Sachsen hält zusammen: Bundesweites Rekord-Tief bei Scheidungen 2024

Verglichen mit den weiteren deutschen Bundesländern sind 2024 in Sachsen am wenisgten Scheidungen pro 100.000 Einwohner erfolgt.
Benjamin Nolte/dpa-tmn/dpaEine Ehe gilt als Bund fürs Leben. Die Realität vieler Paare und Familien sieht jedoch oft anders aus. Wie viele Ehen scheiterten 2024 in Sachsen?
Scheidungen in Sachsen 2024
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 129.300 Ehen geschieden. Damit liegt die Zahl nur knapp über dem Rekordtief von 2023 (+0,3 %), dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Der langfristige Trend zeigt deutlich nach unten: Seit 2003 ist die Zahl der Scheidungen um fast 40 % zurückgegangen. Auch die Zahl der Eheschließungen ist seit Jahren rückläufig, jedoch im Vergleich zu 2003 um lediglich rund 10 %: 2024 gaben sich 349.200 Paare das Ja-Wort und damit rund 11.800 weniger als im Vorjahr.
Auf Sachsen entfielen davon 5.524 Scheidungen. Bei 4.042.422 Einwohnern im Jahr 2024 ergab sich eine Scheidungsquote von rund 136,65 Scheidungen pro 100.000 Einwohner. Im deutschlandweiten Vergleich bewegt sich das Bundesland damit auf dem letzten Platz. Nirgendwo sonst wurden in diesem Jahr so wenig Ehen pro 100.000 Einwohner geschieden. Im Folgenden gibt es die Anzahl der Scheidungen pro 100.000 Einwohner 2024 pro Bundesland im Ranking:
- 16. Sachsen: 136,65
- 15. Thüringen: 139,93
- 14. Hamburg: 140,29
- 13 Berlin: 141,65
- 12. Sachsen-Anhalt: 141,83
- 11. Baden-Württemberg: 147,53
- 10. Brandenburg: 148
- 9. Saarland: 149,58
- 8. Bremen: 151,51
- 7. Bayern: 152,95
- 6. Hessen: 153,09
- 5. Mecklenburg-Vorpommern: 154,8
- 4. Nordrhein-Westfalen: 164,01
- 3. Niedersachsen: 164,58
- 2. Schleswig-Holstein: 168,41
- 1. Rheinland-Pfalz: 169,65
Wann die meisten Ehen scheitern
Die Statistik des Statistischen Bundesamtes zeigt: Im Durchschnitt scheitern Ehen in Deutschland nach knapp 15 Jahren. Genauer gesagt lag die durchschnittliche Ehedauer zum Zeitpunkt der Scheidung bei 14 Jahren und 8 Monaten. Die wenigsten trennen sich innerhalb der ersten beiden Ehejahre. Danach ist die Anzahl der Scheidungen jedoch relativ ähnlich auf die Anzahl der Ehejahre verteilt. Ein erheblicher Teil der Trennungen erfolgt auch erst nach langer Zeit: Rund 16,4 % der Scheidungen fanden im Jahr der Silberhochzeit oder später statt. Dieser Anteil hat sich seit den 1990er-Jahren deutlich erhöht.
Minderjährige Kinder besonders betroffen
Mehr als die Hälfte aller Scheidungen (50,8 %) in Deutschland betrafen zufolge Paare mit minderjährigen Kindern. Insgesamt waren 111.000 Kinder im Jahr 2024 von der Trennung ihrer Eltern betroffen. 48 % der Paare hatten ein Kind, 40 % zwei Kinder, 12 % drei oder mehr Kinder. Der Trend zeigt, dass Scheidungen mit mehreren Kindern zunehmen, während die Zahl der Scheidungen mit nur einem Kind zurückgeht.
