Corona-Regeln Baden-Württemberg
: Eine Übersicht zur neuen Verordnung – das gilt aktuell

Am Mittwoch, 23.02., sind neue Corona-Regeln in Kraft getreten. Was gilt aktuell für Gastronomie, Hotel, Sport und Co. in der Warnstufe?
Von
Diana Prutzer mit Agenturen
Ulm
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In Baden-Württemberg wurden die Corona-Regeln gelockert. Wo gilt dann 3G statt 2G? Alle Infos zur Verordnung im Überblick.

Bernd Weißbrod/dpa

Mit dem Frühling sollen in ganz Deutschland die Corona-Beschränkungen stark gelockert werden oder gar fallen. Etwas schneller als im Bund-Länder-Beschluss geht Baden-Württemberg voran bei seinen Corona-Maßnahmen. Die Landesregierung hat am Dienstag, 22.02.2022, die Rückkehr zur Warnstufe beschlossen. Am 23.02., sind neue Corona-Verordnung mit sämtlichen Lockerungen in Kraft getreten. Die bis dato geltenden Regeln der Alarmstufe I verfielen und wurden angepasst. Vor allem für Veranstaltungen, Messen, Gastronomie, Clubs und Diskotheken gelten jetzt neue Auflagen.

  • Doch welche Lockerungen der Corona-Regeln in Baden-Württemberg sind nun gültig?
  • Wo fällt die 2G-Regel weg?
  • Und für welche Bereiche gilt jetzt wieder die 3G-Regel?

Neue Corona-Regeln Baden-Württemberg: Lockerungen seit 23.02.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte den Landtag am 16. Februar 2022 über weitere vorsichtige Öffnungsschrittein Baden-Württemberg ab Mitte dieser Woche informiert. Im Südwesten trat bereits ab Mittwoch, 23.02., die neue Coronaverordnung in Kraft, mit der das Stufensystem des Landes über den Haufen geworfen wurde. Kretschmann spricht von „erheblichen Lockerungen“.

Für Geimpfte änderte sich zunächst gar nicht so viel. Vor allem Ungeimpfte kommen nun aber wiederin den Genuss von mehr Freiheiten. Sie haben mit negativem Test wieder Zutritt zu ganz vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, zu Gastronomie, Veranstaltungen, Kultur, zu Messen und körpernahen Dienstleistungen.

Von der Alarmstufe zurück zur Warnstufe in BW

Bislang galt im Südwesten die Alarmstufe I, doch die Grenzwerte für das Erreichen dieser Stufe wurden angepasst. Hintergrund ist, dass wegen der etwas milderen Omikron-Variante das Gesundheitssystem nicht mehr so stark belastet ist wie bei Delta. Der Grenzwert für die Alarmstufe I - also die Hospitalisierungsinzidenz - soll in der neuen Verordnung von 3 auf 14 oder 15 angehoben werden. Die Zahl der Corona-Infizierten, die innerhalb einer Woche und pro 100 000 Einwohner auf eine Normalstation in eine Klinik kamen, liegt derzeit bei rund 8.

Vieles ändert sich, aber manches bleibt trotz neuer Verordnung auch gleich. Die Maskenpflicht gilt weiterhin in geschlossenen öffentlichen Räumen und im Nahverkehr. Erwachsene müssen dort eine FFP2-Maske tragen. Im Freien reicht eine medizinische Maske, wenn das Abstandsgebot nicht dauerhaft eingehalten werden kann.

Private Treffen in BW: Corona-Kontaktbeschränkungen gelockert

Auch die Regeln für private Kontakte wurden erleichtert. Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene gibt es im Südwesten schon länger nicht mehr. Die Regeln für private Zusammenkünfte unter Ungeimpften wurden nun gelockert - ein Haushalt darf nun mit zehn weiteren Personen zusammentreffen. Keine Beschränkungen gelten weiterhin für die, die geimpft, genesen oder bis zu 13 Jahre alt sind.

Clubs und Discos in BW dürfen wieder öffnen – das sind die Regeln

Clubs und Diskotheken dürfen unter strengen Bedingungen wieder öffnen. Nur wer vollständig geimpft, geboostert oder genesen ist und zusätzlich einen negativen Corona-Test vorlegen kann, kommt am Türsteher vorbei. Das bedeutet es gilt 2G+. In den Clubs muss Maske getragen werden - mit Ausnahme der Tanzfläche.

