Nosferatu-Spinne erobert Brandenburg
: Ihr Biss ist giftig und schmerzt!

Die Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland rasant aus. Auch Brandenburg ist betroffen. Ihr Biss ist giftig und verursacht Schmerzen. So kann man sich schützen.
Von
Doreen Matschuk
Potsdam
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Die Nosferatu-Spinne heißt aufgrund ihrer Kopfzeichnung nach dem Stummfilm-Vampir Nosferatu.⇥

ARCHIV - 06.09.2022, Baden-Württemberg, Pfaffenweiler: Eine Nosferatu-Spinne sitzt auf einem Autodach. (zu dpa «Nosferatu-Spinne breitet sich in Bayern aus») Foto: Thomas Lutz/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Nosferatu-Spinne macht sich in Brandenburg breit. Sie kann beißen und ist sogar giftig! So kann man sich vor ihr schützen.

Thomas Lutz/dpa

Ihrer Kopfzeichnung gab ihr den Namen Nosferatu-Spinne, angelehnt an den Vampir-Stummfilm. Sie ist groß, schnell und plötzlich mitten im Wohnzimmer. Sie breitet sich in Deutschland enorm schnell aus. In Brandenburg fühlt sie sich mittlerweile heimisch. Wie giftig und gefährlich ist ihr Biss wirklich? Und wie kann man sich vor ihr schützen?

Die Nosferatu-Spinne erobert Brandenburg

Diese Spinne stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und fühlt sich dank Klimawandel und milden Wintern inzwischen auch in Deutschland wohl. Ihre Ausbreitung ist wirklich rasant! Im Herbst 2022 wurden über 25.000 neue Funde auf NABU-naturgucker.de gemeldet, nachdem zur Meldung aufgerufen wurde.

Bis letztes Jahr waren es rund 35.000 Meldungen von mehr als 20.000 Menschen. Besonders im Osten der Republik und somit auch in Brandenburg kommt sie häufiger vor.

2 cm Körper & 5 cm Beinlänge: Das ist die Nosferatu-Spinne

Mit bis zu 2 cm Körperlänge und einer Beinspannweite von 5 cm zählt sie zu den größten Spinnen in deutschen Haushalten. Ihr Äußeres erinnert an die Hauswinkelspinne, doch dank spezieller Hafthaare klettert sie sogar an Glaswänden hoch!

Sie ist nachtaktiv und bevorzugt warme, trockene Orte. Deshalb trifft man sie häufig in Gärten, Schuppen, auf Balkonen oder direkt in der Wohnung an.

Wie giftig ist die Nosferatu-Spinne?

Die Nosferatu-Spinne gehört tatsächlich zu den wenigen in Deutschland vorkommenden Spinnenarten, deren Biss die menschliche Haut durchdringen kann. Das bedeutet: Wenn sie zubeißt, kann sie Schmerzen verursachen und kleine Verletzungen hinterlassen. Obendrein ist der Biss der Nosferatu-Spinne auch giftig, jedoch selten wirklich gefährlich.

Die Symptome eines Bisses sind lokale Schmerzen, Rötungen und Schwellungen. Sie sind meist mit denen eines Wespenstichs vergleichbar.

Kölner musste nach Biss von Spinne operiert werden

Schwere allergische Reaktionen sind zwar selten, können aber bei empfindlichen Personen auftreten, wie zum Beispiel bei einem Kölner im August 2024.

Der WDR berichtete über einen Fall, bei dem ein Mann von einer Nosferatu-Spinne gebissen wurde und aufgrund einer entstandenen Entzündung im Oberarm zweimal operiert werden musste.

Da diese Spinnenart eher in Wohnräumen zu finden ist, sollte man etwas aufpassen, damit sie sich nicht bedroht fühlt, denn nur dann beißt sie. Findet man eine in den eigenen 4 Wänden, so kann man ein großes Glas nehmen, es über sie stülpen, ein Stück Pappe runterschieben und dann nach draußen befördern oder einen anderen Ort suchen, an dem man sich nicht in die Quere kommt.

Die Spinne als natürlicher Schädlingsbekämpfer

So gruselig sie auch aussieht, die Nosferatu-Spinne ist auch ein natürlicher Schädlingsbekämpfer. Sie jagt Mücken, Fliegen und andere lästige Insekten – sogar in der Wohnung.