Neue Regeln für die Weltzeit beschlossen
: Fällt jetzt die Zeitumstellung weg?

Die Weltzeit wird neu geregelt. Bedeutet das auch das Ende der lästigen Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Zeitumstellung: Eine Uhr spiegelt sich im blätterbedeckten Wasser. Mit Beginn der Winterzeit werden in Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas am Sonntagmorgen (26. Oktober) die Uhren von 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurückgestellt. Bis zum 29. März 2026 gilt dann wieder die mitteleuropäische Zeit (MEZ), auch Winterzeit genannt. (zu dpa: «Uhren zurückgestellt - Winterzeit hat begonnen»)

Die Zeitumstellung wird vorerst nicht abgeschafft.

Jennifer Brückner/dpa

Zweimal im Jahr werden in Deutschland die Uhren umgestellt. Im Frühjahr eine Stunde vor, im Herbst eine Stunde zurück. Viele Menschen würden diese Regelung gerne abschaffen. Nun sorgt ein internationaler Beschluss zur Weltzeit für neue Fragen: Ist die Zeitumstellung damit Geschichte? Die kurze Antwort lautet: Nein. Denn bei der Entscheidung geht es um etwas völlig anderes.

Was wurde bei der Weltzeit beschlossen?

Am 15. Oktober 2026 hat die Generalkonferenz für Maß und Gewicht in Paris beschlossen, die sogenannten Schaltsekunden abzuschaffen. Sie wurden bislang eingesetzt, um die internationale Weltzeit (UTC) an die tatsächliche Drehung der Erde anzupassen.

Der Hintergrund: Unsere Erde dreht sich nicht immer exakt gleich schnell. Die moderne Zeitmessung basiert hingegen auf hochpräzisen Atomuhren. Dadurch entstehen kleine Abweichungen zwischen der gemessenen Zeit und der astronomischen Zeit.

Seit 1972 wurden deshalb insgesamt 27 Schaltsekunden eingefügt. Die letzte gab es zum Jahreswechsel 2016/2017. Künftig soll darauf verzichtet werden. Stattdessen darf die Weltzeit bis zu einer Stunde von der astronomischen Zeit abweichen.

Warum werden Schaltsekunden abgeschafft?

Der wichtigste Grund ist die Technik. Zusätzliche Sekunden können Probleme in Computersystemen, Datennetzen und anderen digitalen Anwendungen verursachen. Da sie unregelmäßig eingefügt werden, sind sie schwer einzuplanen.

Mit der neuen Regelung soll die internationale Zeitmessung zuverlässiger werden. Eine größere Korrektur könnte erst in vielen Jahrhunderten notwendig sein, möglicherweise um das Jahr 3000. Wie diese aussehen würde, ist noch offen.

Bleibt die Sommer- und Winterzeit bestehen?

Ja. Die Abschaffung der Schaltsekunden hat keinerlei unmittelbare Auswirkungen auf die Zeitumstellung in Deutschland.

Die Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit ist eine politische Regelung der Europäischen Union. Sie hat nichts mit den technischen Korrekturen der Weltzeit zu tun.

Die Uhren wurden zuletzt am 25. Oktober 2026 um eine Stunde zurückgestellt. Die nächste Umstellung ist für den 28. März 2027 vorgesehen. Dann beginnt wieder die Sommerzeit.

Warum wird die Zeitumstellung nicht abgeschafft?

Über ein Ende der halbjährlichen Zeitumstellung wird in der EU schon seit Jahren diskutiert. Bereits 2018 sprach sich bei einer EU-weiten Onlinebefragung eine große Mehrheit der Teilnehmenden für die Abschaffung aus. Das Europäische Parlament unterstützte 2019 entsprechende Pläne.

Bis heute fehlt allerdings eine Einigung der Mitgliedstaaten. Besonders umstritten ist die Frage, ob künftig dauerhaft Sommerzeit oder Winterzeit gelten soll. Unterschiedliche Entscheidungen der Länder könnten zudem Probleme für Wirtschaft und Verkehr verursachen.

Eine endgültige Entscheidung ist deshalb weiterhin nicht in Sicht. Die EU-Kommission untersucht derzeit mögliche Auswirkungen verschiedener Modelle. Ergebnisse sollen den Mitgliedstaaten voraussichtlich 2027 vorgestellt werden.