Nächster LVB-Streik in Leipzig: Verdi bestreikt Freitag und Samstag erneut den ÖPNV

Verdi hat bundesweit zu Streiks im Nahverkehr aufgerufen. Auch in Leipzig ist mit Einschränkungen zu rechnen.
Hendrik Schmidt/dpaFahrgäste in zahlreichen deutschen Städten müssen sich am Freitag und Samstag auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei den Verkehrsunternehmen aufgerufen. Davon ist auch Leipzig betroffen.
LVB: Streik in Leipzig am Freitag und Samstag
Am Freitag und Samstag kommt es in Sachsen voraussichtlich zu erheblichen Ausfällen im ÖPNV. An beiden Tagen sind die Beschäftigten der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zum Ausstand aufgerufen. Überdies kommt es in weiteren Städten Sachsens zu Warnstreiks. Ausschließlich am Freitag sollen in Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen die kommunalen Nahverkehrsunternehmen bestreikt werden.
S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse verkehren in der Regel weiterhin regulär, da sie von anderen Unternehmen betrieben werden. Bei der Deutschen Bahn kommt es diese Woche zu keinen Warnstreiks.
Nahverkehr: Warum wird in Leipzig im ÖPNV gestreikt?
In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt (KAV) kritisierte zuletzt, die aktuellen Forderungen seien nicht angemessen und nicht finanzierbar. „Die betroffenen Verkehrsunternehmen in Sachsen-Anhalt sind kommunale Unternehmen“, teilte der Verband mit. Die Kommunen stünden selbst unter erheblichem Haushaltsdruck.
Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt erklärte hingegen: „Die kommunalen Arbeitgeber versuchen, die strukturelle Unterfinanzierung des ÖPNV auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Das lassen wir nicht zu.“ Weder in Sachsen, Sachsen-Anhalt noch in Thüringen gebe es ein ernst zu nehmendes Angebot.
Mit Material der dpa
