Putin trifft Trump: So blickt Deutschland auf den Gipfel zum Ukraine-Krieg

Donald Trump und Wladimir Putin
Mark Schiefelbein/Mihail Metzel/AP/Pool Sputnik Government via AP/dpaMit Spannung blickt die Welt heute auf das Treffen von Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump in Alaska. Da soll über den Krieg in der Ukraine gesprochen werden. Vorab haben deutsche Politiker ihrer Erwartungen an das Gipfel-Treffen geäußert:
So blickt Deutschland auf das Treffen von Trump und Putin
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte Putin auf, nach dem Treffen „ohne Bedingungen in Verhandlungen mit der Ukraine“ aufzunehmen. Ziel des Treffens mit Trump müsse ein Gipfel sein, an dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehme, erklärte Merz. „Dort muss ein Waffenstillstand vereinbart werden.“ Die Ukraine brauche zudem „starke Sicherheitsgarantien“, betonte der Kanzler. „Territoriale Fragen können nur mit dem Einverständnis der Ukrainer entschieden werden.“
Der EU-Außenpolitiker Michael Gahler (CDU) sah unabhängig vom Ausgang des Gipfels bereits einen „Punktsieg für Putin“. Dieser werde von Trump „auf die Weltbühne zurückgeholt“, sagte der außenpolitische Sprecher der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament dem Sender Phoenix. „Der Aggressor Putin bekommt nette Bilder für die russische und internationale Öffentlichkeit, ohne auch nur ein Jota von seinen maximalistischen und imperialistischen Forderungen abzugehen.“
„Die Souveränität der Ukraine muss gewahrt und die europäische Sicherheit verteidigt werden“, forderte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann vor dem Gipfel in Alaska im Online-Dienst X. „Putin ist der Aggressor. Er kann diesen Krieg sofort beenden.“
Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann warnte vor Zugeständnissen an Russland. Es dürfe keine Beschwichtigungspolitik geben, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Freitag. Strack-Zimmermann warnte auch davor, den Konflikt und die russischen Gebietsgewinne im jetzigen Zustand einzufrieren. Für „jeden Schurken in dieser Welt“ wäre das das Signal: „Er muss nur lange genug Krieg führen, um das zu bekommen, was er will.“
Auch der frühere außen- und sicherheitspolitische Berater von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Christoph Heusgen, warnte vor voreiligen Zugeständnissen an Putin. „Nato-Generalsekretär Rutte hat zuletzt von Gebietsabtretungen gesprochen. Das wird viel zu leichtfertig ins Spiel gebracht.“ Rutte habe Trump offenbar „nicht verlieren“ wollen „und versucht ihm entgegenzukommen. Es wäre aber ein Fehler, Putin vor Verhandlungsbeginn bereits Gebietsabtretungen zuzugestehen.“
SPD-Chef Lars Klingbeil betonte, dass „nichts über die Köpfe der Ukrainerinnen und Ukrainer und Europas hinweg entschieden werden“ dürfe.
