Rätselhafter Gestank: Warum stinkt es in Dresden?

Warum stinkt es in Dresden? In mehreren Stadtteilen wird ein fauliger Geruch wahrgenommen. Feuerwehr und Behörden suchen weiter nach der Ursache.
Oliver Berg/dpaIn Dresden sorgt seit einigen Tagen ein ungewöhnlich starker Geruch für Verunsicherung. Wahrgenommen wurde er unter anderem in Striesen, der Neustadt, Pieschen, der Seevorstadt und der Johannstadt. Anwohner beschreiben ihn als faulig und vergleichen ihn mit Jauche oder zersetztem Biomüll. Bei der Feuerwehr gingen zahlreiche Meldungen ein. Auch die Stadtentwässerung erhielt Hinweise, vor allem aus Striesen, und prüft diese nach eigenen Angaben.
Ursache weiterhin unklar
Woher der Geruch stammt, ist derzeit offen. Ein Bürger hatte einen möglichen Gasgeruch gemeldet, doch die Feuerwehr konnte diesen Verdacht nicht bestätigen. Auffälligkeiten bei Luftmessungen wurden nach Angaben des Landesamts für Umwelt ebenfalls nicht festgestellt. Das erschwert die Suche. Gerüche lassen sich nicht direkt messen. Deshalb können Behörden zwar mögliche Schadstoffbelastungen in der Luft prüfen, nicht aber den konkreten Ursprung einer Geruchswahrnehmung bestimmen.
Kanalisation gilt als eher unwahrscheinlich
Als mögliche Ursache wurde auch die Kanalisation diskutiert. Nach Angaben der Stadtentwässerung Dresden sei es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass die Gerüche aus dem Abwassernetz stammen. Zwar könnten lange Trockenperioden Prozesse im Kanalnetz begünstigen, die Gerüche verursachen. Eine solche Situation liege derzeit jedoch nicht vor. Im Gespräch ist zudem ein neuer Industrie-Abwasserkanal, der aus dem Norden Dresdens zum Klärwerk Kaditz führt. Einen Nachweis für einen Zusammenhang gibt es bislang aber nicht.
Wetterlage als mögliche Erklärung?
Die Feuerwehr vermutete, die aktuelle Wetterlage könne dazu beitragen, dass Dämpfe stärker wahrnehmbar werden. Der Deutsche Wetterdienst sieht dagegen keine Wetterlage, die eine länger anhaltende Geruchsbelästigung besonders begünstige. Auch dort ist die Ursache nicht bekannt. Damit bleibt das Geruchsphänomen vorerst ungelöst. Die zuständigen Stellen werten weiterhin Meldungen aus der Bevölkerung aus.
