Rätselhafte Markierungen in Deutschland: Warum überall kleine Metall-Noppen im Boden stecken

Wozu dienen diese Metall-Noppen im Boden?
imago/JOKER/ErichxHäfeleWer mit wachen Augen durch deutsche Städte und Gemeinden geht, stößt mitunter auf kleine Metallbolzen, die in Gehwege, Straßen oder Gebäudefassaden eingelassen sind. Für die meisten Passanten sind sie kaum der Rede wert, manchmal sogar ein Ärgernis, wenn sie als Stolperfalle aus dem Boden ragen. Die Noppen im Boden haben allerdings eine wichtige Funktion.
Metall-Noppen im Boden: Das steckt dahinter
Die unscheinbaren Punkte haben eine zentrale Bedeutung für die Vermessung und das Bauwesen. Es handelt sich um sogenannte Lagefestpunkte, deren Lagekoordinaten exakt bestimmt wurden. Diese bilden ein flächendeckendes Netz, das seit Jahrzehnten von den Vermessungsverwaltungen der Länder aufgebaut und gepflegt wird. Sie dienen als präzise Referenzpunkte für Vermessungsingenieure, die etwa Grundstücksgrenzen bestimmen, Bauprojekte vorbereiten oder Infrastrukturen planen. Ohne diese Fixpunkte war eine konsistente und rechtssichere Vermessung in Deutschland lange Zeit nicht möglich.
In der Praxis werden die Lagefestpunkte häufig mit einem Tachymeter oder Theodolit angesteuert. Das Vermessungsgerät wird auf einem Stativ genau über dem markierten Punkt aufgestellt, ein optisches Lot sorgt für die exakte Ausrichtung. Von hier aus lassen sich weitere Punkte bestimmen und in das bestehende Koordinatensystem einbinden.
Besonderer Vermessungspunkt in Berlin
Die Erscheinungsformen sind vielfältig: Mal sind es schlichte Metallnoppen im Asphalt, mal tragen sie die Aufschrift „Vermessungspunkt“ oder sind mit einer weißen Kappe aus Plastik versehen. Um die Arbeit zu erleichtern, werden sie nicht selten auch mit leuchtender Farbe markiert.
Einige dieser Punkte haben zudem historischen Charakter. In Berlin etwa ist der geografische Mittelpunkt der Stadt durch einen Lagefestpunkt am Lobecksportplatz in Kreuzberg markiert.
