel heute auch den Namen Da Vinci Glow.