Ost-Fernsehen
: Das waren die beliebtesten Kinderserien in der DDR

Mit diesen DDR-Kinderfernsehserien wuchsen die Generationen vor der Wende auf.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
Jetzt in der App anhören
Die Figuren Schnatterinchen (l-r), Pittiplatsch, Sandmann und Moppi stehen in einer Filmkulisse für die Produktion von "Sandmann"-Folgen. Das berühmte Sandmännchen aus dem Kinderfernsehen bekommt einen Grimme-Preis. Das teilte das Grimme-Institut am 21.03.2023 in Köln mit. +++ dpa-Bildfunk +++

„Das Sandmännchen“ gehört zu den beliebtesten und bekanntesten DDR-Fernsehsendungen.

Carsten Koall/dpa

Kinderserien im Fernsehen prägen die Kindheit wie kaum etwas anderes. Viele Ossi-Kinderserien sind zum Kult geworden und prägten mehrere Generationen auch über die DDR hinaus. Vom Sandmännchen über den kleinen Maulwurf bis hin zu Clown Ferdinand oder Pittiplatsch: Diese Ost-Kindersendungen wecken unsere Kindheitserinnerungen!

Unser Sandmännchen

Seit 1959 wird die Kinderserie „Unser Sandmännchen“ produziert und gehört seitdem zu der Kindheit mehrerer Generationen. Die DDR-Kindersendung ist bis heute die deutsche Fernsehserie mit den meisten Folgen. Seit der Wende wird „Unser Sandmännchen“ in den Vorabendprogrammen des RBB, des MDR und des KiKA ausgestrahlt.

Der kleine Maulwurf

Egal ob in der DDR oder in der BRD aufgewachsen, jeder Ü30 kennt den kleinen Maulwurf. „Der kleine Maulwurf“ ist eigentlich eine tschechische Zeichentrickserie, die aber in der DDR und ab 1968 sogar in der BRD sehr erfolgreich und beliebt war. 1957 wurde sie von Zdeněk Miler erschaffen und lief im tschechischen sowie im DDR-Fernsehen in der Sendung „Unser Sandmännchen“.

1-2-3 Allerlei

Obwohl „1-2-3 Allerlei“ nur alle zwei bis drei Wochen ausgestrahlt wurde, gehört die Sendung doch zu den Kindheitserinnerungen aus den 80ern dazu. Die Serie war als Schülermagazin für 6- bis 9-jährige Kinder gedacht und zeigte Trick- und Realfilme aus anderen sozialistischen Ländern.

Mach mit, mach's nach, mach's besser

Fast 30 Jahre lang wurde die Mitmachsendung, die Kinder zum Ausprobieren und Lernen anregen sollte, sonntags um 10 Uhr ausgestrahlt. In den Folgen wurden sportliche Wettbewerbe in den Sporthallen verschiedener Schulen in der DDR ausgetragen. Die Siegermannschaft kam eine Sendung weiter. Alle zwei Jahre wurde dann eine Gesamtsiegermannschaft mit dem Wanderpokal des Nationalen Olympischen Komitees der DDR gekürt. Moderiert wurde die beliebte DDR-Kindersendung von „Adi“ Gerhard Adolph.

Das Spielhaus

Seit Anfang der 80er Jahre wurde ersten Programm des DDR-Fernsehens die Puppenspiel-Serie „Das Spielhaus“ ausgestrahlt. Mit einem fahrbaren Haus erlebten die acht Bewohner des Hauses Abenteuer und lustige Sachen. Masine, Kleiner, Laribum, Kniffo, Knollo, Defifé, Casimir und Schlapper prägten die DDR-Kindheitserinnerungen.

Gix-Gax

Gix-Gax war eine DDR-Kinderspielshow aus den Achtzigern. Am Ende der 30-minütigen Sendungen kam immer der Spruch „Und das ist kein Flax, beim nächsten Mal gibt es wieder viel Gix-Gax.“ Daran kann sich bestimmt jedes DDR-Kind aus den 80ern erinnern, oder?

Elf 99

„Elf 99“ war eine DDR-Jugendsendung, die auch bei Kindern beliebt war. Der Name steht für die Postleitzahl 1199 von Berlin-Adlershof, wo die Sendung produziert wurde. Die Sendung startete erst zum Ende der DDR im Jahr 1989 und ist also nur denen in Erinnerungen, die Ende der 80er und Anfang der 90er Kind oder Jugendlicher waren. Die zweistündigen Sendungen waren ein Mix aus Nachrichten, Sportbeiträgen und Musikvideos. Besonders in den Wendemonaten war die Serie sehr beliebt.

Meister Nadelöhr erzählt

Was wäre ein Sonntagnachmittag in der DDR ohne „Meister Nadelöhr erzählt“ gewesen? In den 30-minütigen Sendungen erzählte Meister Nadelöhr Märchen und sang Lieder. In den Sendungen gab es immer wieder Gäste, wie die Puppen „Pittiplatsch“ und „Schnatterinchen“ oder Frau Puppendoktor Pille.

Jan und Tini

„Mit Jan und Tini auf Reisen“ zeigte 20 Jahre lang den Alltag von Kindern in der DDR. In den 25 Minuten Sendezeit reisten die zwei Kinder durch die DDR, erklärten Maschinen und Berufe oder stellten Städte und Sehenswürdigkeiten vor. Das Titellied „Wenn Jan und Tini reisen“ kennen bestimmt noch alle, die im Osten aufgewachsen sind.

Clown Ferdinand

Kult-Clown Ferdinand war nicht nur in Sendungen für Kinder zu sehen, sondern nahm auch Schallplatten auf und war auf der Bühne zu sehen. Im alten Friedrichstadt-Palast in Ost-Berlin waren seine Kinderrevuen stets ausverkauft. 1956 wurde Clown Ferdinand als Serie erfunden, doch es folgten in den 30 Jahren danach auch Spielfilme, die sogar im West-Fernsehen ausgestrahlt wurden.

Flax und Krümel

„Flax und Krümel“ war eine Puppenspiel-Fernsehserie, die von 1955 bis 1970 die Kinder erfreute. Die Serie war die allererste Serie im deutschsprachigen Fernsehen, die ausschließlich für Kinder bestimmt war. Gedreht wurde die beliebte DDR-Serie auf Schloss Königstein in Sachsen.

Pittiplatsch

Wer an DDR-Kultfiguren denkt, der erinnert sich auf jeden Fall an Pittiplatsch, der zusammen mit dem Sandmännchen synonym für die DDR-Kinderfiguren steht. Pitti hatte seinen ersten Auftritt im Jahr 1962 bei „Meister Nadelöhr erzählt“. Schnatterinchen war bereits seit 1959 dabei. In den 70ern kam dann noch der Hund Moppi dazu. Der Kobold Pittiplatsch war frech und lustig und wurde schnell zum Liebling der Kinder.

Brummkreisel

Brummkreisel gehörte für viele Ossis zur Kindheit, wie der Trabi zur DDR gehörte. Die 25-minütige Kindersendung wurde in den 80 alle 14 Tage ausgestrahlt. „Achim“ und „Kunibert“ sangen Lieder, bastelten, lasen Geschichten oder präsentierten Zeichentrickfilme.