Riesenwelle auf Teneriffa: So gefährlich sind Naturpools

Der Strand an den „Los Gigantes“ in Santiago del Teide auf Teneriffa. Hier haben sich bereits mehrere Unglücke abgespielt, auch durch Steinschlag. Zuletzt waren durch eine Riesenwelle 3 Menschen ums Leben gekommen. (Archivbild)
Lerida/picture-alliance/ dpaAuf Teneriffa hat eine Riesenwelle an einem „Naturpool“ mehrere Menschen das Leben gekostet, es gab zudem Verletzte. Erst Anfang November war es aufgrund von Riesenwellen auf der Kanareninsel zu ähnlichen Unglücken gekommen. Viele Touristen unterschätzen die Gefahr der natürlichen Schwimmbecken, die in Reiseforen oft als Hotspots beworben werden.
4 Tote auf Teneriffa: Wo ist das Unglück passiert?
Der jüngste Zwischenfall auf Teneriffa ereignete sich an einem Naturschwimmbecken im Westen der spanischen Urlauberinsel. An den Klippen von Los Gigantes in der Region Santiago del Teide wurden am 7. Dezember 2025 mehrere Menschen ins Meer gerissen.
Naturpool auf Teneriffa: Das sagen Reisende
Naturpools, also natürliche Felsformationen im oder am Meer, die eine Art natürliches Schwimmbecken formen, werden immer wieder gern von Touristen besucht. Sie heißen „Charcos“ und versprechen Badevergnügen mit Aussicht und jede Menge Gelegenheiten, sich auf Fotos in Szene zu setzen. Mehrere Hundert dieser Formationen gibt es auf Teneriffa. Das Unglück im Dezember ereignete sich am Naturpool Isla Cangrejo.
Die natürliche Felsformation im Westen Teneriffas an den Klippen von „Los Gigantes“, wird im Netz von Reisenden als Highlight beworben. Anhand der Berichte, etwa auf tripadvisor.de, lässt sich allerdings auch erahnen, dass der Besuch nicht ganz so malerisch und stimmungsvoll enden kann, wie man es sich erhofft: „Ruhiges Becken, bis die Wellen reinplatschen“, heißt es da, oder „Dusche garantiert“. Manche Bewertungen warnen auch davor, die Formation überhaupt zu betreten.
Behörden hatten gewarnt
Der staatliche Fernseh-Sender RTVE berichtete, die Behörden der Kanaren hätten am Sonntag rechtzeitig vor hohen Wellen gewarnt. Im Herbst und Winter treffen immer wieder Riesenwellen auf die Kanarischen Inseln im Atlantik. Wer die Gefahr unterschätzt, kann ins Meer gerissen werden. Viele Menschen, vor allem Touristen, unterschätzen die Gefahr allerdings und wagen sich für ein Foto trotzdem in gefährliche Bereiche. Auch an der Mole von Puerto de la Cruz, die regelmäßig von meterhohen Wellen überspült wird, kam es kürzlich zu einem ernsten Zwischenfall, wie dieses Videos zeigt:
Auch Naturpool auf Bali forderte bereits Tote
Es gibt solche Formationen nicht nur auf Teneriffa. Einer der bekanntesten Spots ist auf Bali zu finden: Der „Angel’s Billabong“, eine Art natürlicher Infinity-Pool. Die Natur hat hier zwischen schroffen Felsen eine Art Becken erschaffen, das mit kristallklarem Wasser gefüllt ist und - wie im Falle Teneriffas - direkt an das Meer grenzt.
Das macht Angel’s Billabong für viele Bali-Reisende zu dem Fotomotiv schlechthin. Doch auch hier haben sich bereits mehrere, tödliche Unglücke ereignet. So war der 59-jährige Nilesh Mukhi im Oktober 2024 mit seiner Frau an der Sehenswürdigkeit, als ihn eine riesige Welle erfasste und ins offene Meer zog. Das Paar soll Berichten der örtlichen Polizei zufolge sehr nahe an der Kante des Kliffs gestanden haben, als das Unglück passierte. Der Mann konnte am nächsten Tag nur noch tot geborgen werden. Ähnliche Unglücke passierten an dieser Stelle bereits 2018 und 2016.
Warum sind die Naturpools so gefährlich?
Liegen die natürlichen Pools direkt am Meer, können hohe Wellen mitunter sehr unvermittelt auftreten, auch bei sonst ruhiger See. Wer nah am Rand steht oder schwimmt, kann so ins offene Meer gerissen werden. Dort lauert dann eine starke Strömung, die es auch erfahrenen Schwimmern nahezu unmöglich macht, wieder aus eigener Kraft zurückzuschwimmen. Die zweite Gefahr sind die Klippen, gegen die Schwimmende geschleudert oder gedrückt werden können.
