Scheidung: Wann die meisten Ehen scheitern

EIn Ehering liegt neben einem zerrissenem Hochzeitsfoto.
Patrick Pleul/dpa-tmn/dpaEine Ehe gilt als Bund fürs Leben. Die Realität vieler Paare und Familien sieht jedoch oft anders aus. Wann scheitern die meisten Ehen? Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat zum Zeitpunkt und Anzahl der Scheidungen aktuelle Zahlen für 2024 veröffentlicht.
Rückgang der Scheidungen
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 129.300 Ehen geschieden. Damit liegt die Zahl nur knapp über dem Rekordtief von 2023 (+0,3 %), dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Der langfristige Trend zeigt jedoch deutlich nach unten: Seit 2003 ist die Zahl der Scheidungen um fast 40 % zurückgegangen. Auch die Zahl der Eheschließungen ist seit Jahren rückläufig, jedoch im Vergleich zu 2003 um lediglich rund 10 %: 2024 gaben sich 349.200 Paare das Ja-Wort und damit rund 11.800 weniger als im Vorjahr.
Wann die meisten Ehen scheitern
Die Statistik des Statistischen Bundesamtes zeigt: Im Durchschnitt scheitern Ehen nach knapp 15 Jahren. Genauer gesagt lag die durchschnittliche Ehedauer zum Zeitpunkt der Scheidung bei 14 Jahren und 8 Monaten. Die wenigsten trennen sich innerhalb der ersten beiden Ehejahre. Danach ist die Anzahl der Scheidungen jedoch relativ ähnlich auf die Anzahl der Ehejahre verteilt. Ein erheblicher Teil der Trennungen erfolgt auch erst nach langer Zeit: Rund 16,4 % der Scheidungen fanden im Jahr der Silberhochzeit oder später statt. Dieser Anteil hat sich seit den 1990er-Jahren deutlich erhöht.
Minderjährige Kinder besonders betroffen
Mehr als die Hälfte aller Scheidungen (50,8 %) betrafen zufolge Paare mit minderjährigen Kindern. Insgesamt waren 111.000 Kinder im Jahr 2024 von der Trennung ihrer Eltern betroffen. 48 % der Paare hatten ein Kind, 40 % zwei Kinder, 12 % drei oder mehr Kinder. Der Trend zeigt, dass Scheidungen mit mehreren Kindern zunehmen, während die Zahl der Scheidungen mit nur einem Kind zurückgeht.
