Piloten stimmen für Arbeitskampf
: Droht jetzt ein Streik bei Eurowings?

Bei Eurowings könnte es bald zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen. Die Piloten der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben in einer Urabstimmung dafür gestimmt.
Von
Lukas Böhl
Berlin
Jetzt in der App anhören
An Airbus A320-214 passenger plane of German airline Eurowings stands on the tarmac of Stuttgart Airport (STR) in Stuttgart, southwestern Germany, on December 15, 2025. (Photo by THOMAS KIENZLE / AFP)

Kommt es bald zu einem Streik?

THOMAS KIENZLE/AFP

Wie die Vereinigung Cockpit am 16. März mitteilte, stimmten 94 Prozent der teilnehmenden Mitglieder bei Eurowings dafür, die Forderungen zur betrieblichen Altersversorgung notfalls auch mit Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen. An der Abstimmung beteiligten sich 82 Prozent der Mitglieder. Damit wurde das notwendige Quorum deutlich überschritten. Streiks sind nun theoretisch jederzeit möglich.

Noch kein konkreter Streiktermin

Ein Streik ist damit allerdings noch nicht unmittelbar beschlossen. Die Urabstimmung schafft zunächst die Voraussetzung, dass die Gewerkschaft zu Arbeitskampfmaßnahmen aufrufen kann. Die Vereinigung Cockpit erklärte, über das weitere Vorgehen werde zeitnah informiert.

Gleichzeitig betonte die Gewerkschaft, weiterhin zu Gesprächen bereit zu sein – erwarte dafür jedoch ein ernsthaftes Entgegenkommen der Arbeitgeberseite. Ob es tatsächlich zu Streiks kommt, hängt daher davon ab, ob Eurowings und die Gewerkschaft in den kommenden Tagen oder Wochen noch eine Einigung erzielen können. Für Fluggäste bedeutet das: Ein Streik ist möglich, aber derzeit noch nicht angekündigt.

Streit um betriebliche Altersversorgung

Hintergrund der Abstimmung sind gescheiterte Tarifverhandlungen über die betriebliche Altersvorsorge der Piloten. Nach Angaben der Gewerkschaft hatte Eurowings trotz mehrerer Gesprächsrunden keine ausreichenden Zugeständnisse gemacht. Die VC fordert eine höhere Einzahlung des Arbeitgebers in ein kapitalmarktorientiertes System der Altersvorsorge.

Der Arbeitgeber habe hingegen lediglich einen Umverteilungsmechanismus innerhalb des bestehenden Systems vorgeschlagen. Dieser würde laut Gewerkschaft weder zu einer Erhöhung des Gesamtvolumens führen noch zusätzliche Arbeitgeberbeiträge enthalten. Zudem würde das Renditerisiko damit weitgehend bei den Beschäftigten liegen.