Schafskälte 2026: Wenn St. Barnabas bringt Regen...

Die Schafskälte sorgt im Juni regelmäßig für niedrige Temperaturen. Wie wird das Wetter im Juni 2026?
Arne Dedert/dpaDie Schafskälte gehört zu den bekanntesten Wetterphänomenen im Frühsommer. Damit wird eine häufig Anfang bis Mitte Juni auftretende Kälteperiode bezeichnet. In dieser Zeit können wechselhaftes Wetter, Schauer, Gewitter und kühlere Luft den Frühsommer dämpfen. Besonders rund um den 11. Juni kommt es in Mitteleuropa häufiger zu einem spürbaren Temperaturrückgang. Sicher ist ein solcher Kälteeinbruch aber nicht: Die Schafskälte tritt nicht automatisch in jedem Jahr auf. Wie sieht es 2026 in Deutschland aus?
Schafskälte 2026: Das sind die Bauernregeln im Überblick
Die Bauernregel aus der Überschrift lautet vollständig: „Wenn St. Barnabas bringt Regen, gibt’s reichen Traubensegen.“ Der 11. Juni wird im Bauernkalender auch „Barnabas“ genannt. Rund um diesen Tag sind mehrere überlieferte Wetterregeln bekannt. Dazu zählen etwa:
- Nach Barnabas die Sonne weicht, auf Luzia (13. Dezember) sie wieder zu uns schleicht.
- Sankt Barnabas schneidet das Gras.
- Mit seiner Sens’ der Barnabas kommt her und schneidet ab das Gras.
- Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass.
- Der Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was vielleicht schon verdorben ist.
Schafskälte 2026: Das steckt hinter dem möglichen Phänomen
Hinter der Schafskälte steht ein meteorologischer Effekt. Im Frühsommer erwärmt sich die Landmasse durch die zunehmende Sonneneinstrahlung deutlich schneller als das Meerwasser, das noch vergleichsweise kühl ist. Dadurch entsteht ein Temperaturunterschied zwischen Land und Meer. Dieser Unterschied kann zu einem Ungleichgewicht beim Luftdruck führen. Die Folge: Kalte Polarluft kann aus westlicher bis nordwestlicher Richtung nach Mitteleuropa strömen. Dann sinken die Temperaturen, und das Wetter wird wechselhaft.
Schafskälte: Name und Bedeutung
Der Name Schafskälte stammt aus der Landwirtschaft. Traditionell wurden Schafe bis in den Juni hinein bereits geschoren. Ein plötzlicher Kälteeinbruch konnte für frisch geschorene Tiere deshalb vor allem früher zum Problem werden. Muttertiere wurden deshalb oft erst nach Mitte Juni geschoren.
Wie wird das Wetter diese Woche?
Am Dienstag zeigt sich das Wetter laut dem Deutschen Wetterdienst in Deutschland zweigeteilt. Im Norden wechseln sich Sonne und Wolken ab, dazu ziehen immer wieder Schauer durch. Vereinzelt können sich auch Gewitter entwickeln. Vom Süden bis in die östliche Mitte des Landes bleibt es dagegen meist stark bewölkt bis bedeckt. Besonders am Alpenrand fällt länger anhaltender Regen. Dazwischen lockert die Bewölkung im Tagesverlauf zunehmend auf, und vielerorts bleibt es trocken. Die Temperaturen steigen auf 15 bis 22 Grad. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen, kann aber an den Küsten sowie in der Nähe von Schauern und Gewittern kräftige Böen entwickeln.
In der Nacht zum Mittwoch regnet es südlich der Donau weiter. Am Alpenrand können die Niederschläge zeitweise sogar noch kräftiger ausfallen. Die Schneefallgrenze sinkt dort auf etwa 1.800 bis 2.000 Meter. Im Nordseeumfeld treten weiterhin Schauer und einzelne Gewitter auf. In den übrigen Landesteilen lassen die Niederschläge nach, und die Wolken lockern stellenweise auf. Die Temperaturen gehen auf 11 bis 5 Grad zurück. Der Mittwoch verläuft wechselhaft mit einem Mix aus Sonne und Wolken. Im Tagesverlauf entstehen immer wieder Schauer und kurze Gewitter. Am Alpenrand hält der Regen zunächst an, in höheren Lagen fällt teilweise Schnee. Später verlagern sich die Niederschläge in Richtung östlicher Alpenraum und lassen allmählich nach. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 15 und 21 Grad. Dazu weht ein mäßiger West- bis Südwestwind, der bei Schauern und Gewittern zeitweise kräftig auffrischen kann.
In der Nacht zum Donnerstag treten regional weitere Schauer auf. An den Küsten ziehen zunächst noch einzelne Schauer durch, und auch am Alpenrand fällt anfangs noch Regen. Im Laufe der Nacht beruhigt sich das Wetter jedoch zunehmend, auch im Südosten. In den Hochlagen der Alpen fällt weiterhin Schnee. Die Temperaturen sinken auf 10 bis 4 Grad. Am Donnerstag bleibt das Wetter unbeständig. Bei wechselnder Bewölkung ziehen zahlreiche Schauer durch, örtlich entwickeln sich auch einzelne Gewitter. Ab dem Nachmittag verlagert sich der Schwerpunkt der Niederschläge zunehmend in die östlichen Landesteile. In den Hochlagen der Alpen fällt teilweise Schnee. Gegen Abend nimmt die Bewölkung von Westen her erneut zu. Die Temperaturen erreichen 15 bis 20 Grad. Der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen und frischt zeitweise böig auf.
In der Nacht zum Freitag breitet sich von Westen her Regen nach Osten aus. Im Süden bleibt es teilweise noch trocken. Die Tiefstwerte liegen zwischen 12 und 6 Grad. Am Freitag zieht der Regen zunächst nach Osten ab. Anschließend entwickeln sich nördlich der zentralen Mittelgebirge aus dichter Bewölkung zahlreiche Schauer, örtlich fällt auch länger anhaltender Regen. Im Süden bleibt es dagegen häufig trocken. Die Temperaturen steigen auf 14 bis 22 Grad, wobei die höchsten Werte entlang des Rheins erreicht werden. Der Westwind weht mäßig bis frisch und kann an den Küsten sowie im Bergland zeitweise kräftig böig auffrischen.
In der Nacht zum Samstag bleibt es meist stark bewölkt. Weitere Schauer ziehen über das Land hinweg, in Staulagen der Mittelgebirge fällt stellenweise länger anhaltender Regen. Die Temperaturen gehen auf 14 bis 8 Grad zurück.
