Regelrechte Plage
: Warum gibt es aktuell so viele Stinkwanzen?

Vielen Menschen dürften die vielen Wanzen aufgefallen sein, die sich aktuell in die Wohnungen verirren. Woher kommen sie auf einmal?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Grüne Stinkwanze.

Grüne Stinkwanze.

imago images/STAR-MEDIA

Wer gerade häufiger Wanzen an Fenstern, Hauswänden oder auf dem Balkon entdeckt, ist damit nicht allein. In diesem Herbst sind vielerorts besonders viele Tiere unterwegs. Das hat zwei Ursachen.

Der heiße Sommer war ideal für viele Wanzen

Wanzen mögen Wärme. Ein heißer und trockener Sommer, wie wir ihn 2026 erlebt haben, kommt ihnen deshalb entgegen. Bei hohen Temperaturen entwickeln sich die Tiere gut, gleichzeitig gibt es weniger lange Regenphasen, die ihnen zusetzen können.

In diesem Jahr waren die Bedingungen über längere Zeit günstig. Dadurch konnten sich vielerorts mehr Wanzen entwickeln als in kühleren und feuchteren Sommern. Was im Sommer kaum auffällt, wird aber erst im Herbst sichtbar.

Jetzt suchen sie einen Platz für den Winter

Sobald es draußen kälter wird, machen sich die Tiere auf die Suche nach einem geschützten Winterquartier. Deshalb sitzen sie gerade so häufig an Fassaden, Fensterrahmen und Türen.

Häuser sind für Wanzen besonders attraktiv: Dort finden sie trockene, windgeschützte Stellen und kommen durch kleine Ritzen oder offene Fenster auch schnell ins Innere. Vor allem an sonnigen Hauswänden sammeln sich an milden Herbsttagen oft mehrere Tiere auf einmal.

Dass es momentan nach einer regelrechten Wanzenplage aussieht, liegt deshalb auch daran, dass die Tiere jetzt an denselben Stellen auftauchen. Im Sommer verteilen sie sich stärker in Gärten, Bäumen und Sträuchern.

Auch neue Arten fühlen sich hier wohl

Hinzu kommt, dass sich einige Wanzenarten in Deutschland immer weiter ausbreiten. Dazu gehört etwa die Marmorierte Baumwanze, die ursprünglich aus Ostasien stammt. Sie kommt mit warmen Temperaturen gut zurecht und ist inzwischen in vielen Regionen zu finden.

Längere Wärmeperioden können solchen Arten zusätzlich helfen, sich auszubreiten. Gerade in warmen Jahren fallen sie deshalb häufiger auf.

Lästig, aber meist harmlos

Für Menschen sind die meisten Wanzen harmlos. Sie stechen normalerweise nicht und vermehren sich auch nicht in der Wohnung. Unangenehm ist vor allem der Geruch, den manche Arten absondern, wenn sie sich bedroht fühlen.

Wer die Tiere nicht im Haus haben möchte, sollte Fenster und Türen möglichst geschlossen halten oder mit Fliegengittern sichern. Einzelne Wanzen lassen sich am besten mit einem Glas einfangen und draußen wieder aussetzen.

Dass derzeit so viele Wanzen zu sehen sind, ist also kein Zufall. Der heiße, trockene Sommer hat ihnen gute Bedingungen geboten. Jetzt kommt der Herbst dazu – und damit die Zeit, in der die Tiere Schutz vor der Kälte suchen.