Neue Corona-Regeln für Gastronomie und Hotels in BW: 3G-Regel

Auch die Zugangsregeln für Restaurants und Hotels wurden gelockert und – im Fall von Messen – wieder erlaubt. In der Gastronomie und Hotellerie soll wieder die 3G-Regeln gelten. In der Warnstufe war ursprünglich noch 2G für Innenräume und 3G für Tische im Freien vorgesehen. Hier hat sich die Regierung aber dem Vernehmen nach nun auf eine einheitliche 3G-Regel verständigt, wie auch im Bund-Länder-Beschluss für 4. März vorgesehen. Messen können wieder unter 3G-Bedingungen stattfinden; sie waren seit Monaten ebenfalls untersagt.

Corona-Regeln bei Veranstaltungen im Sport und Co. in BW

Veranstaltungen sind künftig wieder mit mehr Besuchern möglich - in geschlossenen Räumen dürfen sie künftig mit bis zu 6000 Besuchern stattfinden, maximal jedoch bis zu 60 Prozent ihrer Kapazität ausgelastet sein. Im Freien gelten 75 Prozent Kapazitätsauslastung bei einer maximalen Personenanzahl von 25.000 Besuchern.

Einzelhandel in Baden-Württemberg: FFP2-Maske, aber kein 3G

Nach 3G- und 2G-Regel bleibt es im Einzelhandel in Baden-Württemberg dabei, dass keine Zugangsbeschränkungen mehr gelten sollen. Jedoch muss beim Einkaufen weiterhin eine Maske getragen werden. Aktuell gilt in Baden-Württemberg die FFP2-Maskenpflicht.

Schopper will mit Lockerungen der Corona-Auflagen an Schulen warten

In der Debatte über eine stufenweise Lockerung der Corona-Beschränkungen auch an Schulen hält sich die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) weiter zurück. Die Vorsichtsmaßnahmen würden in den Ländern sehr unterschiedlich angegangen, sagte sie in Stuttgart. „Aber wir sind vom Infektionsgeschehen noch nicht so, dass man sagen könnte, da kann man das Partyfass gleich anstechen.“ Die Inzidenz in den Altersgruppen für die Schulen und Kindergärten sei hoch. „Von daher sind wir da auch noch im Bereich der Umsicht und Vorsicht und schauen, was wir an Möglichkeiten bekommen“, sagte die Grünen-Ministerin. Wichtig sei eine gesetzliche Grundlage oder zumindest eine Verbindlichkeit. „Wir warten jetzt nochmal, was aus Berlin kommt“, sagte Schopper. Es werde aber unter anderem Expertengespräche zu diesem Thema geben, um die nächsten Schritte abzustimmen.

20. März als eine Art „Freedom Day“ in Baden-Württemberg?

Bund und Länder beschlossen am Mittwoch einen Drei-Stufen-Plan für Öffnungen. In dem Papier heißt es: „In einem dritten und letzten Schritt ab dem 20. März 2022 sollen alle tiefgreifenderen Schutzmaßnahmen entfallen, wenn die Situation in den Krankenhäusern dies zulässt.“ Kretschmann dringt aber darauf, dass die Länder auch nach dem 20. März im Notfall noch tiefgreifende Corona-Maßnahmen verfügen können. Er will zum Beispiel weiter Kultur- und Sportveranstaltungen untersagen oder die Zuschauerzahl beschränken können, wenn es die Infektionslage erfordert. Kretschmann ließ in das Beschlusspapier eine entsprechende Protokollerklärung einfügen.

Wann könnte es in BW zurück in die Alarmstufe gehen?

Sollte die Belastung der Krankenhäuser wieder zunehmen und die Grenzwerte überschritten werden, dann tritt wieder die Alarmstufe mit ihren 2G-Regeln in Kraft. Die Alarmstufe II, die höchste Eskalationsstufe, wurde ganz abgeschafft. „Wir sind zuversichtlich, dass unsere Maßnahmen greifen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Man gehe von einer Stagnation der Situation auf den Intensivstationen aus. Zudem habe man ab dem 24. Februar keine rechtliche Grundlage mehr für eine solche Stufe.