Tanken in Frankreich aktuell
: Spritpreise in Frankreich: So viel kosten Diesel und Benzin

In ganz Europa steigen aktuell die Spritpreise in die Höhe. Auslöser ist der Krieg in der Ukraine. Wie teuer sind Benzin und Diesel in Frankreich? Gibt es dort ein Tanklimit?
Von
Amelie Schröer
Ulm
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Tanken in Frankreich. Wie teuer sind Benzin und Diesel im Nachbarland?

Sven Hoppe/dpa

Mehr als zwei Euro pro Liter Benzin und Diesel bezahlen Autofahrer mittlerweile in Deutschland. Die Spritpreise haben ein neues Rekordhoch erreicht. Wer sein Auto voll tanken möchte, muss zur Zeit tief in die Tasche greifen. In den Nachbarländern sind die Preise fürs Tanken traditionell etwas niedriger als in Deutschland.

  • Wie sieht es aktuell in Frankreich aus?
  • Wie teuer sind dort Benzin und Diesel?
  • Und gibt es dort ein Tanklimit?

Hohe Spritpreise — Was kostet das Tanken aktuell in Frankreich?

In Deutschland zahlen Autofahrer inszwischen mehr als zwei Euro für Benzin und Diesel. Täglich wird der Sprit hier teurer. Das ist auch in Frankreich so, dennoch liegt der Spritpreis dort, ähnlich wie in Österreich oder Tschechien, auf einem niedrigeren Niveau. Zwischen 20 und 30 Cent weniger zahlen Autofahrer dort für einen Liter Kraftstoff.

Spritpreise in Frankreich laut ADAC (Stand: 16.3)

  • Diesel 1,98 Euro
  • Bleifrei Super 1,97 Euro
  • Bleifrei Super Plus 2,02 Euro
  • Bleifrei Super E10 1,93 Euro

Vergleichsportale in Frankreich und Deutschland übermitteln teilweise deutlich höhere Preise. Dort ist durchschnittlich von 2,03 Euro pro Liter Diesel und 2,00 Euro für Benzin die Rede.

Steigende Spritpreise: Gründe, warum Tanken so teuer ist

Hauptursache für die immer weiter steigenden Spritpreise ist der Krieg in der Ukraine. Die steigenden Kosten für Rohöl lassen auch die Kosten an den Zapfsäulen in die Höhe schnellen. Seit Kriegsbeginn am 24.02.2022 ist Super E10 um 10 Cent teurer geworden, der Dieselpreis um 32 Cent. Ein Grund für den Preisanstieg ist, dass europäische Importeure die Einfuhr von Sprit aus Russland zurückgefahren haben. Eine Entspannung der Preislage ist derweil nicht in Sicht. So rät der ADAC Autofahrern dazu, Preise zu vergleichen und wenn möglich abends oder früh morgens zu tanken. Freie Tankstellen seien zudem oft billiger als Markentankstellen. Auch vom Tanken an Autobahnen wird abgeraten, da dort die Preise bis zu 30 Cent höher liegen.

Frankreich will Spritpreise vorübergehend um 15 Cent senken

Angesichts enorm hoher Spritpreise will Frankreichs Regierung einen Nachlass in Höhe von 15 Cent pro Liter gewähren. Die Vergünstigung solle ab April für vier Monate gelten, kündigte Premierminister Jean Castex am Samstagabend auf Twitter an. Im Interview der französischen Zeitung „Le Parisien“ sagte Castex, dass der Preisnachlass direkt an den Verkaufsstellen gegeben werden soll, auch wenn dort weiterhin der normale Preis zu sehen seien werde. Kundinnen und Kunden bekämen die Vergünstigung dann beim Zahlen, sie gelte für alle Kraftstoffe.

Castex zufolge wird der Schritt den Staat etwa zwei Milliarden Euro kosten. Die Verkäufer würden für den Nachlass entschädigt. Castex forderte Ölkonzerne und Vertreiber auf, eine zusätzliche Geste zu tätigen und so eine weitere Reduktion der Preise für Verbraucher zu ermöglichen.

Tanken in Frankreich: Gibt es ein Tanklimit?

Deutsche Autofahrer nutzen günstigere Tankpreise im Ausland gerne, um ihr Auto am Ende des Urlaubs oder, wenn sie nahe an der Grenze wohnen, auch im Alltag, voll zu tanken. Dadurch sparen sie einige Euro im Vergleich zu deutschen Tankstellen. Nicht wenige befüllen dann auch zusätzliche Kanister auf Vorrat. In einigen europäischen Ländern gibt es dabei Limits. In Österreich sind beispielsweise maximal 10 Liter im Kanister erlaubt.

Eine offizielle Regelung für Frankreich ist nicht bekannt. Der ADAC spricht auf seiner Webseite allerdings aus Sicherheitsgründen eine Empfehlung von maximal 10 Litern Kraftstoff in Reservekanistern vor.