Starkes Erdbeben vor Russland: Tsunami-Wellen bis zu 3 Meter auf Hawaii möglich

Das Erdbeben vor Russlands Ostküste hatTsunami-Warnungen in Japan und auf Hawaii ausgelöst. Das japanische Fernsehen informiert Bewohner, sich auf höher gelegenes Gebiet zu retten.
Eugene Hoshiko/AP/dpaTsunami-Alarm auf Hawaii und in Japan! In der Nacht auf Mittwoch (30. Juli 2025) hat ein starkes Erdbeben vor der russischen Halbinsel Kamtschatka Tsunami-Warnungen im Pazifik ausgelöst. Betroffen sind neben den Ostküsten Russlands und Japans auch die Westküste der USA sowie Hawaii.
Das staatliche Tsunami-Frühwarnsystem in den USA warnt vor Wellen von bis zu drei Metern Höhe, die die Küste des Tausende Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernten Bundesstaats Hawaii kurz nach 7 Uhr am deutschen Morgen erreichen könnten.
Küstenbewohner sollten die gefährdeten Gebiete sofort verlassen oder in mindestens zehnstöckigen Gebäuden Schutz suchen, hieß es. Außerdem sollten Schiffe auf Geheiß der US-Küstenwache die Häfen von Hawaii verlassen, um nicht von den Wellen an Land gespült zu werden. Auch für Alaskas Westküste wurde eine Tsunami-Warnung erlassen. Weiter entfernte Pazifikstaaten wie die Philippinen und Indonesien wappneten sich ebenfalls für drohende Flutwellen.
Russland-Erdbeben war eines der stärksten der Geschichte
Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass gab die Stärke mit 8,7 an, das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam mit 7,8. Die USGS, eine Behörde der USA, gibt das Beben mit einer Stärke von 8,8 aus. Das Zentrum des Bebens lag den Angaben zufolge in der offenen See, etwa 130 Kilometer vor der nur dünn besiedelten Küste Kamtschatkas, und relativ tief unter dem Meeresboden.
Wenn die Stärke 8,8 zutrifft, war das Beben das weltweit stärkste seit der Katastrophe von Fukushima im März 201. Seit Beginn der Messungen ist das Beben nur von fünf anderen Beben in seiner Stärke übertroffen worden. Laut der Russischen Akademie der Wissenschaften handelte es sich um das heftigste Erdbeben auf der Kamtschatka seit 1952. Mit weiteren Nachbeben sei noch etwa einen Monat lang zu rechnen, sie könnten Stärken von bis zu 7,5 erreichen.
In der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski rannten laut Tass verängstigte Menschen barfuß ins Freie. Kleiderschränke stürzten um, Autos rutschten über wackelnde Straßen und ein Kindergarten-Gebäude wurde schwer beschädigt. Zeitweise sei das Strom- und Telefonnetz zusammengebrochen.
In der russischen Region Sachalin wurden Küstenbewohner vorsichtshalber evakuiert. Stellenweise brandeten laut Tass Tsunami-Wellen von drei bis vier Metern Höhe an Land. Berichte über Verletzte oder gar Tote gab es zunächst nicht.
Tsunami-Warnungen auch in Japan
Die japanischen Behörden stuften ihre Tsunami-Warnung am Vormittag (Ortszeit) hoch: An der Pazifikküste drohten demnach bis zu drei Meter hohe Flutwellen, vor denen Anwohner in höher gelegenen Gegenden Schutz suchen sollten, meldet die Deutsche Presseagentur. An der Küste der nordöstlichen Präfektur Miyagi wurden zunächst Flutwellen von 50 Zentimetern Höhe registriert, in anderen Präfekturen wie Fukushima, Hokkaido und Aomori Wellen von bis zu 40 Zentimetern Höhe, wie der japanische Fernsehsender NHK meldete. Berichte über Probleme in Atomkraftwerken gebe es nicht.

Aufgrund des Erdbebens vor Russlands Ostküste wurde auch in Japan Tsunami-Alarm ausgelöst. Menschen beobachten in Japan vom Hiyoriyama Berg das Meer in der Präfektur Miyagi.
Muneyoshi Someya/Kyodo News/AP/dpaJapan richtet Krisenstab ein
Die japanische Regierung richtete einen Krisenstab ein. Ministerpräsident Shigeru Ishiba rief die Menschen auf, sich in höher gelegene Gebiete oder Evakuierungsgebäude zu begeben. Nach Aussagen eines Regierungssprechers gab es jedoch zunächst weder Berichte über Opfer noch über Schäden.
