Russland: Schnee bis zum 9. Stock – Video zeigt Kamtschatka im Ausnahmezustand

Russische Rettungskräfte, die Häuser in der fernöstlichen Region Kamtschatka aus tiefem Schnee ausgraben. Die örtlichen Rettungsdienste riefen angesichts eines Rekordschneesturms den Notstand aus.
-/Government of Kamchatka Territory via XinHua/dpaEisige Temperaturen und meterhoher Schnee sorgen in weiten Teilen Russlands für massive Einschränkungen. Die fernöstliche Halbinsel Kamtschatka befindet sich wegen anhaltender Schneefälle im Ausnahmezustand. In der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski kamen nach Behördenangaben zwei Menschen ums Leben, als Schneemassen von Dächern herabstürzten. Auch in Moskau melden Meteorologen ungewöhnlich starke Schneestürme und Rekordwerte beim Niederschlag.
Russland: Kamtschatka versinkt im Schnee
In Kamtschatka sind Häuser, Autos und teils ganze Straßenzüge eingeschneit, stellenweise türmen sich Schneeverwehungen mehrere Meter hoch. Einsatzkräfte sowie Studenten und Soldaten helfen beim Freischaufeln und bei der Versorgung eingeschlossener Bewohner. Besonders ältere Menschen gelten als gefährdet. Die tagelangen Niederschläge vorige Woche brachten stellenweise bis zu fünf Meter hohe Schneeverwehungen an Häusern, wie Medien berichten und Videos zeigen. Gleichzeitig berichten Bewohner über Engpässe bei einzelnen Waren, unter anderem bei Obst und Gemüse. Schulen sind geschlossen und haben teils auf Fernunterricht umgestellt. Räumfahrzeuge fahren rund um die Uhr Einsätze, um die letzten Straßen freizubekommen. Die Stadtverwaltung von Petropawlowsk-Kamtschatski forderte Eltern auf, ihre Kinder nicht auf die Straßen zu lassen. Die Warnung lautet, sie könnten von Schneemassen von Dächern oder riesigen Eiszapfen erschlagen werden.
In sozialen Netzwerken kursieren Dutzende Videos von den teils bedrohlichen Zuständen. Zu sehen ist da eine Frau, die ihr Fenster öffnet und sich mit einem Eimer durch den Schnee gräbt und die eisige Masse in die Badewanne kippt. In einem anderen Clip sitzen zwei Männer in einem Auto unter einem meterhohen Schneeteppich. Sie haben sich einen langen Tunnel zu dem Fahrzeug gegraben. Viel zu sehen sind auch Gebäude, an denen nicht nur der Eingang, sondern auch die ersten Etagen eingeschneit sind. Teils verließen Menschen ihre Wohnungen über das Fenster, wenn sie sich nicht selbst befreien konnten von den Massen, wie örtliche Medien berichteten.
Moskau ebenfalls betroffen
Wissenschaftler führen die extremen Wetterbedingungen auf wiederkehrende Zyklone über dem Pazifik zurück, die große Mengen feuchter Luft in die Region bringen. In Verbindung mit sehr kalter Luft und den besonderen geografischen Bedingungen Kamtschatkas fällt daraus schwerer, dichter Schnee. Meteorologen sprechen von den heftigsten Schneefällen seit rund 30 Jahren. Innerhalb weniger Tage habe sich so viel Schnee angesammelt wie sonst in mehreren Monaten.
Auch in Moskau bleibt die Lage angespannt. Räumdienste arbeiten rund um die Uhr, teils werden Gehwege gesperrt, während Einsatzkräfte Schnee von Dächern räumen, um Unfälle durch herabfallende Schneelasten und Eiszapfen zu verhindern. Für die kommenden Tage werden in Moskau weiterhin Temperaturen um minus 20 Grad erwartet. Eine rasche Entspannung ist nach Prognosen der Meteorologen bislang nicht in Sicht.
Mit Material der dpa
