Nabu warnt vor Vogelfutter
: Diese Meisenknödel sind gefährlich!

Handelsübliche Meisenknödel sind laut NABU eine tödliche Gefahr für Vögel. Warum das so ist und worauf man beim Füttern achten sollte. Außerdem zeigen wir, wie man sichere Meisenknödel einfach selber macht.
Von
Doreen Matschuk
Berlin
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Eine Blaumeise hängt an einem Meisenknödel, der als winterliche Futterstelle an einem Baum aufgehängt ist. (zu dpa: „Warmer Februar lässt Vögel früher brüten — Erste Zugvögel zurück»)

Eine Blaumeise hängt an einem Meisenknödel in einem Plastiknetz. Diese können sehr gefährlich sein!

Jens Büttner

Winterzeit ist Futterzeit: Wenn es draußen kalt wird und die Natur zur Ruhe kommt, greifen viele Tierfreunde zu Meisenknödel und Futterhäuschen. Sie gehören zum winterlichen Gartenbild. Doch was gut gemeint ist, kann Vögeln schnell schaden. Warum Meisenknödel so gefährlich sind und wie man sie selber machen kann.

NABU warnt: Meisenknödel können zur Todesfalle werden

Die beliebten Knödel im grünen Plastiknetz sind gefährlicher, als sie aussehen. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) verfangen sich darin immer wieder Vögel – besonders Jungtiere ohne Erfahrung. Bleiben sie unentdeckt, endet das Drama oft tödlich.

Auch größere Arten wie Elstern oder Rabenvögel reißen ganze Knödel samt Netz mit und verteilen so Plastikmüll in der Natur. Die leeren Netze landen schließlich im Boden und zerfallen zu Mikroplastik – eine Gefahr für Umwelt, Vögel und Kleinsäuger gleichermaßen.

Kaufe also lieber keine Meisenknödel im Plastiknetz, sondern kreiere eigenen Knödel mit wertvollem Futter.

Futter mit Verantwortung: Was wirklich gut ist

Vogelfutter ist nicht gleich Vogelfutter. Billige Mischungen enthalten oft minderwertige oder gar belastete Zutaten. Kaufe daher Futter aus biologischem Anbau – frei von Pestiziden und Schadstoffen. So schützt du nicht nur die Vögel, sondern auch die Umwelt.

Wichtig: Auf keinen Fall sollte man Vögel mit Backwaren und Speiseresten füttern. Dadurch können sich Krankheiten übertragen.

Wer frisst was? Die richtige Futterwahl

Unsere heimischen Vögel lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

  • Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Zaunkönig oder Amsel lieben Haferflocken, Rosinen, Mohn oder Obst. Sie fressen am liebsten am Boden – ideal sind spezielle Bodenfutterspender.
  • Körnerfresser wie Finken und Sperlinge bevorzugen Sonnenblumenkerne, Hanfsamen oder Erdnussbruch.

Allesfresser wie Meisen und Spechte mögen beides. Sie freuen sich über Fett-Körner-Mischungen, sofern diese netzfrei und gut erreichbar sind.

Wer clever den eigenen Garten bepflanzt, kann sich das Füttern sogar sparen. Sträucher wie Berberitze, Feuerdorn, Stechpalme oder Zierapfel bieten Beeren im Winter, Stauden und Gräser liefern Samen. So entsteht ein natürlicher Lebensraum – gesünder und nachhaltiger als jede Futterstelle.

DIY statt Plastik: Meisenknödel einfach selbst machen

Selbstgemachte Meisenknödel sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ein tolles Familienprojekt – ideal für Kinder und Gartenfans. Man weiß genau, was drin ist, und kann das Netzproblem elegant umgehen.

Rezept: Meisenknödel ohne Netz – schnell & sicher gemacht

Zutaten:

  • 1 Teil Fett (z. B. Kokosfett)
  • 1 Teil Körnermischung (Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Haferflocken, Rosinen etc.)
  • Etwas Sonnenblumenöl

So geht’s:

  • Fett vorbereiten: Kokosfett auf der Heizung oder im Topf etwas weich werden lassen
  • Mischen: Körner und Fett im Verhältnis 1:1 vermengen, einen Schuss Öl dazugeben
  • Kneten: Mit den Händen zu einer gleichmäßigen Masse formen
  • Formen: Um eine Schnur herum, die später zum Aufhängen dient, eine handgroße Kugel formen
  • Auskühlen lassen: Am besten draußen oder an einem kühlen Ort

Und fertig! Jetzt kann der selbstgemachte Meisenknödel draußen aufgehängt werden und das am besten im Schatten, damit nichts schmilzt.