Städteranking Wohnen 2025: 9 von 10 Top-Städten liegen in Ostdeutschland

Blick auf die Wohnhäuser in Dresden. Die Stadt gehört zu den Top-Städten, was Sanierungen und Energieeffizienz angeht.
Robert Michael/dpaEine aktuelle Auswertung von IW Consult und ImmoScout24 im Rahmen des Städterankings 2025 zeigt erhebliche regionale Unterschiede beim energetischen Zustand von Wohnimmobilien. Untersucht wurden Immobilien in 71 deutschen Großstädten. Während westdeutsche Städte hohe Sanierungsquoten aufweisen, profitieren ostdeutsche Städte von Nachwendeinvestitionen in den Wohnungsbestand.
Neun von zehn Top-Städten liegen in Ostdeutschland
In den energieeffizientesten deutschen Großstädten gilt weniger als jede zehnte Wohnimmobilie als sanierungsbedürftig. Chemnitz führt das Ranking mit nur 9,1 Prozent renovierungsbedürftigen Immobilien an, dicht gefolgt von Rostock mit 9,5 Prozent. Auch Potsdam (14,3 Prozent), Leipzig (15,5 Prozent) und Dresden (17,2 Prozent) liegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 40 Prozent. Neun der zehn Städte mit dem höchsten Energiestandard befinden sich in Ostdeutschland.
Hier die gesamte Top-10-Liste:
- Platz 1: Chemnitz, Sanierungsbedarf 9,1 %
- Platz 2: Rostock, Sanierungsbedarf 9,5 %
- Platz 3: Potsdam, Sanierungsbedarf 14,3 %
- Platz 4: Leipzig, Sanierungsbedarf 15,5 %
- Platz 5: Dresden, Sanierungsbedarf 17,2 %
- Platz 6: Halle (Saale), Sanierungsbedarf 18,4 %
- Platz 7: Erfurt, Sanierungsbedarf 18,7 %
- Platz 8: Magdeburg, Sanierungsbedarf 19,6 %
- Platz 9: Jena, Sanierungsbedarf 25,1 %
- Platz 10: Erlangen, Sanierungsbedarf 25,4 %
Massive Sanierungen nach der Wende
Die Studienmacher nennen auch den Grund für die guten Zahlen: Nach der Wiedervereinigung flossen erhebliche Investitionen in die Modernisierung des Wohnungsbestands in den neuen Bundesländern. Diese Maßnahmen zahlen sich heute bei Klimabilanz und Wertentwicklung aus, erklärt ImmoScout24 Geschäftsführerin Dr. Gesa Crockford.
Westdeutsche Städte mit hohem Nachholbedarf
Das Gegenbild zeigt sich in vielen westdeutschen Städten, besonders in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. In Bremerhaven gelten 61,5 Prozent aller Immobilienangebote als sanierungsbedürftig, in Salzgitter 60,4 Prozent und in Krefeld 59,7 Prozent. Weitere Städte mit hohen Sanierungsquoten sind Mönchengladbach (59,2 Prozent), Solingen (56,1 Prozent) und Bremen (54,7 Prozent).
Sanierungsbedürftige Objekte locken junge Familien
Unsanierte Immobilien sind deutlich günstiger als energieeffiziente Objekte und ziehen deshalb besonders Menschen zwischen 30 und 50 Jahren an. Die Auswertung zeigt: Je höher der Anteil sanierungsbedürftiger Immobilien, desto stärker steigt der Wanderungssaldo dieser Altersgruppe. Junge Familien nutzen die günstigeren Kaufpreise und sanieren in Eigenleistung.
Methodik der Studie
IW Consult und ImmoScout24 werteten für die 71 kreisfreien Großstädte alle Miet- und Kaufangebote von Wohnimmobilien im Jahr 2025 bis zum dritten Quartal aus. Als sanierungsbedürftig gelten Immobilien mit Energieeffizienzklasse E oder schlechter.
