Nützliche Tipps: Was hilft gegen Stinkwanzen?

Eine grüne Stinkwanze.
IMAGO/imagebrokerKaum wird es draußen kühler, sitzen sie an Fenstern, Hauswänden oder plötzlich mitten im Wohnzimmer: Stinkwanzen suchen im Herbst geschützte Plätze zum Überwintern und gelangen dabei immer wieder in Wohnungen und Häuser. Besonders angenehm ist das nicht – gefährlich sind die meisten dieser ungebetenen Gäste für Menschen allerdings nicht. Wer Stinkwanzen loswerden möchte, sollte vor allem auf einfache mechanische Maßnahmen setzen.
Stinkwanzen am besten vorsichtig nach draußen bringen
Die wichtigste Regel lautet: Stinkwanzen möglichst nicht zerquetschen. Ihren Namen verdanken sie ihren Stinkdrüsen. Bei Gefahr können die Tiere ein unangenehm riechendes Sekret absondern, das eigentlich Fressfeinde abschrecken soll.
Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb eine einfache Methode: Die Wanze mit einem Glas einfangen, ein Stück Pappe darunter schieben und das Tier anschließend im Freien aussetzen. Auch der NABU rät dazu, die Tiere möglichst behutsam aufzunehmen und nach draußen zu bringen.
Bei einzelnen Tieren ist das in der Regel die sinnvollste Lösung.
Insektenschutzgitter halten die Tiere draußen
Noch besser ist es, zu verhindern, dass die Wanzen überhaupt in die Wohnung gelangen. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz LAVES, empfiehlt dafür Insektenschutzgitter an Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen. Damit lässt sich das Eindringen der Tiere weitgehend verhindern.
Das ist insbesondere im Spätsommer und Herbst sinnvoll. Viele Wanzenarten überwintern als ausgewachsene Tiere und suchen dann trockene und dunkle Verstecke. Häuser sind für sie besonders interessant, wenn sich ihre Futterpflanzen, Gärten oder Felder direkt in der Nähe befinden.
Auch kleinere Öffnungen am Gebäude können dabei eine Rolle spielen. Einige Arten sitzen beispielsweise im Mauerwerk oder unter Holzverkleidungen. Wer regelmäßig größere Mengen von Wanzen im Haus findet, sollte deshalb auch mögliche Zugänge und Verstecke rund um Fenster, Türen und Fassade überprüfen.
Kaminholz und Pflanzen kontrollieren
Nicht jede Stinkwanze fliegt durch ein geöffnetes Fenster ins Haus. Manche Tiere werden unbeabsichtigt hineingetragen. Das LAVES empfiehlt deshalb, eine Einschleppung mit Pflanzen und Kaminholz möglichst zu vermeiden.
Gerade Brennholz, das längere Zeit draußen gelagert wurde, bietet zahlreiche Versteckmöglichkeiten. Auch das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass beispielsweise die Gemeine Bodenwanze gelegentlich zusammen mit Brennholz in Gebäude gelangt.
Wer Holz für den Kamin hereinholt, sollte es daher vorher kurz kontrollieren und möglichst nicht länger als nötig in beheizten Räumen lagern.
Was tun bei vielen Stinkwanzen?
Treten die Tiere in größerer Zahl auf, empfiehlt das LAVES, Versteckmöglichkeiten nach Möglichkeit zu reduzieren. Tote Tiere können zusammengefegt oder abgesaugt werden.
Bei lebenden Stinkwanzen ist dagegen Vorsicht sinnvoll: Werden sie gequetscht oder stark gereizt, können sie ihr charakteristisches Abwehrsekret abgeben. Deshalb ist das vorsichtige Einsammeln meist angenehmer als eine grobe mechanische Bekämpfung.
Dass zeitweise sehr viele Tiere gleichzeitig auftauchen, ist übrigens nicht ungewöhnlich. Wanzen suchen im Herbst gezielt nach Winterquartieren und können sich dabei an geeigneten Gebäuden sammeln. Der NABU berichtet beispielsweise von Jahren, in denen nach warmem und trockenem Wetter besonders viele Stinkwanzen auftraten und anschließend Häuser zur Überwinterung aufsuchten.
Helfen Insektizide gegen Stinkwanzen?
Bei den üblichen Stinkwanzen in Haus und Wohnung sind chemische Insektizide normalerweise nicht nötig. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass unter anderem die Grüne Stinkwanze für Menschen keine Gefahr darstellt und keine Krankheiten überträgt. Deshalb sollten solche Tiere weder im Haus noch im Freien mit Insektiziden bekämpft werden.
Generell gilt nach Einschätzung des Umweltbundesamtes: Nicht jedes Insekt, das sich in einem Gebäude befindet, ist automatisch ein Schädling. Manche Arten sind lediglich sogenannte Lästlinge. Bevor Bekämpfungsmittel eingesetzt werden, sollte deshalb zunächst geklärt werden, um welches Tier es sich handelt und ob überhaupt ein Schaden zu erwarten ist.
Für Insekten, die im Herbst lediglich auf der Suche nach einem Überwinterungsplatz in Wohnungen gelangen, nennt das Umweltbundesamt ausdrücklich das Dulden oder Einfangen und Freilassen als geeignete Möglichkeiten. Diese Tiere etablieren sich normalerweise nicht dauerhaft in der Wohnung.
Sind Stinkwanzen in der Wohnung gefährlich?
Die häufig auftretenden Arten sind für Menschen in der Regel harmlos. Das Umweltbundesamt nennt unter anderem die Grüne Stinkwanze und die Gemeine Bodenwanze: Sie sind keine menschlichen Parasiten und übertragen keine Krankheiten.
Auch das LAVES bewertet die typischen Baum- und Bodenwanzen, die im Winterhalbjahr in Gebäuden auftauchen, als ungefährlich für Menschen. Lästig werden sie vor allem dadurch, dass sie in größerer Zahl auftreten können und bei Gefahr ihr riechendes Sekret abgeben.
Eine Unterscheidung ist dennoch sinnvoll. Nicht jede Wanzenart ist für Pflanzen gleichermaßen harmlos. Die aus Ostasien eingeschleppte Marmorierte Baumwanze etwa kann an Obst und anderen Pflanzen erhebliche Schäden verursachen. Für Menschen stellt aber auch sie nicht das typische Gesundheitsrisiko dar, das man beispielsweise von Parasiten wie Bettwanzen kennt.
Diese Maßnahmen helfen gegen Stinkwanzen
Am wirkungsvollsten ist eine Kombination aus Vorbeugung und vorsichtigem Entfernen. Fenster und andere Öffnungen können mit Insektenschutzgittern gesichert werden. Pflanzen und Kaminholz sollten vor dem Hereinholen kontrolliert und mögliche Verstecke am Gebäude reduziert werden. Tiere, die bereits in der Wohnung sitzen, lassen sich am besten mit einem Glas und einem Stück Pappe einfangen und nach draußen bringen.
Auf chemische Mittel kann man bei den üblichen herbstlichen Gästen dagegen normalerweise verzichten. Stinkwanzen sind zwar lästig und können unangenehm riechen – für Menschen sind die häufig auftretenden Arten jedoch weitgehend harmlos.
